Unterbuchner kann Anderson nicht gefährlich werden

Schon wenige Stunden nach dem Abschluss der acht Nachmittagspartien ging es am Samstagabend in Wolverhampton in die zweite Turniersession. Dabei starteten nun die Gruppen A, B, C und D ins Turnier. Mit dabei war auch der deutsche BDO-Akteur Michael Unterbuchner, der mit Gary Anderson eine äußerst schwere Aufgabe vor sich hatte. Außerdem griff auch Titelverteidiger Michael van Gerwen ins Geschehen ein, zum Auftakt ging es für ihn gegen Gary Robson.

Gruppe A: Van Gerwen fegt über Robson hinweg

Jonny Clayton und Joe Murnan sorgten für den Auftakt in dieser Gruppe. Im ersten Leg zeigten sich beide ziemlich unsicher auf die Doppelfelder. „The Ferret“ warf vier Mal am äußeren Ring vorbei, konnte sich dieses Leg aber dennoch greifen, weil Murnan sogar sechsfach patzte. Auch in der Folge bekam Murnan seine Schwierigkeiten beim Auscheckten kaum in den Griff, warf im zweiten Leg einmal und im dritten drei Male an den entsprechenden Feldern vorbei. Zwar war auch Clayton alles andere als fehlerfrei, schließlich erwischte er die Doppelfelder aber doch und führte mit 3:0. Per 14-Darter holte sich der Weltranglisten-17. dann auch Leg Nummer vier. Ein Leg später war „Shaggy“ mit einem 13. Versuch auf Doppelfelder endlich erstmalig erfolgreich und verhinderte zumindest den Whitewash. Zwar konnte Murnan noch ein zweites Leg für sich entscheiden, doch im siebten Leg des Spiels machte Clayton alles klar und beendete die Partie mit einem 5:2 zu seinen Gunsten.

Dreimal hintereinander hat Michael van Gerwen den Grand Slam of Darts in den letzten Jahren für sich entschieden. Der Niederländer war natürlich auch in dieser Ausgabe Favorit, musste in den letzten beiden TV-Turnieren vor dem Grand Slam aber frühe Niederlagen einstecken. Gegen Gary Robson sollte ein Ausrutscher natürlich tunlichst vermieden werden. Der Weltranglistenerste startete mit einem 14-Darter in die Begegnung und begann das zweite mit sechs perfekten Pfeilen. Zwar landete der siebte oberhalb der dreifachen 20, ein 11-Darter brachte van Gerwen letztlich doch das 2:0 ein. Mit einem 13-Darter konnte der Niederländer nachlegen, ehe Robson zeigte, dass auch er Darts spielen kann: nach Scores von 140, 140 und 180 brachte ihm ein 12-Darter sein erstes Erfolgserlebnis ein. Van Gerwen konterte mit einem 14-Darter und war nur noch ein Leg von der Ziellinie entfernt. Mit einem Treffer in der Doppel-8 konnte er dieses schon wenige Momente später einfahren und den 5:1-Erfolg perfekt machen, bei welchem „Mighty Mike“ mit einem Average von fast 113 Punkten sowie einer 56-prozentigen Doppelquote glänzen konnte.


Gruppe B: Smith braucht 16 Matchdarts zum Sieg – „Barney“ verliert

Es gibt keine zwei Meinungen darüber, dass Michael Smith eigentlich als frisch gebackener Major-Sieger nach Wolverhampton hätte reisen müssen. Doch der „Bully Boy“ ließ im Endspiel der World Series Finals fünf Matchdarts ungenutzt und schenkte den Triumph weg. In seinem ersten Gruppenspiel bekam er es mit Adam Smith-Neale zu tun, der sich vor wenigen Monaten bei der BDO vollkommen überraschend zum World Masters-Sieger gekrönt hatte. Das erste Leg holte sich der Favorit von der PDC, aber auch nur, weil sein Gegner drei Male an Doppelfeldern vorbeiwarf. Smith konnte nachlegen, weil er im zweiten Leg 84 Restpunkte zum Abschluss eines 14-Darters auslöschte und im dritten einen 15-Darter zum 3:0 spielte. Weil Smith-Neale im vierten Leg ein Mal deutlich an der Doppel-20 vorbeiwarf konnte der „Bully Boy“ auch dieses Leg auf seine Seite ziehen; erst danach konnte der Mann von der BDO sein erstes Erfolgserlebnis bejubeln. Dabei durfte er sich aber kräftig bei Smith bedanken, der zehn Matchdarts ausgelassen hatte. Smith-Neale hatte selbst sieben weitere Male gepatzt und dann dennoch auf 1:4 stellen können. „Big Dog“ war jetzt im Aufwind, verteidigte den eigenen Anwurf im sechsten Leg sehr souverän und beobachtete wenig später, wie Smith noch fünf weitere Matchdarts an diversen Doppelfeldern vorbeisetzte. Smith-Neale witterte seine Chance, brachte 124 Punkte auf dem Bullseye auf Null und lag plötzlich nur noch mit 3:4 in Rückstand. Jetzt hatte Smith aber endgültig genug gesehen, er spielte einen 13-Darter bei gegnerischem Anwurf und beendete das Spiel mit seinem insgesamt 16. Matchdart.

