Eidams quält sich weiter, Müllers Debüt ist nicht erfolgreich

Am Freitag, dem 13. startete mitten im April das dritte Event der diesjährigen European Tour. Dabei versammelte sich dieses Mal die Dartselite in der Saarlandhalle von Saarbrücken zu den German Darts Open. Neben dem Titelverteidiger Peter Wright sind unter anderem auch Topfavorit Michael van Gerwen und Weltmeister Rob Cross mit von der Partie, diese drei griffen allerdings wie immer auf der European Tour erst am zweiten Turniertag ein. Stattdessen standen am Freitagnachmittag zum ersten Teil der ersten Runde die Deutschen Tobias Müller und René Eidams auf der Bühne, mit Steve West, Terry Jenkins, Richard North und Danny Noppert gab es auch einige bekanntere Spieler zu sehen.


Shepherd und West souverän, Menzies gelingt starkes Comeback

Für den Auftakt in die German Darts Open durften Simon Stevenson und Kirk Sheperd. Letztgenannter ist vielen noch als Sensations-Finalist der Weltmeisterschaft von 2008 in Erinnerung. In das heutige Duell mit Stevenson startete Sheperd ordentlich, sicherte sich per 17-Darter das erste Leg des Turniers. Mit einem 108er-Highfinish konnte Stevenson den Ausgleich herstellen, doch dies sollte tatsächlich sein letzter Leggewinn werden. Im dritten Leg erhielt Stevenson sogar eine Chance auf Doppel, verpasste aber, sodass Sheperd auf 2:1 stellen konnte. Diesem legte er einem 13-Darter zum Break und ein Leg später auch ein 106er-Highfinish zum 4:1-Vorsprung nach. Die beiden fehlenden Legs konnte Sheperd schnell einholen, Stevenson erhielt keine Möglichkeiten mehr auf Doppel und Sheperd siegte mit 6:1. Im heutigen Spiel warf er gut 93 Punkte im Schnitt und traf sechs seiner elf Versuche auf Doppel, in Runde zwei erwartet ihn Gerwyn Price.

Es folgte das Aufeinandertreffen von Matthew Edgar und Steve West, bei welchem West als Nummer 25 der Weltrangliste doch als klar favorisiert galt. Genau so startete West auch ins Spiel, sicherte sich ohne größere Komplikationen die ersten beiden Legs, im dritten leistete er sich allerdings zwei Fehler auf Doppelfelder. Edgar stellte seinen Fuß in die Tür und checkte 110 via 20, Triple-20 und Doppel-15 zum Rebreak, welchem er bei eigenem Anwurf den 2:2-Ausgleich folgen ließ. Von hier an übernahm allerdings wieder West das Kommando und holte sich mit 15, 14 und 15 Darts drei Legs in Serie, sodass ihn nur noch eines vom Weiterkommen trennte. Zwar vergab er im achten Leg zunächst drei Matchdarts auf Tops, weil sein Gegner jedoch ebenfalls drei Chancen, in diesem Fall auf Doppel-17 liegen ließ, kam West nochmal ans Board und nutzte seinen vierten Matchdart zum 6:2-Sieg. Dabei stehen für den Gewinner ein Average von 99 Punkten gepaart mit einer Doppelquote von fast 32 Prozent, West wird sein Zweitrundenspiel gegen Darren Webster bestreiten.

Der äußerst erfahrene Terry Jenkins spielte im Anschluss daran gegen den PDC-Neuling Cameron Menzies, der in Saarbrücken sein zweites European-Tour-Event absolvierte. Jenkins kam bei eigenem Anwurf solide ins Spiel, warf im ersten Leg ein Maximum und brachte 70 Punkte zum 15-Darter auf null. Ein Treffer in der Doppel-8 brachte dem Schotten sein erstes Leg, ehe er einen Breakdart auf Tops ausließ und „The Bull“ so die erneute Führung ermöglichte. Ins vierte Leg startete Menzies mit sechs Tripletreffern aus neun Würfen hervorragend, auf den Doppelfeldern stellte er sich jedoch alles andere als geschickt an. Er verpasste sieben Möglichkeiten, Jenkins bleib dagegen beim auschecken stabil und stellte durch das Break auf 3:1, welchem er mit einem 14-Darter auch seinen vierten Leggewinn nachlegen konnte. Fast schon aus dem Nichts gelang Menzies im sechsten Leg ein 120er-Highfinish zum 2:4 aus seiner Sicht, und ein Leg später sollte er auch sein erstes Break schaffen; ein 15-Darter war hierzu ausreichend. Wenig später spielte Menzies mit einem 13-Darter das beste Leg des bisherigen Spiels und schaffte durch seinen dritten Leggewinn nacheinander den 4:4-Ausgleich. „Cammy“ hatte sich im Spielverlauf auf den Doppelfeldern deutlich verbessern können und brachte so im neunten Leg 80 Punkte unter Druck zu seiner erstmaligen Führung auf null, ein Leg trennte ihn noch von Runde zwei. Das zehnte Leg durfte Menzies auch beginnen, er machte 62 Punkte für einen 15-Darter, das fünfte Leg in Serie und den 6:4-Erfolg aus. Bei Menzies, der in Runde zwei auf Ian White treffen wird, stehen ein Average von fast 95 Punkten und eine Doppelquote von 31 Prozent.

