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Van Gerwen erst unglaublich stark – und auf einmal schwach

Die vier verbliebenen Erstrundenpartien des Masters 2018 standen am Samstagabend auf dem Programm. Den Auftakt im englischen Milton Keynes machte dabei das Duell zwischen Simon Whitlock und James Wade. Im Anschluss daran kam es zum Kräftemessen von Daryl Gurney und Gerwyn Price, ehe Gary Anderson es mit Benito van de Pas zu tun bekam. Für den Abschluss der ersten Turnierrunde sorgten dann noch Titelverteidiger Michael van Gerwen und Kim Huybrechts.

Wade und Price siegen – Whitlock mit acht perfekten Darts

Mit Simon Whitlock und James Wade eröffneten zwei äußerst erfahrene Spieler den Samstagabend, allerdings lassen sich zurzeit unterschiedliche Tendenzen erkennen. Whitlock war nach einigen Jahren Abstinenz wieder in die Premier League berufen worden, Wade stattdessen auch als Folge seines Erstrundenausscheidens bei der Weltmeisterschaft nicht mehr. Ohne größerer Schwierigkeiten sicherte sich Whitlock das erste, selbst begonnene Leg. Auch Wade kam ganz gut in die Partie herein und glich unverzüglich aus. Ein 14-Darter ließ den Australier wieder in Führung gehen, diesem ließ er nun aber auch ein Break folgen, hierzu checkte er 69 Punkte mit zwei Darts. Ein vergebener Wurf auf das Bullseye kostete Whitlock danach einen noch höheren Vorsprung, denn Wade spielte einen ganz starken 11-Darter inklusive 81er-Checkout zum sofortigen Rebreak. Mit einem 2:3-Rückstand ging „The Machine“ also in die erste Pause. Im Anschluss daran bekam Wade, Titelträger von 2014, die Chance zum Ausgleich, da er allerdings zwei Möglichkeiten auf Doppel ausließ, kam Whitlock wiederum zum Break. Dieses Bild sollte auch im Leg danach fortgesetzt werden, Wade gelang ein 14-Darter zu einem weiteren Break, und jetzt wollte er auch endlich den Ausgleich vollbringen. Whitlock machte ihm jedoch beinahe einen Strich durch die Rechnung, denn er warf zwei perfekte Aufnahmen und scheiterte auch nur knapp an einem 100er-Checkout. Wade machte es auf den Doppelfeldern besser, löschte 96 Punkte via 20, Doppel-18 und Doppel-20 und glich zum 4:4 aus. Wade kam jetzt in Fahrt und schaffte noch ein Break, hierzu benötigte er 14 Pfeile; er ging somit zum ersten Mal überhaupt in Front. Weil „The Wizard“ im zehnten Leg der Partie kein 104er-Checkout gelang, traf Wade eine Aufnahme später die Doppel-10 und durfte sich freuen, mit einer 6:4-Führung in die Pause zu gehen.

Simon Whitlock musste sich trotz ansprechender Leistung geschlagen geben Schatten

