Max Hopp bezwingt Wright und steht in der dritten Runde

Nachdem sich am Samstagnachmittag bereits acht Spieler in die dritte Runde der German Darts Open in Saarbrücken spielen konnten wollten dies am Abend acht weitere schaffen. Unter den Aspiranten für die Drittrundenplätze waren auch die beiden verbliebenen Deutschen René Eidams und Max Hopp, die mit Daryl Gurney beziehungsweise Peter Wright schwere Brocken aus dem Weg räumen mussten. Außerdem traten am Samstagabend auch Michael van Gerwen, Mensur Suljovic und Rob Cross auf die Bühne der Saarlandhalle.

Eidams ohne Chance gegen Gurney, van Gerwen souverän

Den Auftakt in die insgesamt vierte Turniersession machte das Duell zweier sehr erfahrener Akteure. Trotz seiner Stellung als gesetzter Spieler ging Mervyn King dabei gegen James Wade als Underdog in die Partie. Der vermeintliche Außenseiter profitierte im ersten Leg von einem Fehler Wades auf die Doppel-20 und schaffte ein Break, welchem er auch das zweite Leg bei eigenem Anwurf folgen lassen konnte. Ein 73er-Checkout brachte Wade im Anschluss sein erstes Leg, doch King blieb bei den eigenen Legs stabil und sicherte sich das 3:1. Per 96er-Finish konnte Wade erneut verkürzen, die Freude darüber währte allerdings nur kurz, weil King auf der Doppel-4 den alten Abstand wiederherstellte; 4:2 lautete der Spielstand zu diesem Zeitpunkt. Ein zu hoch angesetzter Pfeil auf Tops kostete King das siebte Leg, welches „The Machine“ sich auf genau diesem Doppelfeld greifen konnte. King war aber auch weiterhin in der Lage, die selbst begonnenen Legs durchzubringen und so stellte er das Ergebnis auf 5:3, ein Leg trennte ihn dementsprechend noch vom Sieg. Und dieses war schon wenige Minuten später eingeholt, Wade verpasste im neunten Leg drei Chancen auf Doppelfelder und King versenkte in der Doppel-16 zum 6:3-Erfolg. Er wird in der dritten Runde gegen den Sieger des folgenden Spiels antreten.

Und genau dieses Spiel wurde zwischen Daryl Gurney und René Eidams ausgetragen. Eidams hatte sich in der ersten Runde nur mit größten Mühen gegen Ricky Williams durchsetzen können und würde sich in jedem Fall steigern müssen, um gegen den zuletzt formstarken Nordiren zu bestehen. Per 67er-Checkout war es allerdings Gurney, der sich das erste Leg schnappte, und im zweiten Leg zeigte er ein 116er-Highfinish, welches ihm ein Break einbrachte. Erst im dritten Leg erhielt der Deutsche seine ersten Möglichkeiten zum Auschecken, er leistete sich aber fünf Fehler und verlor dementsprechend auch das dritte Leg. 17 Darts benötigte der Weltranglistenfünfte für ein weiteres Break und das 4:0, welchem er ohne Schwierigkeiten auch das fünfte folgen ließ. Weil Gurney im sechsten Leg seinen ersten Matchdart nicht verwandeln konnte verhinderte „The Cube“ wenigstens den Whitewash, dazu checkte er 44 Punkte zum 1:5 aus seiner Sicht. Schon ein Leg später war dann Eidams‘ Aus besiegelt, er unterlag Gurney mit 1:6. Dabei warf er im Schnitt nur 82 Punkte pro Aufnahme und traf einen seiner sechs Würfe auf Doppelfelder. Gegen einen Daryl Gurney mit einem Average von fast 93 Punkten und einer 60-prozentigen Doppelquote war so nichts zu machen.

