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Van den Bergh und Whitlock gewinnen Viertelfinal-Krimis

Nachdem mit José de Sousa und James Wade die ersten beiden Halbfinalisten bereits feststanden, wurden in der zweiten Session am Sonntagabend ihre dortigen Gegner gesucht. Dabei waren mit Nathan Aspinall und Dimitri Van den Bergh zunächst zwei Spieler an der Reihe, die sich mit zuletzt starken Leistungen in den Kreis der Titelkandidaten vorarbeiteten. Danach folgte Michael van Gerwen, der sich in Coventry bislang ebenfalls von einer sehr guten Seite präsentierte. Heute wollte er Simon Whitlock schlagen, um weiter im Rennen um seinen vierten Grand Slam-Titel zu verbleiben.

Aspinall muss sich erst im Entscheidungsleg beugen

Dimitri Van den Bergh war bislang der herausragende Spieler dieses Events. In vier Partien gab er lediglich sechs Legs an seine Gegner ab und kam jedes Mal auf einen dreistelligen Average. Dagegen startete Nathan Aspinall etwas schleppend in das Turnier, zeigte im Achtelfinale jedoch eine Top-Leistung und schickte Titelverteidiger Gerwyn Price nach Hause. Als die beiden in der Gruppephase bereits gegeneinander spielten, setzte sich der World Matchplay-Sieger klar mit 5:1 durch. Van den Bergh eröffnete den Abend gleich mit zwei 180ern, konnte das Auftaktleg aber dennoch nicht gewinnen, weil er eine Möglichkeit auf der Doppel-18 ausließ. Wenig später traf der Belgier dann genau dieses Doppelfeld, scheiterte anschließend aber knapp an 144 Restpunkten. Aspinall rettete seinen Anwurf, sorgte mit einem 12-Darter für das allererste Break und vergab drei Möglichkeiten, um dieses zu bestätigen. Van den Bergh bedankte sich mit einem 72er-Finish und lag zu diesem Zeitpunkt nur mit 2:3 hinten. Nach der Unterbrechung patzte der „Dreammaker“ gleich vierfach und kassierte direkt das nächste Break, machte dieses mit einem starken 12-Darter aber erneut direkt wieder wett. Vergleichbar dazu stellte sich die Situation in den nächsten beiden Legs dar: Van den Bergh konnte seinen Anwurf aufgrund von sechs Fehlwürfen erneut nicht verteidigen, profitierte dann aber selbst von gegnerischen Fehlern und produzierte das sofortige Rebreak. Nachdem dann auch die nächsten beiden Legs gegen den Anwurf gewonnen wurden – Aspinall tat dies mit einem 13-Darter – setzte Van den Bergh dieser Serie ein Ende: der Treffer in der Doppel-16 war gleichbedeutend mit dem 6:6-Ausgleich.

Doch danach schlichen sich beim zweimaligen Juniorenweltmeister die Fehler ein: in jedem der nächsten drei Legs bekam er eine Chance zum Auschecken, konnte diese aber in keinem Fall wahrnehmen. Aspinall nutzte dies eiskalt aus und sorgte letztlich mit einem 14-Darter dafür, dass er noch vor der dritten Pause auf 9:6 aus seiner Sicht erhöhen konnte. Van den Bergh kam mit sechs perfekten Darts und einem 14-Darter zurück auf die Bühne, doch „The Asp“ stellte den vorherigen Abstand umgehend wieder her. Das gleiche Bild gab es auch in den beiden darauffolgenden Legs zu beobachten: Van den Bergh reduzierte seinen Rückstand mit einem 110er-Highfinish, Aspinall beantwortete dies mit einem 13-Darter. Kurz vor der letzten Pause gelang dem Belgier noch ein starker 12-Darter, sodass er zu diesem Zeitpunkt mit 9:11 im Hintertreffen war.

Im Anschluss daran produzierte Van den Bergh mithilfe eines 130er-Bullfinishes das erhoffte Break und schaffte es mit dem 11:11 zudem auch, erstmals seit dem 6:6 wieder Parität herzustellen. Per 14-Darter konnte Aspinall die Serie von drei verlorenen Legs nacheinander beenden, Van den Bergh brachte sein Anwurfleg ebenfalls problemlos nach Hause. Im Anschluss daran hatte Van den Bergh Glück, dass Aspinall haarscharf an 161 Restpunkten scheiterte. Der Belgier kam seinerseits mit einem 13-Darter zum Break, legte einen 11-Darter hinterher und benötigte mittlerweile nur noch zwei weitere Legs. Aspinall verkürzte mit dem nächsten 13-Darter und beobachtete anschließend, wie Van den Bergh vier enorm wichtige Darts am äußeren Ring vorbeisetzte. Aspinall selbst nutzte die einzige Möglichkeit auf Tops und glich durch dieses Break auf 14:14 aus. Beide Profis verteidigten anschließend ihr eigenes Anwurfleg, sodass dieses Viertelfinale tatsächlich erst im 31. Leg entschieden wurde. Während Van den Bergh genau im richtigen Moment Scores von 134 sowie 138 Punkten gelangen, punktete Aspinall zunächst zu schwach, eine 180 von ihm kam zu spät. Denn Van den Bergh hatte nur noch 36 Punkte übrig und nutzte seinen zweiten Matchdart zum knappen 16:15-Sieg. Morgen Abend wird der Belgier gegen James Wade antreten.