Für das bisherige Highlight der Partie sorgte Whitlock im Leg nach der zweiten Unterbrechung, als er 142 Punkte via zweimal Triple-17 und Doppel-20 mitnahm. Weil es der Australier im Leg danach weniger gut machte und einen Dart auf das Bullseye zum Ausgleich vergab, erhöhte Wade auf der Doppel-10 seinen Vorsprung wieder auf zwei Legs. Die Doppel-4 stand am Ende des nächsten Legs, welches in Richtung Whitlock ging. Dieser hatte zunächst nur knapp ein 136er-Finish verpasst, hatte aber genug Zeit, um wieder auf 6:7 zu verkürzen. Auch im vierzehnten Leg wusste Wade, den Ausgleich zu verhindern. Dazu brachte er unter Druck das Shanghai-Finish von 120 Punkten zustande, der Abstand von zwei Legs war wiederhergestellt. Mit einem 70er-Checkout kam Whitlock wieder ran, beim Stand von 7:8 aus seiner Sicht blieb im jedoch immer weniger Zeit, ein dringend benötigtes Break zu schaffen. Als Wade locker das Leg zum 9:7 gewann, stand Whitlock jetzt unter maximalem Druck. Und dieses meisterte er zunächst unfassbar stark. Nach zwei 180ern hatte er die Möglichkeit zum 9-Darter. Nach Treffern in der dreifachen 20 und dreifachen 19 verpasste er allerdings zur Enttäuschung der meisten Anwesenden die entscheidende Doppel-12; das Leg sicherte er sich trotzdem per 11-Darter. Jetzt hatte Wade aber bei eigenem Anwurf natürlich die ganz große Chance zum Sieg, und er nutzte sie auch. Wade gewinnt also mit 10:8, zeigte eine solide Vorstellung und spielte knapp 96 Punkte im Schnitt und traf exakt de Hälfte seiner Versuche auf Doppelfelder. Whitlock scheidet dagegen mit einem Average von gut 97 Punkten und einer Doppelquote von rund 38 Prozent aus.

James Wade fährt beim Masters einen psychologisch wichtigen Sieg ein Schatten

Weiter ging es mit der Begegnung zwischen Daryl Gurney und Gerwyn Price. Beide feierten nicht nur ihr Debüt beim Masters, sondern werden dies auch in der am Donnerstag beginnenden Premier League tun. Gurney durfte beginnen und kam sehr gut ins Match, am Ende eines 15-Darters stand ein 102er-Highfinish. Mit seiner letzten Möglichkeit auf der doppelten 10 glich Price aus, ehe er diesem per 104er-Highfinish auf der Doppel-12 ein Break nachlegte. Das dritte Highfinish der Partie, diesmal waren es 112 Punkte von „Superchin“, sorgte für das direkte Rebreak und damit auch für den Ausgleich. Vor der ersten Pause folgte dann tatsächlich noch ein Break. Gurney vergab einen Dart auf die doppelte 16, Price traf stattdessen Tops und ging mit der 3:2-Führung in die Unterbrechung. Der „Iceman“ kam aus dieser auch stark heraus, dank eines 13-Darters hatte er erstmals einen Vorsprung von zwei Legs. Auf der doppelten 18 kam der Mann aus Nordirland zunächst wieder auf ein Leg heran, ehe ihm im darauffolgenden Leg der 4:4-Ausgleich gelang. Dazu checkte er 94 Punkte via Bullseye, 12 und Doppel-16; Price hatte vorher zwei Chancen auf der doppelten 12 vergeben. Ein erfolgreicher Wurf auf die Doppel-20 brachte Gurney das dritte Leg nacheinander, dieses Mal war Price aber zur Stelle und löschte 108 Restpunkte zum ausgeglichenen 5:5-Pausenstand.

Daryl Gurney zog gegen Gerwyn Price den Kürzeren Schatten

Auf der doppelten 9 griff Gurney sich das erste Leg der dritten Session, welches der Waliser aber prompt mit einem Treffer in der Doppel-3 egalisierte. Diesen guten Moment nutzte Price auch im Leg danach, per 12-Darter breakte er seinen Kontrahenten, welches er im darauffolgenden Leg bestätigen konnte; er führte zu diesem Zeitpunkt mit 8:6. Gurney konnte zwar das nächste Leg für sich entscheiden, doch als Price schon wenige Minuten später die Doppel-6 traf, fehlte ihm nur noch ein Leg zum Weiterkommen. Und dieses Vorhaben war schon ein Leg später erledigt. Gurney vergab bei 115 Restpunkten einen Dart auf die Doppel-18, es war seine letzte Chance, um im Spiel zu bleiben. Price nahm 47 Restpunkte mit und steht nach dem 10:7-Erfolg im Viertelfinale. Heute spielte er einen Average von fast 99 Punkten, eine Doppelquote von etwa 41 Prozent (hinzu kamen noch acht 180er), während der Unterlegene auf Werte von knapp 97 Punkten im Schnitt pro Aufnahme und 47 Prozent erfolgreicher Versuche auf die Doppelfelder kommt.

