Berndt und Schindler scheiden aus

Nachdem sich am Nachmittag mit Max Hopp bereits ein Deutscher in die zweite Runde kämpfen konnte, wollten ihm am Abend zwei weitere folgen. Martin Schindler hatte mit Chris Dobey aber eine schwierige Aufgabe, genau wie René Berndt, der es mit Jonny Clayton zu tun bekam. James Wade wollte seine Favoritenrolle gegen Madars Razma erfüllen und Altmeister Alan Tabern wollte gegen Jermaine Wattimena zeigen, dass er es immer noch kann. Außerdem traf der krisengebeutelte Adrian Lewis auf Yordi Meeuwisse.

Tabern siegt nach 2:5-Rückstand

James Wade wollte sich in seiner Erstrundenpartie gegen den Letten Madars Razma keine Blöße geben. Ein schneller und klarer Sieg über den Letten schwebte Wade vor und so startete er auch mit einem guten Leg und einem 97’er Finish zum Break. Dieses bestätigte er auch, obwohl er sich dort bei seinem Gegner bedanken konnte, dass der kaum Triple traf. Ab dem dritten Leg nahm die Partie dann richtig Fahrt auf. Zunächst holte sich Razma sein erstes Leg mit einem 13-Darter und erhöhte danach den Druck, vergab sogar zwei Breakdarts. So hielt Wade den Abstand, aber Razma war nun endgültig angekommen. James stand kurz vorm nächsten Break, brachte sich im fünften Leg auf einen Rest von 24 Punkten. Plötzlich checkte Madars Razma aber 164 Punkte und machte auch danach wieder richtig gut weiter, bekam erneut Möglichkeiten zum Ausgleich. Wieder verpasste er aber zwei Mal das Doppel und so schaffte Wade das 4:2, legte mit einem starken 12-Darter auch das 5:2 nach. Damit war die Partie entschieden. Im letzten Leg blieb James Wade souverän und ließ keine Zweifel mehr an seinem Sieg aufkommen. Am Ende gewann er mit 6:2 und zog in die zweite Runde ein.

Es folgte das Duell des Altmeisters Alan Tabern mit Jermaine Wattimena. Alan schlug im Qualifier Event unter anderem Robert Thornton klar mit 6:1 und wollte auch in München überzeugen. Schon im ersten Leg checkte er dafür 130 Punkte auf der Doppel-5 und schnappte sich so ein Break. Er konnte aber nicht nachlegen, verpasste zwei Mal das Doppel und so holte sich Jermaine den Ausgleich und ging im Anschluss erstmals in Führung. Zwar kam Alan danach zum 2:2, hatte dabei aber Glück, dass Wattimena ein 121’er Finish auf der Doppel-14 liegen ließ. Der Niederländer war danach kaltschnäuziger konnte viele ausgelassene Möglichkeiten von Tabern nutzen. Alan verpasste alleine im sechsten Leg gleich fünf davon. Nach dem 5:2 für Jermaine schien die Messe gelesen. Unter leichtem Druck holte sich Tabern danach aber sein eigenes Leg und konnte im Anschluss sogar ein Break holen. Zuvor hatte er zwei Matchdarts überlebt. Ins zehnte Leg starteten dann beide perfekt, am Ende war es aber Tabern, der kälter war und mit dem 5:5 das Entscheidungsleg erzwang. Dort wurde es dann dramatisch. Alan vergab ganze sieben Matchdarts, auch Jermaine hatte nochmal drei Möglichkeiten, die er allerdings ebenfalls vergab. Tabern nutzte seine achte Chance auf das 6:5 und sicherte sich damit doch noch den Sieg.

Schindler verliert nach tollem Comeback

Michael Rasztovits hatte sich in der vergangenen Woche in Leverkusen bereits in der ersten Runde geschlagen geben müssen. In München wollte er es besser machen und sein Auftaktmatch gewinnen. Der Österreicher hatte mit Josh Payne aber eine schwierige Aufgabe vor der Brust, geriet auch direkt in Rückstand. Doch die Antwort folgte prompt, 20 Punkte brachte er via 6, Doppel-7 ins Ziel und glich aus. Im Anschluss war Michael eigentlich richtig gut drin und warf eine tolle 180 um sich 121 Punkte Rest zu stellen. Eine Breakchance schien greifbar, doch da checkte Payne 160 Punkte zum 12-Darter und zur erneuten Führung. In den eigenen Legs waren beide Spieler sehr sicher. Rasztovits hatte auf die Doppel hier und da mal Probleme, Ausrutscher konnte er aber meist korrigieren. So auch im sechsten Leg, als er bei 36 Punkten Rest die Doppel-1 traf, mit dem nächsten Dart auf der Doppel-17 aber trotzdem das Leg gewann. Wieder brachte er sich im Anschluss in Breakposition, stellte sich auf 32 Punkte Rest. Josh aber checkte 86 Punkte auf Bull und nur ein Leg später 146 Punkte zum ersten Break. Zuvor hatte Rasztovits zwei Darts auf die Doppel verpasst. Doch Michael gab nicht auf. Er warf vier perfekte Darts, insgesamt zwei 180’er im neunten Leg, holte das Rebreak und glich wenig später aus. Im Entscheidungsleg verpasste er dann jedoch seine Möglichkeit zum Sieg, sodass Payne mit seinem fünften Matchdart das 6:5 holte.

