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„The Wall“ scheitert an „Big Ben“

Am zweiten Tag des European Tour Events in Gibraltar griffen auch die Großen ins Turnier ein. Auch wenn van Gerwen, Taylor, Lewis, Anderson und van Barneveld fehlen, waren doch genügend Hochkaräter dabei. Und ein Deutscher hatte es ebenfalls in die zweite Runde geschafft. Martin Schindler bekam es mit Benito van de Pas zu tun und wollte erstmals ins Achtelfinale einziehen. Viele hohe Scores erhoffte man sich von Joe Cullen und Rob Cross und auch Daryl Gurney gegen Darren Webster versprach Spannung.

Reyes siegt nach 0:4-Rückstand

Schon die ersten beiden Matches des Nachmittags hatten es in sich. Zunächst traf Cristo Reyes auf James Richardson und er erwischte prinzipiell einen super Start. Back-to-back 180’s verhalfen ihm zu einer guten Ausgansposition, ehe er sich verrechnete. Richardson bestrafte dies mit einem 130’er Finish auf dem Bullseye und nutzte von da an jeden Fehler seines Kontrahenten gnadenlos aus. Obwohl Reyes super spielte, die Doppel jedoch auch zu oft vergab, lag er schnell mit 0:4 hinten und alles sah nach einer überraschend klaren Angelegenheit aus. Reyes konnte dann allerdings doch ein Leg holen und startete die Aufholjagd. Er kam bis auf 3:4 heran, ehe James den Lauf stoppte und 118 Punkte auf null brachte. Die Antwort von Cristo war ein 126’er Finish und wenig später der Ausgleich, weil James drei Matchdarts vergab. Im Entscheidungsleg war Cristo dann der bessere Spieler und holte sich nach 0:4-Rückstand den 6:5-Sieg. Danach ging es in der Partie zwischen Daryl Gurney und Darren Webster rund. „Super Chin“ zeigte schon im ersten Leg ein 170’er Finish zum 12-Darter und brachte die Zuschauer in Ekstase. In der Anfangsphase sollte er vor allem mit High Finishes glänzen können. 120 Punkte brachte er zwar nicht auf null, 109 und 110 Punkte hingegen schon. So holte er sich seine eigenen Aufschläge. Doch in denen von Darren hatte er seinerseits weniger Chancen, sodass der, teilweise auch unter Druck, immer wieder zum Ausgleich kommen konnte. Die erste Chance zu einem eigenen Break hatte Webster im siebten Leg, doch auch Daryl hielt dem Druck stand, ging erneut in Führung. Dann war es der Nordire, der mit dem 5:3 ein Leg des Gegners holte und sich damit in eine gute Ausgangsposition für den Sieg brachte. Webster streckte sich nochmal und hatte eigentlich auch die große Möglichkeit zum direkten Rebreak. Er verpasste aber ganze sechs Darts auf die Doppel, sodass Gurney gar nicht mehr anders konnte, als sich den 6:3-Erfolg zu schnappen.

Danach trafen sich Alan Norris und Matt Clark auf der Bühne. Matt ging zwar als klarer Außenseiter ins Spiel, doch davon war nichts zu merken. Schon im ersten Leg schockte er seinen Gegner mit einem 124’er Finish zum Break und 12-Darter, ehe er dieses auch bestätigte. Zwar konnte Norris, der bis hierhin keine gute Partie machte, schnell ausgleichen, doch Clark blieb fokussiert und brachte weiterhin sein durchaus gutes Spiel ans Board. Er holte zwei weitere Breaks, konnte diese jedoch nie bestätigen. Oftmals kam er erst zu spät ins eigene Leg, so brachte eine 177’er Aufnahme um sich Tops zu stellen nicht mehr viel, da Alan bereits auf einem Doppel stand. Mit dem 5:4 holte sich „Chuck“ dann auch erstmals die Führung, doch erneut zeigte Clark, dass er an sich glaubt. Er warf drei 140’er und checkte 81 Punkte zum 12-Darter, womit er das Entscheidungsleg erzwang. Dort kam er dann aber erneut zu spät in seinen Rhythmus, sodass Alan sich letztlich doch den 6:5-Erfolg sichern konnte. Danach war Martin Schindler an der Reihe. Der einzige Deutsche in der zweiten Runde traf auf den Niederländer Benito van de Pas und er hatte im ersten Leg die große Chance auf ein Break. Er spielte klar besser und erarbeitete sich unzählige Möglichkeiten auf die Doppel. Weil er diese aber nicht nutzen konnte, war es dann doch Benito, der sich in Führung setzte. Trotz der ersten 180 der Begegnung durch „The Wall“, war es dann erneut van de Pas, der sich mit einem 14-Darter samt 96’er Finish das erste Break holte und seine Führung ausbaute. Zu Beginn war er auf die Doppel noch eiskalt, vergab in den ersten vier Legs lediglich eine Chance, führte aber dennoch mit 4:0. Seine ersten ausgelassenen Chancen im fünften Leg konnte Martin dann jedoch nicht nutzen, der bei 121 Punkten gestanden hatte. Doch mit einem Whitewash sollte er nicht von der Bühne gehen. Ein gutes Leg brachte ihm das 1:5 ein und so versuchte er nochmal ein Comeback. Auch im siebten Leg war er durchaus stark und stellte sich 71 Punkte Rest. „Big Ben“ aber checkte 74 auf Tops, nutzte seinen ersten Matchdart zum 6:1-Erfolg und warf damit den letzten Deutschen aus dem Turnier.

