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Van den Bergh stellt Turnierrekord auf

Wie üblich stand mit dem Grand Slam of Darts Mitte November auch 2020 eines der ganz großen Turniere der PDC in den Startlöchern, und doch waren zwei Dinge ganz anders als im Vorjahr: das Event wird hinter verschlossenen Türen in Coventry und nicht in Wolverhampton ausgetragen und statt acht Vertretern schickte die mehr und mehr in der Bedeutungslosigkeit versinkende BDO nur zwei Teilnehmer ins Rennen. Traditionell wird beim Grand Slam zunächst im Gruppenformat gespielt, sodass am Montagnachmittag die jeweils ersten beiden Partien der Gruppen B, D, F und H über die Bühne gebracht wurden – im Einsatz waren unter anderem Rob Cross, James Wade, Nathan Aspinall, Glen Durrant und Gary Anderson. Alle Gruppenspiele werden im kurzen Format „Best of 9 Legs“ absolviert.


Cross zum Start problemlos – Chisnall überlebt Matchdarts

Gleich im ersten Spiel des Tages war Ex-Weltmeister Rob Cross im Einsatz. Der Engländer macht zurzeit ein Formtief durch und erzielte kaum ein Erfolgserlebnis. Gegen den sehr erfahrenen Justin Pipe wollte er dies abschütteln und einen positiven Start hinlegen. Nachdem „Voltage“ eigentlich gut begonnen hatte und per 13-Darter direkt zum Break gekommen war, patzte er fünffach auf Doppel und kassierte genau so schnell das Rebreak. Allerdings war Cross beim Scoring der klar bessere Spieler, sodass er die nächsten beiden Legs ungefährdet für sich entschied. Pipe erhielt erst im fünften Leg wieder eine Möglichkeit, warf jedoch an der Doppel-16 vorbei. Cross bedankte sich mit dem Break, bestätigte dieses mit einem 14-Darter und gewann letztlich mit 5:1.

Genau wie Cross und Pipe waren auch Dave Chisnall und Luke Humphries Teil der Gruppe D und trafen nun im direkten Duell aufeinander. Nachdem das Auftaktleg an „Chizzy“ gegangen war, taten sich beide sehr schwer auf den Doppelfeldern, doch letztlich war Humphries mit seinem siebten Versuch erfolgreich und bestrafte sechs Fehler seines Gegners. Davon beflügelt, zeigte „Cool Hand Luke“ starke Legs von 11 und 13 Darts, ehe Chisnall mit einem 14-Darter dazwischenging und auf 2:3 verkürzte. Da Humphries wenig später dreimal an der Doppel-20 vorbeigeworfen hatte, holte sich Chisnall das dringend benötigte Break, sicherte sich anschließend sogar ein drittes Leg in Folge und stand plötzlich selbst kurz vor dem Sieg. Humphries sorgte per 13-Darter zwar für den Decider, ließ dort jedoch zwei Matchdarts liegen. Chisnall konzentrierte sich nochmal, traf die Doppel-3 und entschied die Partie tatsächlich zu seinen Gunsten.

Wade lässt gegen „The Heat“ nichts anbrennen

Weiter ging es mit der stark besetzten Gruppe F. Der zweimalige Grand Slam-Finalist James Wade machte gegen Damon Heta den Anfang. „The Machine“ musste das Premierenleg zwar an seinen Gegner abgeben, zeigte dann aber einen 12-, einen 14- sowie einen 13-Darter und übernahm so schnell das Kommando in dieser Begegnung. Heta verkürzte zwar mit einem Treffer in der Doppel-16, doch Wade präsentierte sich bei seinen Anwürfen sehr souverän und stellte den alten Abstand gleich wieder her. Kurz darauf war die Angelegenheit sogar schon erledigt, Wade zeigte zum Abschluss ein 71er-Checkout und siegte schlussendlich mit 5:2.

Anschließend fand das erste Match der Gruppe B statt, als sich Simon Whitlock und Ryan Searle gegenüberstanden. „Heavy Metal“ eröffnete mit einem souveränen 86er-Finish, ehe Whitlock ebenso sicher 96 Punkte auf Null brachte. Da Searle im darauffolgenden Leg vier Patzer eingestreut hatte, übernahm sein australischer Gegner sogar die Führung, doch Searle antwortete umgehend mit einem 13-Darter. Nachdem Whitlock mit einem spektakulären 96er-Finish über zweimal Doppel-19 das nächste Break erzielt hatte, konterte Searle mit einem 14-Darter und hielt die Partie mit dem 3:3 weiter offen. Doch dann unterlief dem Engländer der entscheidende Fehler: einen wichtigen Pfeil setzte er an der Doppel-12 vorbei. Whitlock traf seinerseits genau dieses Feld und machte mit dem daran anschließenden Anwurfleg alles klar. Am Ende stand ein 5:3-Sieg für den „Wizard“ zu Buche.

