Hopp schlägt auch Cullen und steht im Halbfinale

Am Sonntagabend ging es bei den German Darts Open in Saarbrücken in die entscheidende Phase. Die Viertelfinals standen an, und einer der acht verbliebenen Akteure war sehr zur Freude des Publikums in der Saarlandhalle Max Hopp, der im dritten Match der Viertelfinalsession mit Joe Cullen eine schwierige, aber keine unlösbare Aufgabe vor der Brust hatte. Den Abend eröffnete Topfavorit Michael van Gerwen gegen einen in der dritten Runde extrem starken Ian White, danach duellierten sich Mervyn King und Michael Smith. Nachdem Hopp an der Reihe war folgte dann noch das Match zwischen Gerwyn Price und Rob Cross.

Furioser White schockt van Gerwen, Smith macht’s spannend

Mit einem 106er-Average und einer 60-prozentigen Doppelquote hatte Ian White am Nachmittag brilliert – wenn er dieses Niveau würde aufrechterhalten können, würde er auch gegen den uneingeschränkten Titelfavoriten Michael van Gerwen nicht ohne Chance bleiben. Genau dieses Duell hatte es übrigens auch im Viertelfinale bei der letzten Ausgabe der German Darts Open gegeben – mit dem besseren Ausgang für White. Mit einem 72er-Finish auf dem Bullseye gelang van Gerwen sofort ein Break, doch White war nicht lange geschockt und zahlte es dem Niederländer auf besondere Weise heim. Während van Gerwen bei 75 wartete löschte „Diamond“ 157 Punkte zum sofortigen Rebreak aus, per 70er-Finish ein Leg später setzte er sich auch in Front. White schien sein tolles Level aus Runde drei tatsächlich mitgenommen zu haben, so spielte er im vierten Leg nach Scores von 137, 180 und 140 einen 11-Darter zum Break, mit 3:1 führte er jetzt. Zu diesem Zeitpunkt lag Whites Average bei 110 Punkten, van Gerwen war bei 107 nicht viel schlechter. Als der Engländer ein Leg später 59 Punkte für einen 14-Darter ausmachte führte er mit 4:1 und hatte noch keinen Dart am Doppelfeld vorbeigeworfen. Im sechsten Leg ließ van Gerwen vier Möglichkeiten auf Doppel aus, und bei einem White in dieser Verfassung wusste „Mighty Mike“ was ihn erwarten würde. White erlaubte sich zwar den ersten Fehlwurf auf Doppel, weil er die doppelte 16 mit der letzten Chance doch treffen konnte war dies nicht weiter schlimm und er vollbrachte ein weiteres Break. Ein einziges Leg fehlte White noch zur Überraschung, doch van Gerwen verhinderte mit einem 14-Darter zunächst die Niederlage, durch das Break lag er jetzt „nur“ noch mit 2:5 hinten. Das achte Leg des Spiels durfte van Gerwen anfangen, doch White punktete klar besser und ließ sich nach neun Pfeilen 121 Rest, während van Gerwen gerade mal bei 160 wartete. White traf die einfache 20, die dreifache 17 und verwandelte seinen ersten Matchdart im Bullseye. White spielte einfach fantastisch, der 6:2-Triumph ist auch in dieser Höhe vollkommen verdient. Beim „Diamond“ stand ein Average von ganz starken 105,92 Punkten (auch van Gerwen kam auf über 100 Punkte), hinzu kamen sechs Treffer aus sieben Versuchen auf Doppelfelder – es fällt einem kein Grund ein, warum Ian White in Saarbrücken nicht seinen ersten European-Tour-Titel gewinnen kann.

Um den zweiten Halbfinalplatz und damit auch das Duell mit Ian White spielten Mervyn King und Michael Smith. Beide leisteten sich im ersten Leg fünf Fehler auf Doppel, letztendlich war es aber King, der den eigenen Anwurf durchbringen konnte. Zwei 180er gelangen Smith in Leg Nummer zwei, der Leggewinn per 13-Darter war dann nur noch Formsache. Ein 76er-Checkout brachte King die Führung zurück, doch auch dieses Mal konnte Smith kontern, 2:2 lautete jetzt der Spielstand. Bei Smith im fünften Leg zwei Breakdarts liegen ließ verteidigte „The King“ auch dieses Mal seinen Anwurf, erneut war der „Bully Boy“ in der Lage auszugleichen. Erst im siebten Leg gelang Smith das erste Break, dafür stellte er sich mit zwei 180ern hintereinander 58 Rest und checkte diese zum 12-Darter und 4:3. Doch King zahlte es ihm umgehend zurück und spielte nach Scores von zwei Mal 140 und 180 einen 11-Darter zum Rebreak. Mit einem 100er-Finish über zweimal Tops gelang Smith kurz darauf ein weiteres Break, beim Stand von 5:4 stand er auf der Schwelle zum Sieg. Weil er im zehnten Leg jedoch sechs Matchdart ungenutzt ließ konnte er diese Schwelle nicht überschreiten und King erzwang das Entscheidungsleg, welches er auf beginnen durfte. Er erhielt dann auch tatsächlich selber eine Chance zum Sieg, verpasste bei 72 Rest aber einen Dart auf die Doppel-20. Jetzt hatte Smith endgültig genug gesehen und beendete das Spiel mit einem 13-Darter auf der Doppel-12. Ein Average von knapp 100 Punkten und eine Doppelquote von 26 Prozent transportierten Smith in die Vorschlussrunde.