Von der Begegnung zwischen Raymond van Barneveld und Krzysztof Ratajski durfte man sich einiges erwarten. Letztgenannter entschied ohne den Besitz einer Tourkarte in diesem Jahr drei Turniere für sich; „Barney“ zeigte vor einer Woche seine Klasse, als er van Gerwen in einem tollen Viertelfinale aus den World Series Finale warf. Weil der „Polish Eagle“ im ersten Leg zwei Darts an Doppelfeldern vorbei setzte konnte van Barneveld seinen Anwurf retten. Ein Leg später vergab dann allerdings der Niederländer drei Breakdarts, Ratajski erwischte die doppelte 13 und glich aus. Van Barnevelds Antwort darauf ließ nicht lange auf sich warten und entpuppte sich als 13-Darter zur neuerlichen Führung, doch auch in dieser Situation gelang Ratajski sofort der Ausgleich – der aber nur möglich war, weil „Barney“ eine Möglichkeit zum 3:1 liegen gelassen hatte. Auch die beiden darauffolgenden Legs wurden mit den Anwürfen gewonnen, sodass es zum Zwischenstand von 3:3 kam. Im siebten Leg geschah dann der entscheidende Moment dieser Partie: van Barneveld warf einen Pfeil an der Doppel-20 vorbei, Augenblicke später hielt Ratajski seine Nerven bei 72 Restpunkten zusammen und nutzte seine einzige Chance auf der Doppel-20 zum Break. Bei eigenem Anwurf konnte der Pole den Sack jetzt zu machen, und genau das gelang ihm auch mit einem Treffer in der doppelten 10. Ratajski besiegte van Barneveld also mit 5:3 und das Turnier hatte seine erste größere Überraschung.

Gruppe C: Wades Siegesserie setzt sich fort

Keegan Brown und Mark Webster bestritten neben dem ersten Match der Abendsession auch die erste Partie der Gruppe C gegeneinander. „The Needle“ hatte Anwurf im ersten Leg, vergab aber vier Möglichkeiten auf Doppel, um dieses auch einzufahren. Webster breakte und legte anschließend im eigenen Leg nach, auch weil Brown eine Chance auf Tops ungenutzt ließ. Per 13-Darter konnte Brown im Anschluss daran verkürzen, verpasste wenige Minuten später aber fünf Möglichkeiten, um auch den Ausgleich herzustellen. So kam Webster trotz vier eigener Fehler zum 3:1. Doch Brown steckte nicht auf, scorete im gesamten Spiel besser als sein walisischer Gegner und konnte durch zwei Leggewinne nacheinander auf 3:3 stellen. Mit einem ganz starken 153er-Finish konnte der Engländer seinen Lauf fortsetzen und sich erstmalig selbst in Führung bringen. „The Spider“ konnte jedoch ausgleichen und brachte das Spiel ins entscheidende neunte Leg. Brown durfte dieses Leg beginnen und lief seinem Gegner schnell davon. Zwar scheiterte er knapp an einem 164er-Finish, doch die noch übriggebliebenen 25 Zähler waren eine Aufnahme später kein Problem mehr und bescherten Keegan Brown den 5:4-Auftaktsieg.