Weiter ging es mit dem Aufeinandertreffen von Benito van de Pas und Paul Nicholson, eine Begegnung, bei dem der Ausgang nur schwer vorherzusagen war. Der Australier gewann ohne viel Gegenwind die ersten beiden Legs, verfehlte im dritten allerdings sechs Mal die Doppelfelder. Bei aber auch sein niederländischer Gegner ebenso viele Versuche ungenutzt ließ war das nicht weiter schlimm, Nicholson holte sich das 3:0. Ein 64er-Checkout sorgte für das 4:0, und „The Asset“ sah bereits wie der sichere Sieger aus. Weil er im fünften Leg aber drei Möglichkeiten auf Doppel ausließ schöpfte van de Pas Hoffnung und schaffe zunächst seinen ersten Leggewinn, welchem er auch Nummer zwei folgen ließ. Ein 70er-Finish im siebten Leg brachte Nicholson so weit, als dass ihn nur noch ein Leg vom Sieg trennte. Ein 13-Darter hielt „Big Ben“ im Anschluss daran zunächst im Spiel, ehe Nicholson im neunten Leg drei Matchdarts liegen ließ und van de Pas so das 4:5 ermöglichte. Zwei weitere Matchdarts konnte „The Asset“ auch im zehnten Leg nicht nutzen, sodass das erste Entscheidungsleg des Turniers die logische Konsequenz war; Nicholson durfte es beginnen. Im elften Leg erhielt auch van de Pas seinen ersten Matchdart, bei 124 Restpunkten verfehlte er aber das abschließende Bullseye. Dass dies aber nicht sein einziger Matchdart blieb lag daran, dass Nicholson bei 60 Restpunkten zwei weitere Matchdarts ausließ. Van de Pas trat ans Board und checkte tatsächlich 25 Punkte zum 6:5-Sieg. Nicholson wird hierüber äußerst enttäuscht sein, schließlich verspielte er Führungen von 4:0 und 5:2 und konnte insgesamt sieben Matchdarts nicht nutzen. Van de Pas reichte ein Average von 86 Punkten und eine Doppelquote von 30 Prozent zum Einzug in die dritte Runde.

Als nächstes gab sich der Weltranglistenerste und in Saarbrücken Topgesetzte die Ehre. Michael van Gerwen begann seine Titelmission mit einem Duell gegen seinen Landsmann Danny Noppert. Mit einem 15-Darter startete van Gerwen solide in das Match, doch auch „Noppie“ war zu Beginn wach und brachte den eigenen Anwurf mit 18 Darts zum 1:1 nach Hause; von hier an begann allerdings die van-Gerwen-Show. Ein 15-Darter inklusive 164er-Highfinish brachte im zunächst das 2:1, welchem er auf der Doppel-10 ein Break nachlegen konnte. Hierbei hatte Noppert jedoch drei Chancen auf Doppelfelder nicht ausnutzen können. Ein 102er-Highfinish brachte dem Favoriten auch das 4:1, ehe Noppert im sechsten Leg einen Pfeil an der Doppel-20 vorbeiwarf und dafür eiskalt bestraft wurde, weil van Gerwen 74 Punkte auslöschen konnte. 17 Darts benötigte van Gerwen für Leg Nummer sieben und tütete so den 6:1-Erfolg ein. Mit einem Average von knapp 96 Punkten und einer Doppelquote von 60 Prozent zeigte der Weltranglistenerste bei weitem nicht sein bestes Spiel, gegen Noppert war dies aber völlig ausreichend und er geriet nicht ansatzweise in die Gefahr eines Ausscheidens. Morgen wird van Gerwen in Runde drei gegen Alan Tabern antreten.