Zwei komplette Neulinge trafen sich zum vierten Spiel des Turniers. Sowohl der Niederländer Maik Kuivenhoven als auch der Deutsche Tobias Müller feierten ihr Debüt auf der European Tour und kämpften um den Zweitrundeneinzug. Kuivenhoven durfte eröffnen und brauchte 16 Darts zum Auftaktleg. Im zweiten Leg schimmerte dann die Nervosität beider durch, sie traf zunächst nur wenige Triple und später auch die Doppel nicht. Letztendlich war es der Niederländer, der nach 21 Pfeilen und einem Break auf 2:0 stellen konnte. Ein 65er-Finish brachte Kuivenhoven auch das dritte Leg, ehe Müller zwei Mal über die Doppel-20 warf und seinem Gegner so auch das 4:0 ermöglichte. Ein 17-Darter sorgte aufseiten Kuivenhovens für das 5:0, ehe der Deutsche die Doppel-9 treffen konnte und so wenigstens den Whitewash verhindern konnte. Mehr wurde es dann aber nicht mehr, denn schon ein Leg später war Müllers Debüt beendet, er unterlag dem gegnerischen Debütanten Maik Kuivenhoven klar mit 1:6. Ein Average von etwa 78 Punkten und ein Treffer aus acht Versuchen bei Müller sind einfach nicht gut genug, um ein Spiel auf der European Tour gewinnen zu können. Für Kuivenhoven kommt es in Runde zwei zu einem niederländischen Duell mit Jelle Klaasen.

Noppert triumphiert über North

Der Zweitrundengegner von Simon Whitlock wurde im Aufeinandertreffen von Jan Dekker und Daniel Larsson gesucht. Der Niederländer gewann das erste Leg, schon kurze Zeit später konnte Larsson sich sein erstes Leg greifen. 16 Darts brauchte der Schwede im Anschluss daran, um das erste Break des Spiels zu produzieren; ein Treffer in der Doppel-16 sorgte kurz darauf auch für die 3:1-Führung für Larsson. Drei Aufnahmen von 140 Punkte nacheinander gefolgt von einem 81er-Checkout brachte Dekker sein zweites Leg ein, es sollte dann aber tatsächlich auch das letzte sein. Im sechsten Leg war es Larsson, der drei 140er in Serie und ein 81er-Finish spielte, gefolgt von einem 86er-Finish, welches das Break zum 5:2 und die Vorentscheidung markierte. Ein Treffer in der doppelten 16 des Schweden beendete das Spiel zu seinem Vorteil, er schlug Dekker mit 6:2 und darf sich auf Whitlock freuen.

Nach längerer Wartezeit schaffte es René Eidams mal wieder, sich über den deutschen Qualifier in ein European Tour-Event zu spielen. In Saarbrücken traf der WM-Teilnehmer von 2016 dabei auf Ricky Williams. Letzterer begann das erste Leg, vergab jedoch gleich zu Beginn drei Möglichkeiten auf die Doppel-19. Weil zu seinem Glück auch Eidams vier Mal auf die doppelte 16 patzte kam er doch noch zur 1:0-Führung, welche Eidams allerdings umgehend egalisieren konnte. Im Anschluss daran profitierte der Deutsche von einem Fehler seines Gegners auf Doppel-9 und schaffte per 68er-Finish seinerseits das erste Break; ein 19-Darter brachte Eidams kurz darauf auch das 3:1. Williams konnte zunächst verkürzen, doch Eidams hatte in dieser Phase keine Probleme damit, die eigenen Anwürfe zu verteidigen und stellte den Abstand von zwei Legs wieder her. Im siebten Leg bekam Eidams sogar eine Möglichkeit zum Break, verpasste jedoch die doppelte 11. Dementsprechend konnte Williams wieder an den Deutschen heranrücken. Im achten Leg sah alles danach aus, als würde Eidams erneut den eigenen Anwurf nach Hause bringen, ganze zehn Fehler auf Doppelfelder zerstörten dieses Vorhaben jedoch. Williams, selber mit vier Fehlern auf Doppelfelder traf mit seinem 25. Pfeil in dieses Leg die doppelte 2 zum Break und zum 4:4-Ausgleich. Aus dem kompletten Nichts spielte René im neunten Leg das beste des gesamten Spiels, ein 14-Darter inklusive eines 88er-Checkouts brachte ihm das wichtige Break für die 5:4-Führung ein. Seine erste Möglichkeit zum Sieg erhielt Eidams im zehnten Leg bei 128 Restpunkten, vergab jedoch einen Matchdart auf Bullseye. William war da noch weit entfernt, sodass Eidams bei 25 Rest erneut an der Reihe war, den Sack jedoch nicht zumachen konnte. William hatte bei 100 Rest seine vermeintlich letzte Chance, vergab allerdings einen Pfeil auf die Doppel-10. Jetzt hatte Eidams genug gesehen und machte auf der Doppel-3 den Deckel auf ein äußerst niveauarmes Spiel. Will der Deutsche in Runde zwei gegen Daryl Gurney eine Chance haben, wird seinen Average von knapp 80 Punkten und seine Doppelquote von knapp 18 Prozent definitiv steigern müssen.

