Van Gerwen zu stark für Mensur Suljovic

An seinem dritten Turniertag ging das Masters in seine entscheidende Phase. Am Sonntagnachmittag wurden dabei die Viertelfinals ausgetragen. Den Anfang machten dabei Dave Chisnall und Stephen Bunting, ehe der Österreicher Mensur Suljovic Weltmeister Michael van Gerwen herausforderte. Im dritten Match standen sich Joe Cullen und James Wade gegenüber und anschließend beendeten Michael Smith und Peter Wright die Runde der letzten Acht.

Chisnall siegt problemlos über Bunting

Den Anfang machte also das rein englische Duell zwischen Dave Chisnall und Stephen Bunting. Während Chisnall am Freitagabend dank eines starken Comebacks gegen Daryl Gurney die Oberhand behielt setzte sich „The Bullet“ erst im Entscheidungsleg gegen Darren Webster durch. „Chizzy“ begrüßte das Publikum in Milton Keynes gleich mal mit fünf perfekten Pfeilen und kam begünstigt durch zwei Fehler seines Gegners zum sofortigen Break, welches er mit einem starken 11-Darter bestätigen konnte. Im Anschluss daran konnte Bunting sein erstes Erfolgserlebnis feiern, konnte sich darüber aber nur kurzzeitig freuen. Denn Chisnall war in dieser Anfangsphase speziell auf der Triple-20 hervorragend unterwegs, spielte noch Legs von 12 und 14 Darts und ging mit einem 4:1-Vorsprung von der Bühne – sein Average lag zu diesem Zeitpunkt bei fast 113 Zählern. Der Mann in gelb konnte sich auch die ersten beiden Legs nach der Unterbrechung schnappen und hatte sich mittlerweile ein Polster von fünf Legs aufgebaut. Erst als er sich im achten Leg drei Fehler auf Doppelfelder leistete konnte Bunting Tops treffen und ein zweites Leg für sich verbuchen. In den nächsten beiden Legs glänzte Bunting jeweils mit einem 104er-Highfinish und lag zur zweiten Pause nur noch mit 4:6 in Rückstand. Im Anschluss daran wollte Chisnall die Kontrolle über das Match wiedererlagen. Genau dies gelang ihm auch, er kam mit einem 94er-Finish zum Rebreak, welchem er das eigene Anwurfleg nachlegen konnte. Für Bunting wurde der Druck nun immer größer, was sich auch in seinen Würfen zeigte: bei 76 Rest verfehlte er mit dem zweiten Dart die große 16 und musste akzeptieren, dass auch dieses Leg an seinen Gegner ging. Kurios wurde es dann im 14. Leg: mit dem Rücken zur Wand stehend warf Bunting zunächst sieben perfekte Darts, warf mit den folgenden Aufnahmen aber insgesamt acht Mal an den Doppelfeldern vorbei. Chisnall ließ sich dann nicht mehr lange bitten, erwischte die Doppel-8 und steht nach dem 10:4-Erfolg als erster Halbfinalist fest.

Die beste Performance der ersten Runde gelang zweifellos Mensur Suljovic: er ließ Simon Whitlock nicht den Hauch einer Chance und kam am Ende auf einen 106er-Average. Heute wartete allerdings eine ungleich größere Aufgabe auf den Wiener – schließlich ging es gegen Titelverteidiger Michael van Gerwen. Der dreifache Weltmeister eröffnete mit einem 12-Darter, es gelang aber auch Suljovic, seinen ersten Anwurf sicher nach Hause zu bringen. Nachdem der dritte Durchgang wiederum an van Gerwen ging hatte „The Gentle“ eine Menge Möglichkeiten zum neuerlichen Ausgleich. Er warf jedoch sechs Darts an der Doppel-14 und einen an der Doppel-7 vorbei und brauchte sich dann nicht mehr zu wundern, dass sein niederländischer Gegner zum Break kam. Mensur erholte sich allerdings äußerst schnell davon und konterte mit einem starken 11-Darter zum 2:3-Pausenstand aus seiner Sicht. Van Gerwen kam mit einem weiteren 11-Darter zurück auf die Bühne und sorgte für ein weiteres Break, doch er scheiterte kurz darauf knapp an einem 128er-Finish und kassierte auch in dieser Situation das sofortige Rebreak. Auch das achte Leg folgte dem bisherigen Spielverlauf: van Gerwen startete mit sechs perfekten Darts, welche die Basis für ein weiteres Break und den Zwischenstand von 5:3 waren. Danach gelang es dem Weltranglistenersten nach längerer Zeit wieder, den eigenen Anwurf zu verteidigen, doch im zehnten Leg präsentierte sein österreichischer Gegner den Fans ein spektakuläres 161er-Finish und sorgte auf diese Weise dafür, dass sein Rückstand zur zweiten Pause nur noch 4:6 betrug. Nach der Unterbrechung warf der Niederländer dreimal an der doppelten 16 vorbei und schenkte seinem Gegner ein weiteres Break, doch er hatte die passende Antwort auf Lager und egalisierte das eben kassierte Break. Van Gerwen zog nun das Tempo an, brachte sein Anwurfleg durch, weshalb der Sieg war beim Stand von 8:5 bereits in Sichtweite war. Nachdem der Weltranglistenerste im 14. Leg 13 Darts benötigte wollte er es im 15. noch besser machen und startete mit Scores von 180 und 174 Punkten. Auch der siebte Dart steckte perfekt, der achte verfehlte allerdings die dreifache 17. Letztlich blieb dies natürlich folgenlos, Michael van Gerwen beendete die Partie mit einem 12-Darter und erreicht nach dem 10:5 das Semifinale.