Durrant noch ganz weit von seiner Normalleistung entfernt

Kurze Zeit nach seinem Premier League-Triumph wurde Glen Durrant positiv auf COVID-19 getestet und blieb dabei nicht symptomfrei. Nachdem er durch die Erkrankung die European Championship verpasst hatte, konnte er an der Winter Series wieder teilnehmen, schnitt dort aber schlecht ab. Ganz anders lief es für seinen Gegner Jermaine Wattimena: als bestplatzierter, noch nicht für den Grand Slam qualifizierter, Spieler sicherte er sich das Ticket nach Coventry. Der Niederländer kam dank eines 74er-Finish frühestmöglich zum Break und sicherte sich auch den zweiten Durchgang auf der Doppel-20. Genau dieses Doppel verhalf Wattimena auch zum 3:0, er traf es bei 80 Restpunkten sogar zweimal. Durrant kam überhaupt nicht in die Partie hinein und erhielt auch im vierten Leg keinen Wurf auf Doppelfelder. Danach gelang „Duzza“ auf der Doppel-18 endlich das ersehnte Erfolgserlebnis, doch mehr war mit einem Average von unter 80 Punkten nicht machbar. Wattimena nutzte seinen zweiten Matchdart auf der doppelten 16 und freute sich über den klaren 5:1-Erfolg.

Jetzt ging es auch in der Gruppe H los. Der amtierende BDO-Weltmeister Wayne Warren forderte im ersten Match Nathan Aspinall heraus. Trotz ein paar Unsicherheiten auf Doppel, konnte „The Asp“ das Auftaktleg für sich entscheiden, ehe er mit einem 15-Darter ein Break hinterherlegte. Bei Warren wurde schnell deutlich, dass er seit seinem Titelgewinn im Januar kaum Matchpraxis sammeln konnte. Er konnte gegen den 12-Darter seines Gegners im dritten Leg ebenso wenig anrichten wie gegen das 124er-Bullfinish im vierten. Warren traf insgesamt viel zu wenige Triplefelder, rutschte oft ins 5er-Segment ab und erhielt aufgrund des Averages von gerade mal 70 Punkten bis zum Schluss nicht einen Wurf auf Doppel. Aspinall spielte seinen Stiefel ganz entspannt herunter und erlebte mit den 5:0 einen Traumstart ins Turnier.

In der zweiten Begegnung der Gruppe H bekam es World Matchplay-Sieger Dimitri Van den Bergh mit Ricky Evans zu tun. Evans überstand im Auftaktleg einen Breakdart gegen sich und legte dementsprechend vor, doch das ließ Van den Bergh nicht lange auf sich sitzen. Er startete mit Scores von 180 und 177 Punkten in den zweiten Durchgang und zielte auch mit den nächsten beiden Darts punktgenau. Erst der neunte flog vergleichsweise deutlich an der Doppel-12 vorbei, es wäre der zweite 9-Darter des Belgiers beim Grand Slam nach 2018 gewesen. Letzten Endes brillierte er mit einem 10-Darter und ließ diesem einen 12-Darter inklusive 140er-Checkout folgen. Der „Dreammaker“ machte mit einem 14-Darter weiter und erhöhte auf 3:1. Evans spielte seinerseits überhaupt nicht schlecht, ließ im fünften Leg jedoch eine seiner seltenen Chancen ungenutzt und durfte sich Augenblicke später ein 86er-Bullfinish seines Gegners ansehen. Van den Bergh ließ sich nicht mehr aufhalten und machte letztlich mit einem 15-Darter alles klar. Dimitri Van den Bergh traf die Doppelfelder bei seinem 5:1-Sieg zu 50 Prozent und kam auf einen Average von 114,85 Punkten – damit stellte er eine Bestmarke für den Grand Slam of Darts auf.

Anderson quält sich zum Auftaktsieg

Zum Abschluss der Nachmittagssession fehlte nur noch Gary Anderson. Der frühere Doppelweltmeister musste die Winter Series nach dem ersten Tag verletzungsbedingt verlassen und war nicht nur deshalb in Coventry eine große Unbekannte. Sein Gegner Adam Gawlas stellte natürlich trotzdem eine Pflichtaufgabe dar. Gawlas, der sich als Vize-Juniorenweltmeister erstmals für den Grand Slam qualifiziert hatte, zeigte zu Beginn einige gute Scores, warf dann aber drei Pfeile am äußeren Ring vorbei und wurde von Anderson mit einem 112er-Highfinish bestraft. Gawlas kam mit einem ordentlichen 13-Darter aber sofort zum Rebreak und übernahm auf der Doppel-12 kurz darauf die Führung. Dem „Flying Scotsman“ war das Handicap deutlich anzusehen, er erwischte vermehrt die 5 oder die 1 und lag zu diesem Zeitpunkt nur bei rund 75 Punkten im Schnitt pro Aufnahme. Auf den Doppelfeldern lief es dagegen besser, Anderson verwandelte auch seinen zweiten Versuch und glich zum 2:2 aus. Gawlas hatte in dieser Situation einmal an der Doppel-16 vorbeigeworfen und ließ auch im fünften Durchgang zwei Möglichkeiten liegen. Anderson war in diesem Moment zur Stelle, zeigte im Anschluss daran ein 68er-Finish und benötigte mittlerweile nur noch einen Leggewinn. Da Anderson wenig später knapp an 160 Restpunkten gescheitert war, holte sich Gawlas noch sein drittes Leg, doch dann konnte Anderson den Sack zumachen. Obwohl der Schotte nur auf einen Average von knapp 84 Punkten gekommen war, gewann er mit 5:3.

Grand Slam of Darts


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