Zum wohl prominentesten Duell des Freitagnachmittags kam es wenig später, als Richard North es mit Danny Noppert zu tun bekam. Bei den ersten beiden Leggewinnen des Spiels handelte es sich jeweils um Breaks, beide Spieler brauchten für ihre Erfolgserlebnisse 15 Darts. Mit einem 12-Darter inklusive eines 124er-Finishes auf dem Bullseye gelang Noppert ein weiteres Break, welches der Engländer seinerseits per 111er-Highfinish wiederholt egalisieren konnte – 2:2 lautete der Spielstand zu diesem Zeitpunkt. Ein Treffer in der Doppel-20 des Niederländers sorgte für das fünfte Break im fünften Leg, ehe North auch hier drauf eine Antwort hatte und mit einem weiteren Break auf 3:3 stellte. Das „Breakfestival“ setzte sich auch im siebten Leg fort, welches sich „Noppie“ auf der Doppel-5 greifen konnte. Weil „Lionheart“ im achten Leg 82 Punkte nicht auf null bringen konnte war es Noppert, der 68 Punkte mit zwei Pfeilen auslöschte und auf die Weise der Erste war, dem es gelang, den eigenen Anwurf zu verteidigen, die 5:3-Führung war der Lohn dafür. Ein 13-Darter des Engländers sorgte ein Leg später dafür, dass auch er zum ersten Mal ein Leg bei eigenem Anwurf gewann, im zehnten Leg hatte Noppert jetzt jedoch die große Chance, das Weiterkommen klarzumachen. Auf der Doppel-12 vergab er zunächst einen Matchdart, weil North eine Aufnahme später 112 Punkte nicht ausmachen konnte durfte Noppert sich erneut versuchen und er versenkte in der Doppel-6 zum 6:4-Erfolg. Dabei spielte er fast 94 Punkte im Schnitt pro Aufnahme und traf starke sechs seiner neun Versuche auf Doppel. In Runde zwei wartet niemand geringeres als Michael van Gerwen.

Die erste Session der German Darts Open abschließen durften Jose Justicia und Luke Woodhouse. Mit acht Fehlern auf Doppel im ersten Leg fand Woodhouse äußerst schlecht ins Spiel, sodass Justicia trotz fünf eigener Fehler auf Doppelfelder das frühe Break gelang. Woodhouse schaffte das sofortige Rebreak und bestätigte dieses im Anschluss mit einem 109er-Finish, mit 2:1 lag der Engländer jetzt in Front. Ein 13-Darter brachte Woodhouse das dritte Leg hintereinander, ehe er im fünften Leg drei Möglichkeiten verpasste, um sich weiter abzusetzen. Justicia bedankte sich dafür und schaffte das Rebreak, und als Woodhouse im sechsten Leg zwei weiter Chancen auf Doppelfelder vergab kam der Spanier zum 3:3-Ausgleich. Auf der Doppel-6 gewann Woodhouse das eigene Leg, seine Führung konnte er wegen eines Fehlers auf die doppelte 19 allerdings nicht weiter ausbauen; Justicia nahm 83 Punkte zum 4:4 von der Scheibe. Sechs Fehler auf Doppel kosteten Woodhouse wenig später das neunte Leg, denn Justicia traf trotz fünf vorheriger Fehler auf Doppel die doppelte 10 und schaffte das Break zum 5:4, das nächste Leg bei eigenem Anwurf war die große Chance des Spaniers zum Weiterkommen. Und genau diese nutzte er auch, Woodhouse ließ einen Pfeil auf Tops liegen und Justicia traf genau dieses Doppelfeld zum 6:4-Endstand. Woodhouse‘ katastrophale Doppelquote von nicht mal 14 Prozent kostete ihn das Match, während Justicia mit einem schwachen Average von 77 Punkten und einer Doppelquote von immerhin 35 Prozent in die zweite Runde einzieht, wo er sich mit Dave Chisnall messen wird.

Alexander Kuck

German Darts Open


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