Unfassbar: van Gerwen lässt acht Matchdarts aus

Besonders viel lief bei Michael van Gerwen in diesem sehr speziellen Jahr nicht zusammen, nur ein einziger Major-Sieg stand bislang zu Buche. Doch beim Grand Slam meldete sich der Weltranglisteerste auf beeindruckende Art und Weise wieder zurück. Mit seinem heutigen Gegner Simon Whitlock hatte van Gerwen dabei noch eine Rechnung offen: der Australier warf den Niederländer sowohl beim World Matchplay als auch beim World Grand Prix aus dem Turnier. Begünstigt durch drei Fehler seines Gegners, entschied van Gerwen die ersten beiden Legs für sich, warf anschließend aber selbst an der doppelten 16 vorbei. Whitlock checkte Sekunden später 124 Punkte auf dem Bullseye und legte mit 122 Zählern gleich ein weiteres Bullfinish hinterher. Van Gerwen blieb davon aber unbeeindruckt, erhöhte stattdessen einfach die Schlagzahl und brachte die nächsten drei Legs allesamt auf seine Seite. Zwar musste der dreifache Grand Slam-Sieger den nächsten Durchgang an seinen Gegner abtreten, egalisierte dies aber mit einem 91er-Finish. Dadurch, dass Whitlock mit einem 13-Darter nochmal seine Ansprüche anmeldete, lautete der Zwischenstand zur zweiten Pause 6:4.

Im Anschluss daran setzte van Gerwen zwei Pfeile am äußeren Ring vorbei und kassierte das Break, profitierte kurz darauf jedoch selbst von gegnerischen Fehlern und verhinderte mit dem Rebreak den Ausgleich. Ganz im Gegenteil baute „Mighty Mike“ seine Führung sogar aus, diesem 13-Darter ließ er zwei 14-Darter folgen. Der „Wizard“ benötigte da schon einen eigenen 11-Darter, um dazwischengehen zu können. Dieses Break konnte Whitlock nach der dritten Pause zum 7:9 aus seiner Sicht bestätigen. Danach legte van Gerwen wieder einen kleinen Zwischenspurt ein und gewann zwei Legs nacheinander, verfehlte kurz darauf jedoch das Bullseye, um diese Serie am Leben zu erhalten. Whitlock breakte auf der Doppel-8, gewann trotz knapp verpasstem 170er-Finish auch das nächste Leg und lag nach 20 absolvierten Durchgängen mit 9:11 hinten.

Nach der Pause holte sich van Gerwen zunächst das Polster von drei Legs wieder zurück, doch Whitlock drückte jetzt richtig aufs Tempo. Er kam mit einem 13-Darter wieder ran, bestrafte anschließend zwei gegnerische Fehler mit einem 95er-Finish und führte direkt danach mit dem nächsten 13-Darter den 12:12-Ausgleich herbei. Nach drei verlorenen Legs nacheinander meldete sich van Gerwen mit einem starken 11-Darter wieder zu Wort, Whitlocks Antwort darauf war ein 72er-Checkout. Nachdem sich die Nummer eins der Welt die Führung wiederum zurückgeholt hatte, zeigte er sein ganzes Können: er brachte 146 Punkte auf Null, schaffte so ein Break und stand kurz vor der Ziellinie. Er setzte jedoch die ersten drei Matchdarts in den Sand und musste dann miterleben, wie Whitlock sich mit dem letzten Dart in der Hand auf der Doppel-13 rettete. Der Australier legte erfolgreich nach und sorgte dafür, dass auch das zweite Match des Tages über die maximale Distanz ging. Im Decider startete Whitlock mit einer 180, konnte aber nicht gut genug nachlegen und musste van Gerwen davonziehen lassen. Doch dieser ließ ganze fünf weitere Matchdarts liegen und konnte es selbst kaum fassen. Whitlock konzentrierte sich nochmal und versenkte seinen Dartpfeil in der Doppel-8. Simon Whitlock gewann dieses großartige Match mit 16:15, stellte mit 20 (!) 180ern einen neuen Grand Slam-Rekord auf und fügte dem Weltranglistenersten die nächste Niederlage zu.

Grand Slam of Darts


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