Van Gerwen gewinnt das Masters zum fünften Mal in Folge

Am Sonntagabend fiel die Entscheidung beim PDC Masters 2019. Vier Spieler waren nun nur noch übrig und spielten zunächst die Vorschlussrunde gegeneinander aus. In der ersten Partie war Michael van Gerwen dabei Favorit gegen Dave Chisnall, ehe sich Peter Wright und James Wade gegenüberstanden. Im Anschluss daran wurde das Endspiel absolviert. Alle Spiele dieser Session wurden im Modus „best of 21 Legs“ ausgetragen.

Chisnall kommt letztlich nicht hinterher

Es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn man sagt, dass es für Dave Chisnall im Halbfinale gegen seinen Angstgegner ging. Seit Februar 2016 hat der Engländer nicht mehr gegen Michael van Gerwen gewonnen, wollte dies heute aber natürlich schaffen. Weil der Weltranglistenerste im Auftaktleg knapp an einem 144er-Finish scheiterte konnte Chisnall dieses für sich verbuchen, den gegnerischen Anwurf im nächsten Leg aber nicht attackieren. Zudem legte van Gerwen in dieser Phase einen Zwischenspurt ein und sicherte sich mit 13 und 12 Darts zwei Legs nacheinander. Das letzte Leg vor der Pause ging dann aber noch mit 13 Würfen an „Chizzy“, der zu diesem Zeitpunkt mit 2:3 hinten lag. Nach der Unterbrechung meldete sich van Gerwen mit dem ersten 170er-Finish des Turniers eindrucksvoll zu Wort. Im folgenden siebten Leg hatte er auch das nötige Glück, als sein Gegner knapp an der Doppel-19 vorbeiwarf und es van Gerwen so ermöglichte, einen Abstand von drei Legs aufzubauen - ein 141er-Finish des dreifachen Weltmeisters später betrug das Polster sogar vier Legs. Jetzt konnte Chisnall intervenieren und längerer Zeit mal wieder ein Leg auf seine Seite ziehen. Das darauffolgende zehnte Leg hatte er eigentlich schon abgeschrieben, doch „Mighty Mike“ warf urplötzlich sieben Mal an Doppelfeldern vorbei. Dieser Fehler rief Chisnall auf den Plan, der 70 Punkte löschte und zur zweiten Pause nur noch mit 4:6 in Rückstand war. Zurück auf der Bühne gelang dem Niederländer das sofortige Rebreak. Nachdem er sein eigenes Anwurfleg nachlegen konnte profitierte er im 13. Leg von fünf Fehlern seines englischen Gegners und baute seinen Vorsprung noch weiter aus. Chisnall steckte noch nicht auf und kam im nächsten Leg zu einem Break, ließ kurz darauf aber vier Möglichkeiten zum Leggewinn verstreichen. Van Gerwen konnte trotz vier eigener Patzer rebreaken und dafür sorgen, dass er mit einem 10:5-Vorsprung im Rücken in die dritte und letzte Pause ging. Van Gerwen, der nur noch ein einziges Leg benötigte, wollte natürlich möglichst schnell von der Bühne. Er verfehlte im 16. Leg aber ganze fünf Matchdarts und hielt Chisnall im Spiel. Letzterer konnte das eben vollbrachte Break bestätigen, um auf 7:10 aus seiner Sicht heranzukommen. Nun war aber der Zeitpunkt gekommen, an dem Michael van Gerwen das Spiel zu Ende brachte. Mit einem brillanten 10-Darter besiegelte er den 11:7-Erfolg und den Einzug ins Endspiel.