Gerwyn Price zeigte am ersten Spieltag des Masters, warum er für die Premier League nominiert wurde Schatten

Schwacher Anderson problemlos gegen noch schwächeren van de Pas

Die dritte Begegnung des Abends fand zwischen Gary Anderson und Benito van de Pas statt. Das erste Leg verlief aus Sicht Andersons etwas holprig, allerdings kam auch van de Pas schlecht ins Spiel, letztendlich sicherte sich der Schotte Leg Nummer eins mit dem neunzehnten Pfeil. Per 85er-Finish gelang Anderson im Anschluss daran das erste Break des Spiels, welchem er mit einem 78er-Checkout auch das dritte Leg folgen ließ. Auf der doppelten 10 griff sich der „Flying Scotsman“ auch das nächste Leg, sein Gegner hatte bis hierhin nicht einen Versuch auf Doppelfelder erhalten. Dies änderte sich im fünften Leg, van de Pas bekam bei 115 Restpunkten eine Chance. Und diese wusste er auch zu nutzen, traf abschließend die Doppel-19 und ging mit einem 1:4-Rückstand in die Pause. Weil Anderson nach dieser drei Möglichkeiten auf die Doppel-20 verfehlte, kam van de Pas zu seinem ersten Break; er kassierte allerdings schon wenige Minuten später das Rebreak. Diesem ließ Anderson das 6:2 folgen, was ihm per 109er-Highfinish gelang. Im Leg danach traf der Schotte die doppelte 18 und sorgte auf diese Weise für ein weiteres Break. Als Anderson schon kurze Zeit später 68 verbliebene Punkte mit drei Darts auf null brachte, ging er mit der klaren 8:2-Führung in die zweite Unterbrechung.

Benito van de Pas zeigte die schwächste Leistung aller Masters-Teilnehmer Schatten

Ein 16-Darter mit der abschließenden Doppel-10 brachte Anderson sein neuntes Leg, sodass ihn nur noch eines dieser Art vom Viertelfinaleinzug trennte. Er bekam im nächsten Leg dann auch gleich die Möglichkeit zum Sieg, jedoch misslangen ihm drei Matchdarts. Van de Pas war zur Stelle, nahm 74 Punkte mit zwei Darts mit und stellte auf 3:9 aus seiner Sicht. Als Anderson ein Leg später einen weiteren Matchdart auf Tops vergab, war van de Pas wieder da und brachte 67 Restpunkte auf null. Und auch im vierzehnten Leg erhielt der Niederländer eine Chance. Bei 116 Punkten verfehlte er aber die gewünschte Doppel-18 – es war sein erster Fehler auf Doppelfelder überhaupt. Anderson wollte das Match in diesem Moment natürlich zu machen – und mit einem 99er-Checkout gelang ihm das auch. Anderson feiert mit dem 10:4-Erfolg also einen gelungenen Saisonstart, wusste aber kaum zu überzeugen. Ein Average von nicht mal 91 Punkten und eine Doppelquote von 37 Prozent sind deutlich unterhalb dessen, was Anderson eigentlich draufhat. Van de Pas spielte zwar eine tolle Doppelquote von 80 Prozent – sein schwaches Scoring von knapp 83 Punkten im Schnitt pro Aufnahme kostete ihn allerdings Würfe auf Doppelfelder: Er bekam in 14 Legs nur fünf Chancen. Anderson trifft morgen im Viertelfinale auf Gerwyn Price.