Magnus Caris bezwingt zahnlose „Cobra“

Stephen Bunting und Chris Quantock waren dann an der Reihe. Bunting erwischte einen wirklich guten Start, vergab aber zunächst ein 104’er Finish. So lag er doch hinten, drehte die Partie aber sehr schnell und ging mit dem ersten Break in Führung. Nur weil er in der Folge auf die Doppel eine gewisse Schwäche zeigte, konnte Quantock zum erneuten Ausgleich kommen. „The Bullet“ aber blieb cool und warf ein 108’er Finish zum erneuten Break, welches er dieses Mal auch bestätigen konnte. Von da an war es allerdings eine Partie auf Augenhöhe, wodurch noch eine gewisse Spannung im Spiel blieb. Bunting aber war in seinen eigenen Aufschlägen zu sicher für Quantock, wodurch er das Spiel letztlich mit 6:4 ins Ziel brachte. Danach wollte Jelle Klaasen mit dem Schweden Magnus Caris kurzen Prozess machen. Nachdem er bei der Premier League sehr schwache Leistungen zeigte, muss er um eine erneute Einladung bangen und somit versuchen durch tolle Leistungen auf sich aufmerksam zu machen. Doch Caris hatte etwas dagegen. Nachdem er in Führung ging, verpasste er knapp eine große Breakchance. Klaasen war zur Stelle, musste dann aber trotzdem zusehen, wie Caris durch eine wirklich starke Leistung wenig später doch ein Break holte. Zu diesem Zeitpunkt war Magnus mit seinen 96 Punkten im Schnitt um zehn Punkte besser als Klaasen. Der Niederländer konnte allerdings direkt antworten, aber nur weil Caris drei Möglichkeiten zum 4:1 liegen ließ. Doch wie stark der Schwede an diesem Tag war, zeigte er im Leg drauf, als er 127 Punkte zum 12-Darter und erneuten Break auschecken konnte. Caris brachte aber weiterhin die eigenen Legs nicht ins Ziel. Im achten Leg checkte er dann jedoch unter Druck 71 Punkte auf Tops, sodass er mit 5:3 in Führung ging und den Druck auf die „Cobra“ nochmal erhöhte. Diesem hielt Jelle nicht stand und so checkte Caris ein 89’er Finish mit zwei Darts zum 6:3-Sieg. Damit trifft der Schwede im Achtelfinale auf Schindler-Bezwinger Benito van de Pas.

Michael Smith gegen Christian Kist war dann die Begegnung zweier namhafter Spieler, dennoch ging der „Bullyboy“ aber als klarer Favorit ins Spiel. Und er zeigte auch direkt warum. Nachdem die ersten beiden Legs locker in seine Richtung gingen und er vier perfekte im zweiten Leg warf, legte er sieben perfekte Darts im dritten Leg nach. Der Engländer dominierte nach Belieben und Kist konnte nur über große Finishes punkten. So checkte er unter Druck 140 Punkte zum 1:3 aus seiner Sicht. Smith blieb aber dominant, spielte zu diesem Zeitpunkt 112 Punkte im Schnitt und erhöhte weiter. Kist versuchte sich zu wehren, doch nachdem er ein 108’er Finish vergab, stellte Michael auf 5:2 und alles schien entschieden. Kist gab nicht auf, er holte sich nochmal sein Leg und checkte 124 Punkte auf dem Bullseye zum Break. Smith hatte bei 48 Rest gestanden. Ein wenig überrascht vom Aufbäumen seines Gegners, zeigte Smith kein gutes zehntes Leg, sodass Christian tatsächlich zum 5:5 ausglich. Im letzten Leg hatte sich Michael dann aber doch wieder gefangen. Obwohl er ein 153’er Finish verpasste, checkte er wenig später trotzdem auf der Doppel-18 zum 6:5-Sieg. Die letzte Partie des Nachmittags war das Duell zwischen Joe Cullen und Rob Cross. Man erwartete eine hochklassige Partie mit vielen Top-Scores, doch der Beginn versprach nicht sonderlich viel. Ein mäßiger Start spielte Rob Cross mehr in die Karten, der einen schwachen Joe Cullen zunächst ziemlich im Griff hatte. Er holte sich auch das erste Break des Spiels zur 3:1-Führung. Dies schien Cullen aufzuwecken, der mit einem 13-Darter die richtige Antwort parat hatte und wenig später wieder ausglich. Beide Spieler waren nun besser drin und zeigten schöne Darts. Sie teilten sich die nächsten beiden Legs, bei dem Cullen seines mit einem 104’er Finish veredelte. Nach dem Cross sich jedoch mit 5:4 in Führung setzte war der „Rockstar“ ziemlich unter Druck. Und er erwischte keinen guten Start. Doch eine wichtige 171 brachte ihn zurück. Nachdem er an einem 135’er Finish mit einem Bouncer scheiterte, vergab Cross drei Matchdarts. Cullen checkte und erzwang das Entscheidungsleg. Dieses durfte Cross beginnen und nachdem beide sehr nervös wirkten, löste er die Handbremse schneller und brachte das Leg tatsächlich zum 6:5-Sieg ins Ziel.

Tobias Gürtler

Gibraltar Darts Trophy


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