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Psychischer Druck Inhaltsverzeichnis der Doktorarbeit

5 Untersuchung I – Druck und Aufmerksamkeitslenkung³

Dr. Heiko Maurer

5.1 Untersuchungsziele

Suboptimale Leistungen bei hochgradig geübten sportlichen Fertigkeiten werden häufig durch unfunktionale Aufmerksamkeitsprozesse erklärt. Die Grundannahme besteht darin, dass durch eine Lenkung der Aufmerksamkeit auf den Ausführungsprozess eine Störung der automatisierten Ausführung erfolgt. Dieser Zusammenhang wird im Rahmen der Explicit Monitoring Theories auch für Leistungseinbußen in Drucksituationen angenommen. In Abschnitt 3.3 wurden Untersuchungsergebnisse dargestellt, die diesen Erklärungsansatz aus unterschiedlichen Richtungen stützen.

Das primäre Ziel der vorliegenden Untersuchung besteht darin, die Vorhersagen der Explicit Monitoring Theories unter feldnahen Bedingungen anhand des Freiwurfs im Basketball zu prüfen. Diese sagen voraus, dass sich Leistungseinbußen sowohl durch erhöhten Ausführungsdruck als auch durch willentliche Aufmerksamkeitslenkung auf den Ausführungsprozess ergeben. Dagegen sollten sich keine negativen Auswirkungen zeigen, wenn die Aufmerksamkeit auf einen zu erzielenden externalen Bewegungseffekt – also etwa den resultierenden Ballflug oder das Erreichen des Korbes – gelenkt wird. Die feldnahe Überprüfung dieser Vorhersagen ist angebracht, da bei dem Großteil der in Kapitel 3 beschriebenen Untersuchungen wenig geübte Aufgaben verwendet und insbesondere eher artifizielle Aufmerksamkeitsbedingungen genutzt werden. Im Unterschied zu allen vorliegenden Studien werden bei der Gestaltung der Aufmerksamkeitsbedingungen in der vorliegenden Untersuchung individuelle Aufmerksamkeitsstrategien der Versuchspersonen berücksichtigt – es erfolgt eine Fokussierung auf ihnen vertraute und als wichtig erachtete Bewegungsaspekte. Dieser Vorgehensweise liegt die Überlegung zugrunde, dass die Aufmerksamkeit in wichtigen Situationen vermutlich auf solche Aspekte gelenkt wird, die für eine erfolgreiche Ausführung als wichtig erachtet werden. Zudem wird durch dieses Vorgehen sichergestellt, dass eine mögliche Beeinflussung der Leistung durch die Lenkung der Aufmerksamkeit nicht lediglich durch eine ungewohnte Aufgabe verursacht wird.

Das zweite Ziel der Untersuchung besteht in der Analyse der Bewegungsausführung. Es wird der Frage nachgegangen, durch welche kinematischen Veränderungen sich etwaige Leistungseinbußen ergeben. Anhand der in Kapitel 4 vorgenommenen Betrachtungen wird ein Einschränken von Freiheitsgraden im Bewegungsvollzug und ein damit einhergehender Anstieg der Ausführungsvariabilität sowie eine Abnahme aufgabendienlicher Kovariationseffekte angenommen.

5.2 Hypothesen

Aufgrund der dargestellten Ergebnislage und theoretischen Ausführungen in Abschnitt 3.3 und Kapitel 4 lassen sich die folgenden Hypothesen formulieren:

  • Hyp. 1.1
    Es kommt zu einem Rückgang der Trefferleistung durch erhöhte Druckbedingungen und einen bewegungsbezogenen Fokus, nicht aber durch einen effektbezogenen Fokus.
  • Hyp. 1.2
    Es kommt zu einem Einschränken von Freiheitsgraden durch erhöhte Druckbedingungen und einen bewegungsbezogenen Fokus, nicht aber durch einen effektbezogenen Fokus. Dies sollte sich in der Abnahme der Bewegungsumfänge in einzelnen Gelenken (1.) und in höheren Korrelationen der Gelenkwinkelverläufe von Knie- und Schultergelenk bzw. Ellbogen- und Handgelenk (2.) zeigen.
  • Hyp. 1.3
    Es kommt zu einem Anstieg der Ausführungsvariabilität (ErwEV) durch erhöhte Druckbedingungen und einen bewegungsbezogenen Fokus, nicht aber durch einen effektbezogenen Fokus.
  • Hyp. 1.4
    Es zeigt sich ein Rückgang bei der Nutzung aufgabendienlicher Kovariation – also ein Anstieg des (negativen) Kovariationskoeffizienten R – durch erhöhte Druckbedingungen und einen bewegungsbezogenen Fokus, nicht aber durch einen effektbezogenen Fokus.
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³ Diese Untersuchung wurde vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) gefördert unter dem Geschäftszeichen VF 07/10/68/2004.


>> Untersuchungsmethodik
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