Cross problemlos gegen Price

Erneut war der Jubel groß, als Max Hopp die Bühne der Saarlandhalle betrat. Gegen Joe Cullen durfte er sich des Rückhalts des Publikums sicher sein, aber er durfte sich nicht komplett darauf verlassen. Er selber war angehalten, seine schlechte Doppelquote aus dem Drittrundenmatch zu steigern. Und dieses Vorhaben erfüllte er zumindest im ersten Leg, denn gleich der erste Versuch auf Doppel fand auch das gewünschte Ziel und brachte dem Deutschen sofort ein Break, welchem er auf der Doppel-9 auch das Leg bei eigenem Anwurf nachlegen konnte. Per 76er-Checkout gelang es im Anschluss daran, sein erstes Leg zu gewinnen, doch ab jetzt war wieder Hopp am Zug. Er versenkte zunächst in der Doppel-18 zum 3:1, ehe er im vierten Leg von zwei Fehlern Engländers auf die Doppel-16 profitierte und seinerseits auf der Doppel-2 ein Break zum 4:1 produzierte. Ein wichtiges 106er-Finish auf der Doppel-18 brachte dem „Maximiser“ auch noch das 5:1, es sah jetzt so aus, als wäre er kurz davor, historisches zu vollbringen. Zu diesem Zeitpunkt kam der „Rockstar“ allerdings besser ins Spiel und holte sich mit einem 14-Darter sein zweites Leg. Weil Cullen im achten Leg 87 Punkte nicht auslöschen konnte erhielt Max seine erste Chance zum Sieg. Bei 38 Rest baute er zunächst um und verpasste dann die ersten beiden Matchdarts auf die Doppel-16, Cullen traf die Doppel-4 zum 3:5. Dank eines schönen 12-Darters sicherte sich Cullen auch das dritte Leg nacheinander und Hopps Vorsprung schmolz auf nur noch ein Leg. Im zehnten Leg erhielt der Deutsche dann die zweite Möglichkeit zum Sieg. Beim Versuch, 144 Punkte zu checken traf Max beide Triplefelder, verpasste aber die Doppel-12 um wenige Millimeter. Cullen hatte bei 164 Zählern seine vermeintlich letzte Chance und traf auch zwei Mal die dreifache 19. Weil er das Bullseye aber relativ deutlich verfehlte durfte sich Hopp mit 12 Restpunkten erneut versuchen und er checkte mit dem insgesamt fünften Matchdart zum 6:4-Sieg. Ein Average von 97 Punkten und eine klar verbesserte Doppelquote von 46 Prozent bringen Hopp in die Runde der letzten vier; er ist der erste Deutsche, der diese Turnierebene auf der European Tour erreichen konnte. Zudem ist es auch Hopps allererstes Halbfinale als Profi bei einem PDC-Event, welches auch für die Order of Merit zählt.

Jetzt fehlte nur noch das Viertelfinale zwischen Gerwyn Price und Rob Cross. Zuletzt trafen sich die beiden in der siebten Woche der Premier League, der Weltmeister fertigte den „Iceman“ dort mit 7:1 ab. Wie deutlich das Ergebnis diesmal sein würde, blieb abzuwarten. 13 Darts brauchte Cross, um sich das erste Leg bei eigenem Anwurf zu schnappen, ein Leg später verpasste er allerdings einen Breakdart auf die Doppel-4, was zur Folge hatte, dass Price zum 1:1 ausglich. Ein Treffer in seiner bevorzugten Doppel-16 brachte Cross wieder in Front, ehe ihm im vierten Leg per 104er-Highfinish tatsächlich das erste Break des Spiels gelang. Ein Treffer in der doppelten 4 ließ Cross‘ Führung kurze Zeit später auf 4:1 anwachsen. Etwas ganz Spezielles versuchte der „Iceman“ im sechsten Leg. Bei 150 Restpunkten wollte er drei Mal das Bullseye spielen. Er traf es auch mit dem ersten Pfeil, traf mit dem zweiten aber nur die 25. Price hielt einfach weiter drauf und traf das Bullseye erneut – viel hat nicht gefehlt, so wurden es nur 125 Punkte. Der Weltmeister zeigte sich davon überhaupt nicht beeindruckt und brachte 52 zum 5:1 auf null. Mit einem 13-Darter machte Cross im Anschluss den Deckel drauf und erlaubte es Price wie bei der letzten Begegnung nicht, mehr als ein Leg für sich zu beanspruchen. Cross spielte im Durchschnitt 105 Punkte pro Aufnahme, traf sechs seiner zehn Würfe auf die Doppelfelder, wird der Halbfinalgegner von Max Hopp sein und ist heiß auf seinen ersten European-Tour-Titel.

Alexander Kuck

German Darts Open


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