Suljovic überzeugt gegen Wattimena, Cross furios


Auf dieses Match freute man sich am Samstagabend in Saarbrücken wohl am meisten. Max Hopp wollte seinen tollen Lauf der letzten Wochen unbedingt auch im Saarland fortsetzen, mit dem Titelverteidiger Peter Wright hatte er allerdings eine sehr schwere Aufgabe vor der Brust. Hopp begann gut und brauchte 14 Darts, um das erste, selbst begonnen Leg auf die eigene Seite zu ziehen; und im zweiten Leg hatte er sich bereits auf 40 Rest gestellt. Doch Wright ließ in gar nicht mehr ran, weil er 76 Punkte via 20, Doppel-18 und Doppel-20 ausmachen konnte. Mit einer 180 brachte sich der Weltranglistenzweite im dritten Leg in eine gute Position, konnte aber zwei Chancen auf die doppelte 15 nicht nutzen. Der „Maximiser“ trat mit 64 Punkten ans Board, nach einem gewünschten Treffer in der dreifachen 16 traf er anstatt der Doppel-8 die Doppel-11 und überwarf sich. „Snakebite“ bedankte sich und traf die Doppel-15 im letzten Versuch. Noch größere Schwierigkeiten auf die Doppelfelder hatten beide ein Leg später. Wright warf als erstes dreimal an der Doppel-10 vorbei, doch auch der Deutsche konnte 20 Punkte nicht auf null bringen. Eine Aufnahme später verpasste Wright drei weitere Möglichkeiten und Hopp erlöste sich mit der letzten Chance auf der doppelten 1 zum 2:2-Ausgleich. Einen Gegenentwurf zum vorherigen Leg zeigte „Snakebite“ im fünften Leg, als er ein 81er-Finish für einen 11-Darter zeigte. Diesem Erfolgserlebnis konnte er einen 15-Darter bei eigenem Anwurf zum 4:2 nachlegen. Per sehenswertem 11-Darter inklusive zwei 180er verkürzte Hopp, und weil Wright ein Leg später ein 167er-Checkout nur knapp verpasste kam der Deutsche auch zum umjubelten 4:4-Ausgleich, dazu musste er seinerseits 78 Punkte auslöschen. Einen Big Point fuhr Max im neunten Leg ein. Wright hatte bei 146 Restpunkten zwei Triple-19er getroffen, aber die Doppel-16 um Millimeter verfehlt. Hopp traf die Doppel-20 und war beim Stand von 5:4 nur noch ein Leg von der Überraschung entfernt. Zwar durfte Wright das zehnte Leg beginnen, doch Hopp störte das nicht im Geringsten und er stellte sich trotz eines Bounceouts nach zwölf Pfeilen acht Punkte Rest, während Wright gerade in den Finishbereich rückte. Weil Max die ersten drei Matchdarts auf die Doppel-4 allesamt vergab bekam Wright bei 140 Restpunkten seine letzte Chance, er traf aber zur Freude des Publikums kein Triplefeld. Hopp trat erneut ans Board und versenkte mit dem ersten Versuch in der Doppel-2 zum vierten Leg nacheinander. Der heutige 6:4-Erfolg gegen den Titelverteidiger bedeutete für den „Maximiser“ einen weiteren Höhepunkt in seinem Erfolgslauf der letzten Wochen. Er spielte im Durchschnitt 94 Punkte pro Aufnahme und traf ein Drittel seiner Versuche auch in den gewünschten Doppelfeldern, morgen geht es in Runde drei gegen Benito van de Pas.

Es folgte die Suche nach dem Drittrundengegner von Daniel Larsson. Für diesen Platz bewarben sich im direkten Duell mit Joe Cullen und Luke Humphries zwei hochtalentierte Darter. Weil Cullen im ersten Leg gleich mal dreifach auf Doppel patzte kam „Cool Hand Luke“ sofort zum Break, weil er im zweiten Leg jedoch neun Mal an Doppelfeldern vorbeiwarf kam Cullen trotz fünf eigener Fehler zum Rebreak und Ausgleich. Auf der doppelten 8 ging der „Rockstar“ im Anschluss erstmals in Front, doch dieses Mal konnte Humphries umgehend ausgleichen, indem er dasselbe Doppelfeld traf. Vorher im Leg hatte Cullen einen Breakdart ausgelassen, der Spielstand lautete deshalb 2:2. Ein sauberes 66er-Finish über Triple-14 und Doppel-12 brachte Cullen wieder in Führung, sein Gegner hielt das Spiel aber weiterhin offen und stellte auf 3:3. Ein starker 11-Darter brachte Cullen danach erneut in Führung, dieses Mal konnte er aber nachlegen. Humphries konnte das achte Leg trotz zwei Maxima nicht gewinnen, stattdessen brachte Cullen 58 zum 14-Darter auf null und war beim 5:3 nur noch ein Leg vom Weiterkommen entfernt. Mit einem 13-Darter verkürzte Humphries zunächst, bei fremdem Anwurf im zehnten Leg hatte Cullen nun aber die große Chance, das Match für sich zu entscheiden. Weil er in diesem allerdings drei Matchdarts ausließ kam Humphries, der in diesem Leg selber sechs Mal gepatzt hatte doch zum Ausgleich und er zwang den „Rockstar“ in ein entscheidendes Leg. Cullen durfte dieses beginnen und stellte sich nach zwölf Darts 83 Restpunkte, während sich Humphries nach genauso vielen Würfen auf 68 Rest platzierte und auf seine Chance hoffte. Doch Cullen ließ ihn nicht mehr ran, denn er löschte diese 83 mit zwei Pfeilen aus und steht dank des knappen 6:5-Erfolges in der dritten Runde.