Wright bezwingt den Vizeweltmeister

Genau wie im Auftaktmatch kam es auch in der dritten Partie zum Aufeinandertreffen zweier Engländer, als Joe Cullen es nämlich mit James Wade zu tun bekam. Der „Rockstar“ kam gleich im Auftaktleg zu einem Break, weil er 81 Punkte aus dem Bullseye ausmachen konnte. Nachdem auch die nächsten beiden Legs ans Hause Cullen gingen erhielt Wade erst im vierten den ersten Wurf auf ein Doppelfeld, verfehlte Tops allerdings und musste auch dieses Leg abgeben. Danach gelang „The Machine“ endlich sein erstes Erfolgserlebnis, der Rückstand zur Pause war mit 1:4 dennoch deutlich. Zurück auf der Bühne produzierte Wade zunächst ein Break, ehe er im siebten Leg weiter verkürzte und nur noch ein Leg Rückstand hatte. Dabei hatte er aber auch Glück, dass sein Gegner drei Breakdarts ungenutzt ließ. Wenig später zeigte Wade dann seine ganze Klasse, nahm 140 Punkte von der Scheibe und hatte den Ausgleich herbeigeführt. Die nächsten beiden Legs gingen ebenfalls an den Weltranglistenzehnten, der dadurch sechs Legs hintereinander für sich entschieden hatte und mit einem 6:4-Vorsprung in die Kabine ging. Nach der Pause machte Wade erstmal genau so weiter wie davor und holte sich mit 12 Darts ein siebtes Leg in Serie. Danach gelang es Cullen zwar, diesen Lauf zu unterbrechen, und Wade ließ sich davon aus der Ruhe bringen. Er setzte im 13. Leg ganze sechs Darts an Doppeln vorbei und hatte nur noch ein Leg Vorsprung auf seinen Konkurrenten. Allerdings war es nun an Cullen, mehrfach auf Doppelfelder zu patzen. Statt dem Ausgleich lag der „Rockstar“ nun beim Stand von 6:8 wieder mit zwei Legs hinten. Zudem scheiterte Cullen im nächsten Leg knapp an einem 116er-Finish, wodurch Wade auf der anderen Seite nur noch ein einziges Leg zum Sieg benötigte. Mit einem 101er-Highfinish machte Wade schließlich alles klar, gewann die Partie mit 10:6 und machte den Einzug ins Halbfinale perfekt.

Ein Platz im Halbfinale war nun noch offen, dieser wurde im Duell von Michael Smith und Peter Wright ausgespielt. Letztgenannter hatte schon im ersten Leg eine große Breakmöglichkeit, patzte aber dreifach auf Doppel. Zwar konnte Wright den Rückstand dann egalisieren, er leistete sich im dritten Leg aber erneut drei Fehlwürfe und schaffte dementsprechend auch hier kein Break. Mit einem 78er-Finish konnte „Snakebite“ dann den eigenen Anwurf nach Hause bringen, doch im fünften Leg holten ihn erneut seine Probleme beim Auschecken ein und er setzte drei weitere Möglichkeiten in den Sand. Stattdessen erwischte Smith Tops mit dem letzten Dart in der Hand und führte zur ersten Pause mit 3:2. Nach der Pause wartete man weiterhin auf das erste Break der Partie, wobei Smith im achten Leg die große Chance dazu hatte. Er verfehlte allerdings vierfach den äußeren Ring des Boards und ermöglichte seinem Gegner den Leggewinn. Wright bedankte sich und schaffte es im Anschluss daran seinerseits, für das erste Break der Begegnung zu sorgen. Wenige Minuten später zeigte der Weltranglistendritte ein 101er-Highfinish und ging deshalb mit einer 6:4-Führung in die zweite Unterbrechung. Nach der Pause meldete sich der „Bully Boy“ mit einem 12-Darter zurück, doch Wright war bei eigenem Anwurf ebenfalls souverän und hielt seinen Vorsprung aufrecht. Die nächsten beiden Legs wurden analog dazu sehr sicher vom jeweiligen Anwerfer gewonnen, ehe im 15. Leg des Spiels die Vorentscheidung fiel. Smith patzte vierfach auf Doppelfelder und ermöglichte „Snakebite“ ein Break, wodurch Wright nur noch ein Leg von der Ziellinie entfernt war. Diese konnte Peter Wright dann auch überschreiten, er beendete die Partie mit einem 118er-Highfinish und gewann die Begegnung mit 10:6.

 PDC Masters


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