Gary Anderson gewann trotz Rückenschmerzen gegen Benito van de Pas Schatten

Den Abschluss der Erstrundenpartien machte dann noch das Aufeinandertreffen von Michael van Gerwen und Kim Huybrechts. Es war van Gerwens erstes Spiel nach dem dramatischen Aus im WM-Halbfinale gegen Rob Cross. Zwar blieb abzuwarten, inwieweit sich der Weltranglistenerste davon erholt hatte, aber kaum jemand rechnete damit, dass Huybrechts ein echter Stolperstein werden könnte. Die erste Aufnahme des Titelverteidigers war gleich eine 180, und das Checkout von 91 Punkten besiegelte einen 12-Darter. Im zweiten Leg gelang auch Huybrechts sein erstes Maximum, und auf der Doppel-16 schaffte er den Ausgleich. Mit einem 13-Darter setzte sich van Gerwen wieder in Führung, mit einem noch besseren 11-Darter erhöhte er diese. Auch das letzte Leg vor der ersten Unterbrechung ging in Richtung van Gerwen, der 92 Punkte mit zwei Darts löschte und zu diesem Zeitpunkt mit 4:1 in Front lag. Nachdem die Pause zu Ende war, spielte der Niederländer zunächst einen 13-Darter und traf ein Leg später die Doppel-7 zum 6:1. Für das bisherige Highlight dieses Spiels sorgte van Gerwen im achten Leg, als er 132 Punkte via Single Bull, Triple-19 und Bullseye für ein weiteres Break von der Scheibe nahm. Dabei handelte es sich um einen 12-Darter, und auch im Leg danach benötigte van Gerwen ebenso wenig Würfe, um 501 Punkte auf null zu bringen; mittlerweile stand 8:1 pro van Gerwen. Auch das zehnte Leg ging genau wie die sieben vorangegangenen an van Gerwen, dieses Mal hatte Huybrechts nach längerer Zeit wieder Möglichkeiten auf Doppelfelder. Er vergab jedoch zwei Chancen, van Gerwen versenkte seinen Dart in der doppelten 14, mit dem Zwischenstand von 9:1 ging es nochmal in eine Pause.

Kim Huybrechts zeigte kurzzeitig gegen Michael van Gerwen, was er kann Schatten

Van Gerwen wollte den Sack jetzt natürlich zumachen, am besten schon im ersten Leg nach dieser Unterbrechung. Er erhielt dazu auch drei Pfeile für 40 Restpunkte, setzte jedoch völlig überraschend alle drei zu hoch an. Huybrechts blieb am Leben und traf die Doppel-10 für sein zweites Leg. Ein Leg später bekam van Gerwen die nächste Möglichkeit bei 112 Restpunkten. Er konnte sich keinen weiteren Matchdart erspielen, stellte sich aber 32 Rest. Huybrechts hatte noch 88 Punkte übrig und machte diese tatsächlich auf dem Bullseye aus, 3:9 hieß es jetzt aus seiner Sicht. Auf einmal hatte der Belgier Oberhand und spielte wie verwandelt; sein vierter Leggewinn war ein 12-Darter inklusive 107er-Highfinish, sein fünfter ein 11-Darter inklusive 84er-Checkout. Van Gerwen war in beiden Fällen nicht mal im Finishbereich angekommen, dies änderte sich ein Leg später. Van Gerwen trat mit 134 Zählern ans Board, traf aber schon das erste Triple nicht; er konnte sich nur 36 stellen. Huybrechts war bei 160 verbliebenen Punkten, kam ans Oche und checkte sensationell, van Gerwens Vorsprung schmolz auf nur noch drei Legs, Huybrechts hatte fünf nacheinander gewonnen. Jetzt hatte van Gerwen aber endgültig genug gesehen, spielte bei eigenem Anwurf einen 14-Darter und gewinnt nach einem klar erkennbaren Leistungsabfall mit 10:6. Nachdem der Weltranglistenerste zwischenzeitlich einen Average jenseits von 110 Punkten hatte, lag dieser am Ende bei „nur noch“ knapp 103 Punkten, gepaart mit einer Doppelquote von 60 Prozent. Huybrechts holte toll auf, der Rückstand war aber einfach zu groß. Bei ihm stehen ein Average von 96,5 Punkten und eine Doppelquote von genau 40 Prozent. Van Gerwen wird sich im morgigen Viertelfinale mit James Wade messen.

Michael van Gerwen zeigt am zweiten Spieltag des Masters, wo der Hammer hängt Schatten

Alexander Kuck

 PDC Masters

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