Mit Martin Schindler war dann der erste deutsche Starter in der Abendsession an der Reihe. „The Wall“ hatte die Qualifikation für Leverkusen noch verpasst, wollte daher in seinem ersten European Tour Event des Jahres abliefern. Er ging auch direkt in Führung, sah sich im Anschluss aber mit einem Chris Dobey auf Weltklasseniveau konfrontiert. Der brannte ein echtes Feuerwerk ab. Er checkte 150 Punkte zum Ausgleich und nachdem Schindler sich auf Tops stellte, brachte Chris auch noch 164 Punkte zum 12-Darter und Break ins Ziel. Besonders auf die Triple-19 war Dobey wahnsinnig stark, stellte sich auch mit einer 171 einen Rest von 32 Punkten im vierten Leg. Ein Leg später warf er dann sogar sieben perfekte Darts, spielte einen tollen 12-Darter und erhöhte auf 4:1. Schindler spielte eigentlich ebenfalls ganz gut, hatte dem Auftreten Dobeys allerdings nicht viel entgegenzusetzen. Hier und da kam dann auch noch Pech dazu. Nach neun Darts standen beide im sechsten Leg auf 130 Punkten Rest. Martin traf dann die Triple-20, der zweite Dart war dann jedoch ein Bouncer und so bekam er keinen Wurf auf ein Doppel. Dobey hatte sich zuvor auf Doppel-18 gestellt, checkte mit dem ersten Dart und war beim Stand von 5:1 bei einem Average von 109 Punkten, zeigte zudem eine 100%-Doppelquote. Martin konnte danach auf 2:5 verkürzen und noch wichtiger war das Break zum 3:5, nachdem er eine starke 180 warf. Weil Dobey dann ein 100’er Finish mit zwei Mal Tops vergab, das erste Mal, dass er ein Doppel verfehlte, war Martin mit dem 4:5 plötzlich wieder ganz dick im Geschäft. Ein 117’er Finish zum Ausgleich verpasste er dann jedoch auf Tops und so holte sich Dobey am Ende doch den 6:4-Sieg, vergab letztlich also nur einen Dart auf Doppel.


Bunting schafft einen Whitewash

James Wilson wollte gegen Antonio Alcinas unbedingt einen Sieg einfahren und war sicherlich auch leichter Favorit. Doch bereits in der Anfangsphase wurde eine Tendenz deutlich, die gegen Wilson sprechen sollte. Im ersten Leg ließ er bereits drei Möglichkeiten auf die Doppel aus, wodurch Antonio seinen Anwurf durchbringen konnte. Ein 116’er Finish sorgte dann sogar für das Break, nachdem Wilson erneut vier Chancen, darunter ein 161’er Finish, liegen ließ. Mit dem 3:0 hatte der Spanier dann schon einen beachtlichen Vorsprung, den er sogar noch weiter hätte ausbauen können. Er ließ allerdings selbst nun ein paar Möglichkeiten aus und so nutzte Wilson seinen zwölften Versuch auf ein Doppel zu seinem ersten Leggewinn. Der Knoten schien damit sogar geplatzt zu sein, denn James checkte danach ein 124’er Finish auf Bull zum Break, kam so wieder auf 2:3 heran. Doch der Eindruck täuschte. Auch wegen etwas Pech, er traf die Triple-20 mit dem ersten Dart, während die beiden folgenden Darts rausfielen, ging Alcinas direkt wieder mit 4:2 in Führung und bestätigte dieses Break mit einem 81’er Finish unter leichtem Druck zum 5:2. Damit war die Vorentscheidung gefallen und Alcinas schnappte sich auch noch den 6:2-Endstand.