Die Nummer eins aus dem deutschsprachigen Raum, Mensur Suljovic, war als nächstes an der Reihe. „The Gentle“ musste dabei gegen Jermaine Wattimena an die Arbeit. Im ersten Leg scorete Mensur deutlich besser als der Niederländer, wegen einiger Doppelprobleme musste er aber bis auf die Doppel-1 hinunter, die er aber für ein Break treffen konnte. Ein 66er-Finish über Triple-14 und Doppel-12 verdoppelte den Vorsprung des Österreichers, welchem er auch noch ein perfekt ausgeführtes 100er-Checkout zum 3:0 nachlegen konnte. Mit einem 99er-Checkout via 19 und zwei Mal Tops konnte Wattimena wenig später rebreaken und seinen ersten Leggewinn zelebrieren, doch Mensur ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken und breakte dank eines 11-Darters inklusive 85er-Finish über Triple-19 und Doppel-14 wieder zurück; mit 4:1 führte „The Gentle“ jetzt. Die Doppelschwierigkeiten packten Mensur dann wieder im sechsten Leg, als er fünf Chancen ausließ. Doch Wattimena war zunächst weit entfernt und verpasste später auch einen Dart auf die Doppel-16, sodass Mensur die Doppel-2 treffen konnte und ihn nur noch ein Leg von der dritten Runde trennte. Mit einem 15-Darter hielt sich Wattimena vorerst in der Partie, doch schon ein Leg später machte Mensur das Match mit einem 48er-Checkout auf seiner favorisierten Doppel-14 zu und feiert einen zu keinem Zeitpunkt gefährdeten 6:2-Erfolg. Dabei warf Mensur im Schnitt knapp 95 Punkte pro Aufnahme und traf 40 Prozent seiner Würfe auf Doppelfelder. Der Österreicher wird in der dritten Runde im Duell der Premier-League-Ausscheider gegen Gerwyn Price antreten.

Für den Abschluss der zweiten Runde sorgte der Weltmeister, der gegen den Juniorenweltmeister Dimitri van den Bergh antrat. Das Match war eine Neuauflage des diesjährigen WM-Viertelfinals, bei dem Cross in einem hochklassigen Spiel knapp mit 5:4 in den Sätzen gewinnen konnte – was bei „Voltage“ am Ende rausgekommen war, ist allgemein bekannt. In die heutige Partie. Dank eines 15-Darters gelang Cross sofort ein Break, welches er im Anschluss bei eigenem Anwurf bestätigen konnte und sich so mit 2:0 in Führung setzte. Mit einem 107er-Finish via 19, Triple-16 und Tops machte der Weltranglistendritte einfach weiter und sicherte sich ein zweites Break, ehe er einen 14-Darter zum 4:0 zeigte. Ein 13-Darter auf der Doppel-18 bedeutete das fünfte Leg für Cross, der seinem Gegner bis hierhin nicht einen einzigen Dart auf Doppel ermöglicht hatte. Dies sollte sich auch im sechsten und letzten Leg des Abends nicht ändern. „Voltage“ stellte sich mit Scores von 180 und 162 16 Restpunkte. Van den Bergh hatte bei 170 Rest seine letzte Chance, konnte diese aber nicht annähernd checken und so nutzte Cross seinen ersten Matchdart zum 6:0-Triumph über van den Bergh. Mit einem Average jenseits von 103 Punkten und einer Doppelquote von 60 Prozent gelingt dem Weltmeister eine tolle Vorstellung, er wird sich in Runde drei mit Darren Webster messen.

Alexander Kuck

German Darts Open


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