James Wade ist mit Sicherheit der Mann der Stunde bei der PDC. Kurz nach der Geburt seines Sohnes Arthur James ist „The Machine“ in bärenstarker Form und gewann mit den European Championships und den World Series Finals zwei TV-Turniere binnen sieben Tagen. Gegen Wesley Harms sollte seine Serie von ungeschlagenen Spielen möglichst weitergehen. Wade startete gleich mal mit vier perfekten Darts ins Spiel und brachte dieses Auftaktleg schließlich als Break auf seine Seite. Auch in das zweite Leg kam „The Machine“ mit vier perfekten Darts hinein, letztendlich holte er sich dieses als 12-Darter und bestätigte das eben geschaffene Break. Wades Average lag zu diesem Zeitpunkt bei über 115 Punkten, dieser senkte sich auch ein Leg später nur unwesentlich ab, als Wade einen 15-Darter zum 3:0 spielte. Harms spielte bis hierhin überhaupt keine Rolle und durfte nicht ein einziges Mal auf Doppelfelder werfen. Zumindest letzteres änderte sich ein Leg später, doch „Sparky“ vergab eine Möglichkeit auf die Doppel-16. Wade erwischte stattdessen die doppelte 20 und war ein Leg vor der Ziellinie entfernt. Im fünften Leg sah es aber zunächst nicht so aus, als sei dieses das letzte der Partie, denn Harms spielte sich bei eigenem Anwurf einen großen Vorsprung heraus. Allerdings ließ der Niederländer sechs Möglichkeiten auf Doppelfelder aus und lud Wade dazu ein, seine Niederlage zu besiegeln. „The Machine“ ließ sich jetzt nicht mehr zwei Mal bitten, brachte seinen Matchdart in der Doppel-20 unter und vollendete den ersten Whitewash des Turniers mit einem 99er-Average.

Gruppe D: White wird Favoritenrolle gerecht

Ian White und Steve Hine duellierten sich im ersten Spiel dieser Gruppe. „The Muffin Man“ ließ seinem Spitznamen Taten folgen und beglückte die Fans beim Walk-On mit mitgebrachten Backwaren, mit Blick aufs Sportlich hatte Hine zu Beginn jedoch nicht besonders viel Grund zur Freude. White holte sich nämlich die ersten beiden Legs, erst danach konnte Hine 64 Zähler von der Scheibe nehmen und auf 1:2 aus seiner Sicht verkürzen. „Diamond“ war sehr konzentriert bei der Arbeit, checkte im vierten Leg 76 Punkte mit zwei Darts und legte einen 14-Darter zum 4:1 nach. White fehlte jetzt also nur noch ein Leg zum Erfolg, und für ihn war es letztlich auch gar kein Problem mehr, dieses auch einzuholen. Per 13-Darter machte White das klare 5:1 perfekt – ein Average von über 104 Punkten und eine 56-prozentige Doppelquote demonstrieren eine starke Leistung des Engländers.

Als Nummer sechs der BDO-Rangliste qualifizierte sich Michael Unterbuchner aus Bayern erstmalig für den Grand Slam. Für Aufsehen sorgte „T-Rex“ ganz speziell im Januar diesen Jahres, als er bei der BDO-Weltmeisterschaft bis ins Halbfinale vorrückte. Unterbuchners Auftaktgegner war heute niemand geringeres als Gary Anderson, dreifacher Major-Sieger im Jahr 2018. Auf der Doppel-2 konnte sich Unterbuchner das erste Leg greifen, musste das zweite Leg aber an Anderson abgeben. Das die beiden beschriebenen Legs jeweils mit 21 Darts gewonnen wurden zeigt, dass beide zu Beginn noch ein paar Schwierigkeiten hatten. Obwohl „T-Rex“ im dritten Leg haarscharf an einem 160er-Finish scheiterte konnte er sich dieses Leg mit der nächsten Aufnahme doch noch holen und mit 2:1 in Führung gehen. Anderson antwortete mit fünf perfekten Darts, die letztlich in einen starken 11-Darter zum Ausgleich mündeten. Unterbuchner konnte das Scoring seines Gegners mittlerweile nicht mehr mitgehen, durfte auch in den Legs fünf und sechs nicht auf Doppelfelder werfen. Mit einem 17- und einem 13-Darter stellte „The Flying Scotsman“ problemlos auf 4:2 und war dementsprechend nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. Im nachfolgenden siebten Leg der Partie bekam Unterbuchner seine letzte Möglichkeit, um im Spiel zu bleiben, konnte sich bei 100 Restpunkten aber keinen Wurf auf ein Doppel erspielen. Stattdessen brachte Anderson seinen Pfeil in der Doppel-9 unter und besiegelte den Endstand von 5:2. Entscheidend war in der heutigen Partie vor allem das Scoring: während der überlegene Schotte auf einen Average von über 90 Punkten kam blieb Unterbuchner unter der Marke von 80 Punkten.

Grand Slam of Darts


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