Christian Goedl gab danach sein Debüt auf der European Tour. Der Österreicher hatte sich 2018 erstmals bei der Q-School versucht, wenn auch ohne Erfolg. Nun wollte er gegen Stephen Bunting beweisen, dass er es drauf hat. „The Bullet“ aber erwischte einen Sahnetag und startete gleich ins erste Leg mit vier perfekten Darts. Auch im zweiten Leg war er stark, holte sich nach back-to-back 180’ern und einem 11-Darter das Break und ging mit 2:0 in Führung. Doch auch Goedl spielte gut mit, zeigte seinerseits dann vier perfekte Darts und wollte das Rebreak. Auf die Doppel war er jedoch zu unsicher und so schnappte ihm Bunting das dritte Leg doch noch weg, nachdem Christian fünf Möglichkeiten ausließ. Die Partie ging auch danach ihren Gang. Stephen holte sich mit einem weiteren Break das 4:0 und Goedl musste sich immer wieder strecken um zumindest noch Schadensbegrenzung zu betreiben. Ein 117’er Finish vergab er jedoch im fünften Leg und auch im sechsten ließ er eine Chance liegen. So war Bunting jedes Mal zur Stelle und sicherte sich am Ende den deutlichen 6:0-Erfolg, spielte dabei mit 102,49 Punkten einen starken Average.

Adrian Lewis verliert trotz 5:2-Führung

Mit René Berndt stand der letzte deutsche Starter vor seiner Erstrundenpartie, bekam es mit Jonny Clayton zu tun. Überraschend deutlich bezwang René im Qualifier Gabriel Clemens mit 6:2 und er malte sich auch in dieser Partie etwas aus. Nachdem Jonny seinen Anwurf zur Führung ins Ziel brachte kam René nach vier perfekten Darts schnell wieder zum Ausgleich, behielt nach einer 177 seines Gegners die Nerven. Clayton konnte sich im Anschluss aber ein wenig absetzen, spielte einen 13-Darter und checkte danach ein 122’er Finish zum Break. Berndt musste nun aufpassen, dass er seinen Gegner nicht davoneilen lässt und weil dieser fünf Möglichkeiten auf die Doppel ausließ blieb der Deutsche auch weiter im Rennen. Er schaffte das direkte Rebreak und unter Druck glich er wenig später auch wieder aus. Clayton war an diesem Tag nicht sehr konstant. Er zeigte einen brillanten 11-Darter zum 4:3, im Leg darauf war er dann aber wieder durchschnittlich, vergab wie auch René fünf Möglichkeiten auf die Doppel. Berndt aber holte sich das Leg dennoch. Beim Stand von 5:4 hatte Clayton dann seine erste Chance zum Sieg, verpasste aber ein zweites 122’er Finish, sodass René 81 Punkte mit zwei Darts auf null brachte und damit das entscheidende elfte Leg erzwang. Dort waren die Scores von Clayton besser, aber er vergab fünf weitere Matchdarts und so bekam René bei 40 Punkten Rest stehend tatsächlich drei Matchdarts. Er traf jedoch die 20, die Doppel-6 und verfehlte danach die Doppel-4, sodass sich Clayton auf selbiger doch noch den 6:5-Sieg sichern konnte und René Berndt damit aus dem Turnier warf.

In der letzten Erstrundenbegegnung traf der klar favorisierte Adrian Lewis auf den Niederländer Yordi Meeuwisse. Den besseren Start erwischte dort allerdings Yordi, der direkt eine 180 warf, nur knapp an einem 112’er Finish scheiterte und sich letztlich aber doch das Break sicherte. Erst gegen Ende kam Lewis auch besser rein, nahm den Schwung aber mit ins zweite Leg, wo er sich mit einem starken 13-Darter das Rebreak holte. Beide schafften es aber weiterhin nicht die eigenen Anwürfe ins Ziel zu bringen. So checkte Yordi ein 116’er Finish zur erneuten Führung, ehe Lewis das vierte Break zum 2:2 gelang. Dabei stand „Jackpot“ trotz eines Bouncers nach neun Darts bei 67 Punkten Rest. Er war es auch, der sich mit einem 86’er Finish als erster ein eigenes Leg holen konnte, jedoch hatte Meeuwisse zuvor eine erneute Breakchance auf Tops ausgelassen. Die Partie lief nun ganz nach der Vorstellung von Adrian. Er konnte sich mit dem 4:2 erneut ein Break holen und bestätigte dieses locker, bevor Yordi überhaupt im Finishbereich war. Meeuwisse gab aber nicht auf. Er spielte fünf perfekte Darts, zeigte dadurch einen 10-Darter und verkürzte mit einem 112’er Finish wenig später auf 4:5. Lewis hatte zuvor zwei Matchdarts ausgelassen. Zwei weitere ließ er im zehnten Leg liegen. Fünf perfekte Darts warf Adrian dort, konnte es aber nicht ins Ziel retten. Meeuwisse glich zum 5:5 aus und erzwang das Entscheidungsleg. Dort spielte Yordi brillante Darts, stand nach neun Darts bei 41 Punkten Rest und holte sich mit einem 12-Darter tatsächlich noch den 6:5-Erfolg.

Tobias Gürtler

German Darts Grand Prix


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