Wade entscheidet eine spannende Partie für sich

Der Finalgegner des Weltranglistenersten wurde im zweiten Semifinale zwischen Peter Wright und James Wade gesucht. „Snakebite“ kam hervorragend in die Partie hinein und eröffnete mit einem 11-Darter, Wade antwortete mit einem 78er-Checkout zum 1:1. Auch die nächsten beiden Legs wurden ohne besondere Vorkommnisse mit dem jeweiligen Anwurf gewonnen, ehe Wright im fünften Leg dreifach auf Doppelfelder patzte. So konnte Wade die Doppel-20 treffen, um für das erste Break der Partie zu sorgen und sich selbst zur ersten Pause in Front zu bringen. Wade bestätigte dieses Break wenige Minuten später und hatte als erster Spieler geschafft, einen Abstand von zwei Legs aufgebaut, doch dieser hielt nicht lange, weil Wright im siebten Durchgang 69 Punkte von der Scheibe nahm. Durch das darauffolgende Break konnte der Weltranglistendritte nach acht absolvierten Legs Parität herstellen. Allerdings warf er im nächsten Leg ganze acht Male am äußeren Ring des Boards vorbei und brauchte sich über ein Break gegen sich nicht mehr zu wundern. Doch Wright hatte die passende Antwort parat, erzielte das erhoffte Rebreak und sorgte dafür, dass beim Pausenstand von 5:5 noch alles offen war. Zurück auf der Bühne vollbrachte „The Machine“ ein Break, verpasste anschließend aber zwei Chancen, um dieses auch zu bestätigen – Wright bedankte sich und stellte auf 6:6. Komplett analog zu den beiden vorangegangenen Legs verliefen die nächsten beiden: Wade legte mit dem Break vor, doch sein schottischer Gegner machte dieses mit einem 100er-Finish ungeschehen. Danach konnte Wright seinen Anwurf retten, wodurch er eine 8:7-Fürhung mit in die dritte und letzte Unterbrechung nahm. Nach der Pause spielten beiden Profis jeweils einen 13-Darter, dabei handelte es sich wiederholt um Breaks. Im 18. Leg verteidigte Wade dann sein Anwurfleg und sorgte beim Stand von 9:9 für maximale Spannung. Ein Leg später gelang dem Engländer ein ganz starker Moment: er zeigte ein Highfinish in Höhe von 104 Punkten, erzielte ein weiteres Break und brauchte nur noch ein Leg zum Sieg. Zunächst musste er aber eine Schrecksekunde überstehen, weil Wright beinahe noch 148 Punkte ausgemacht hätte. Doch dies gelang letztlich nicht, sodass Wade seinen Matchdart in der Doppel-10 unterbrachte und nach dem 11:9-Sieg ins Endspiel einzog.

Nie gefährdeter Turniersieg für van Gerwen

Wer würde sich also den ersten TV-Titel der neuen Saison sichern? Michael van Gerwen, dreifacher Weltmeister und vierfacher Titelträger des Masters war bei diesem Wettbewerb seit 19 Partien ungeschlagen und klarer Favorit. Doch James Wade, der das Masters im Jahr 2014 für sich entscheiden konnte wollte dem Weltranglistenersten einen Strich durch die Rechnung machen. Van Gerwen warf den ersten Pfeil dieses Endspiels und schnappte sich das Auftaktleg mit 13 Würfen, setzte ein Leg später allerdings gleich fünf Darts außen an der Doppel-16 vorbei. Wade bedankte sich und feierte sein erstes Erfolgserlebnis. Der Niederländer erholte sich jedoch schnell von diesem Rückschlag und brachte kurz darauf 124 Zähler auf dem Bullseye auf Null; auch in dieser Situation gelang Wade der sofortige Ausgleich. Auch nach fünf absolvierten Legs war noch alles in der Reihe und van Gerwen ging mit einer 3:2-Führung in die Kabine. Zurück vor den Kameras holte sich „The Machine“ in gewohnter Manier den neuerlichen Ausgleich. Erst als sich Wade im achten Leg drei Fehler auf Doppelfelder erlaubte wurde das bisherige Muster aufgebrochen. Van Gerwen, der wenige Momente vorher den eigenen Anwurf durchgebracht hatte kam nun zum ersten Break der Partie. Der Weltranglistenerste zog das Tempo jetzt mächtig an, zeigte in der Folge noch Checkouts von 124 und zum zweiten Mal an diesem Abend 170 Punkten und hatte sich zur zweiten Unterbrechung einen komfortablen Vorsprung von 7:3 erarbeitet. Wade hatte sich natürlich längst nicht aufgegeben und meldete sich mit einem 11-Darter und dem damit verbundenen Break zurück, konnte aber nicht nachlegen und kassierte das sofortige Rebreak. Im 13. Leg verteidigte der Weltranglistenerste anschließend den eigenen Anwurf, vergab wenig später aber drei Breakdarts, um dem Turniersieg noch näher zu rücken. Wade rettete demzufolge sein Anwurfleg, scheiterte ein Leg später aber am Bullseye. So konnte van Gerwen 70 Punkte auschecken, um beim Stand von 10:5 nur noch ein Leg vom Sieg entfernt zu sein. Als Wade schließlich im 16. Leg seine letzten beiden Möglichkeiten liegen ließ war es soweit, Michael van Gerwen machte den 11:5-Triumph und den fünften Masters-Titel perfekt.

 PDC Masters


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