Dartsbuch

Peter Wright gewinnt das Masters 2020

Am Sonntagabend fiel die Entscheidung beim PDC Masters 2020. Vier Spieler waren noch im Rennen, um Nachfolger von Michael van Gerwen als Titelträger dieses Major-Turniers zu werden. Zunächst ging es dabei in die Halbfinals, in denen zwei Engländer und zwei Schotten gegeneinander spielten: Michael Smith und Nathan Aspinall machten den Anfang, Peter Wright und Gary Anderson waren danach an der Reihe. Im daran anschließenden Endspiel ging es dann um den Titel und das Preisgeld in Höhe von 60.000 Pfund. Alle Partien dieser Session wurden im Format „best of 21 Legs“ ausgetragen.

Krimi im ersten, klare Sache im zweiten Halbfinale

Im ersten Halbfinale standen sich wie erwähnt Nathan Aspinall und Michael Smith gegenüber. Aspinall erzielte gleich im allerersten Leg ein Break, welches er mit einem 74er-Finish bestätigte. Per 13-Darter vermeldete wenig später auch der „Bully Boy“ sein erstes Erfolgserlebnis, vergab anschließend aber eine Möglichkeit zum Ausgleich. Stattdessen wurden die nächsten beiden Legs vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen, sodass Aspinall eine 3:2-Führung mit in die Kabine nahm. Zurück vor den Kameras gelang „The Asp“ ein blitzsauberes 100er-Finish, ehe er seine Führung mit einem 14-Darter weiter ausbauen konnte. Smith kam per 72er-Checkout jedoch zum sofortigen Rebreak und hatte den Abstand einen 13-Darter später bis auf ein Leg verringert. Doch Aspinall sicherte sich das letzte Leg vor der zweiten Pause und lag deswegen mit 6:4 vorne.

Im elften Durchgang glänzte Smith mit sechs perfekten Darts und einem 84er-Finish zum 12-Darter, ehe er kurz darauf von sechs Fehlwürfen seines Gegners profitierte. Smith gewann anschließend sogar ein drittes Leg in Serie und hatte nun selbst die Führung übernommen. Nachdem Aspinall die sofortige Antwort gab, spielten beide Konkurrenten je einen 12-Darter – zu diesem Zeitpunkt lautete der Spielstand 8:8. Auch die beiden darauffolgenden Legs wurden mit dem Anwurf gewonnen, doch danach unterlief Aspinall ein bedeutender Patzer: er ließ zwei Chancen zu einem möglicherweise vorentscheidenden Break ungenutzt – Smith rettete sich Sekunden später auf der Doppel-1. Der WM-Halbfinalist konnte sich aber einmal mehr davon erholen und sorgte mit einem Treffer in der doppelten 16 für das Entscheidungsleg. Dort ließ der anwerfende Smith dann nichts anbrennen. Er benötigte nur 14 Würfe und entschied die Partie knapp mit 11:10 für sich.

Die beiden Kontrahenten des zweiten Halbfinals hatten am Nachmittag kaum Kräfte lassen müssen. Während Gary Anderson Gerwyn Price mit einem 10:2 nach Hause schickte, machte es Peter Wright sogar noch deutlicher: gegen Dave Chisnall gab er nicht ein einziges Leg ab. Mit einem 82er-Finish erzielte der amtierende Weltmeister sogleich ein Break, nachlegen konnte er mit einem guten 13-Darter. Nachdem Anderson wenig später zu seinem ersten Leggewinn kam, scheiterte „Snakebite“ nur um Millimeter an einem 164er-Highfinish. Folglich kassierte Wright an dieser Stelle ein Break, machte dieses aber sofort wieder wett und lag zur ersten Pause mit 3:2 in Führung.

Nachdem die nächsten beiden Legs fair aufgeteilt wurden, stellte Wright per 13-Darter den alten Abstand wieder her. Einen weiteren 13-Darter später betrug dieser Abstand erstmals drei Legs. Wright war jetzt richtig gut unterwegs, holte sich mit 15 Würfen auch das nächste Leg und führte zu diesem Zeitpunkt deutlich mit 7:3. Mit einem 130er-Finish auf der doppelten 5 konnte der „Flying Scotsman“ nach längerer Wartezeit mal wieder dazwischengehen, doch Wright zog sein Spiel weiterhin konsequent durch. So gewann er in dieser Phase erneut drei Legs hintereinander und benötigte nur noch ein einziges zum Finaleinzug. Per 14-Darter verbuchte Anderson anschließend seinen insgesamt fünften Leggewinn und sorgte auf diese Weise noch für eine Unterbrechung. Weil der Weltranglistenzweite die ersten vier Matchdarts ausließ, konnte Anderson noch zwei Legs auf seine Seite ziehen; danach machte Wright aber keine Kompromisse. Ihm gelang abschließend ein starker 12-Darter inklusive 121er-Highfinish, wodurch der 11:7-Erfolg besiegelt wurde.

Smith lässt drei Matchdarts zum Turniersieg liegen

Nun fehlte nur noch das Endspiel zwischen Michael Smith und Peter Wright. Während der Erstgenannte unbedingt seinen ersten Major-Turniersieg einfahren wollte, hoffte „Snakebite“ darauf, dem WM-Triumph gleich den nächsten Titel folgen zu lassen. Smith kam frühestmögleich zu einem Break, verpasste aber eine Gelegenheit, um auch nachzulegen. Wright holte sich im dritten Leg mit einem 90er-Finish erstmals die Führung, profitierte anschließend von vier Fehlern seines Kontrahenten und baute diese aus. Wenig später ging sogar noch ein viertes Leg in Serie an den Schotten, der folglich mit einem 4:1 im Rücken zum ersten Pausentee durfte.

Nach der Unterbrechung ließ Wright eine Chance liegen, die ihm ein weiteres Break eingebracht hätte. Insgesamt zeigten sich beide Profis in dieser Phase bei eigenen Anwurflegs sehr sicher. So reichten dem Weltmeister im neunten 13 Würfe, doch Smith antwortete direkt und reduzierte seinen Rückstand zur zweiten Pause auf 4:6. Im Anschluss stellte Wright mit einem weiteren 13-Darter den alten Abstand wieder, doch der „Bully Boy“ antwortete wie zuvor auch sofort. Den Anwurf seines Gegners konnte Smith aber auch in der nächsten Situation nicht ansatzweise in Gefahr bringen. Im Gegensatz dazu erhielt Wright ein Leg später Breakdarts, konnte zwei Stück allerdings nicht verwerten. Auch im 15. Durchgang erlaubte sich der Schotte Fehler: er überwarf sich zunächst bei 88 Rest, weil er statt der Doppel-7 die Doppel-16 erwischte und konnte diese Punktzahl auch mit dem zweiten Versuch nicht auf Null bringen – erneut machte ihm die Doppel-7 einen Strich durch die Rechnung. Smith war zur Stelle, holte sich mit einem Treffer in der doppelten 6 das Break und verkürzte zum 7:8 aus seiner Sicht.

Den Ausgleich holte sich der Engländer dann nach der letzten Pause, als er 130 Punkte auf der Doppel-5 ausmachte. Auf der Zielgeraden wurde dieses Endspiel also nochmals richtig spannend. Smith hatte eine Möglichkeit zum kompletten Turnaround, verfehlte Tops jedoch. Umgekehrt konnte Wright wenige Minuten später drei Breakdarts nicht verwerten, die für die Vorentscheidung hätten sorgen können. Smith verwandelte in der Doppel-20 und stellte mit dem 9:9 wieder Parität her. Trotz einiger Schwierigkeiten auf den Doppelfeldern begab sich Wright wiederum in Front , doch Smith spielte anschließend ein hervorragendes Anwurfleg und sorgte mit einem 11-Darter für den alles entscheidenden Decider. Diesen durfte Wright beginnen, doch Smith rannte ihm mit starken Aufnahmen von 180 und 140 Punkten davon. Am Ende wurde es dennoch richtig dramatisch: Wright übte mit einer 171 Druck aus, doch Smith stellte sich mit 40 Restpunkten vor das Oche. Er setzte allerdings alle drei Matchdarts vorbei und musste machtlos mit ansehen, wie Wright bei 16 Rest zunächst zweimal außen vorbeiwarf und den dritten Pfeil mitten in der Doppel-8 versenkte. Peter Wright gewann das Endspiel mit 11:10 und bejubelte seinen dritten Major-Turniersieg.

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