Dartsbuch

MVG mit Whitewash ins Halbfinale

In den Viertelfinals der European Darts Trophy gab es vier äußerst interessante Duelle. Zwei auf der European Tour sehr starke Spieler bekamen es im ersten Duell des Abends zu tun. Michael Smith traf dort auf Rob Cross. In einem Duell zweier Top-16 Spieler traf Dave Chisnall auf Kim Huybrechts. Top-Favorit Michael van Gerwen bekam es mit Joe Cullen zu tun und World Grand Prix Finalist Simon Whitlock mit dem Überraschungsmann Andy Boulton.

Smith enttäuscht und scheidet aus

Michael Smith und Rob Cross haben auf der European Tour in diesem Jahr einige Erfolge gefeiert, standen somit auch beide in den Top 10 der dazugehörigen Order of Merit. Nun trafen sie nach überzeugenden Leistungen in Göttingen im Viertelfinale aufeinander und beide wollten natürlich so kurz vor der Europameisterschaft nochmal ein starkes Ergebnis erzielen. Dies gelang von Anfang an allerdings nur einem der beiden. Rob Cross hatte im ersten Leg, auch aufgrund von drei Aufnahmen im 40’er Bereich von Smith, keinerlei Probleme sich die Führung zu sichern. Zwar glich Michael direkt wieder aus, konnte danach allerdings kaum etwas zeigen. Cross legte einen kleinen Zwischenspurt hin, zeigte unter anderem vier perfekte Darts und setzte sich bis auf 4:1 ab. Der Druck der vom „Bully Boy“ ausging war allerdings so gering, dass auch Rob nicht mehr vollends konzentriert an die Sache heranging. Dies führte dazu, dass auch Michael nochmal ein paar Legs holen konnte. Dies gelang allerdings lediglich bei eigenem Anwurf, sodass sich am Ausgang dieser Partie so nichts mehr ändern konnte. Zum Ende zeigte Rob Cross noch mal einen starken 11-Darter und machte mit dem 6:3 alles klar. Der Average von nur 79,02 Punkten von Michael Smith unterstrich die enttäuschende Leistung des ehemaligen Juniorenweltmeisters.

Dave Chisnall und Kim Huybrechts schlugen im Achtelfinale jeweils einen Kontrahenten aus der vergangenen Premier League-Saison. Nun trafen sie aufeinander und wieder konnte nur ein Premier League Starter weiterkommen. Im direkten Vergleich lag Dave zwar mit 12:4 Siegen vorne, auf der European Tour stand es jedoch 2:2-Unentschieden. Und Kim war es, der einen besseren Start erwischte. Back-to-back 180’s im ersten Leg, sechs perfekte Darts im zweiten Leg und eine 2:0-Führung mit Break waren das Resultat der starken Anfangsphase des Belgiers. Beinahe hätte er auch so brillant weitergemacht, vergab jedoch ein 128’er Finish um sich weiter abzusetzen. So konnte Dave das Break wieder wettmachen und wenig später auch ausgleichen. Es war danach lange eine Partie auf hohem Niveau und Augenhöhe, in dem sich zunächst keiner absetzen konnte. Für die Highlights sorgte jedoch der „Hurricane“. Nachdem Chisnall sich im siebten Leg nach neun Darts auf 41 Punkt Rest gestellt hatte, checkte Huybrechts 140 Punkte via Triple-20 und zwei Mal Tops um sein eigenes Leg zu behalten. Nachdem in der Folge beide erneut ihre Anwürfe durchbrachten, machte Chisnall im zehnten Leg einen folgenschweren Fehler. Gleich zwei Möglichkeiten auf die Doppel ließ er aus und verpasste damit den erneuten Ausgleich. Kim wusste dies zu bestrafen, indem er mit seinem zweiten Matchdart alles klarmachte. Am Ende siegte der Belgier mit 6:4 und zog ins Halbfinale ein.

„Wizard“ knackt Andy Boulton

Andy Boulton hätte man vermutlich nicht zwingend genannt, wenn es um die Viertelfinalteilnehmer bei der diesjährigen European Darts Trophy ging. Er hatte es durch starke Leistungen allerdings geschafft und bekam es nun mit World Grand Prix Finalist Simon Whitlock zu tun. Der Australier war es auch, der einen fantastischen Start erwischte. Er vergab allerdings in den ersten beiden Legs mit 142 und 122 zwei High Finishes. Weil Boulton aber ein wenig Zeit brauchte um seinen Rhythmus zu finden, holte sich der „Wizard“ trotzdem die Legs und setzte sich letztendlich bis auf 3:0 ab. Erst danach konnte Andy sich auch auf der Anzeigetafel eintragen, als er unter Druck 126 Punkte auf null brachte. Die Antwort auf dieses Highlight war ein 114’er Finish von Whitlock, welches er mit dem Auschecken von 124 Punkten zum 12-Darter nur zwei Legs später noch toppte. Damit lag Simon bereits 5:2 in Führung und die Messe schien bereits gelesen. Andy aber gab sich nicht auf. Er holte sich das 3:5 und kämpfte weiter. Er brauchte dringend ein Break und schaffte dies tatsächlich, obwohl der Druck sehr hoch war. Whitlock hatte sich zuvor auf 18 Punkte Rest gestellt. Im zehnten Leg vergab Andy, nachdem Simon ein 130’er Finish verpasste, dann aber drei Chancen zum Ausgleich, was ihm letztlich das Match kostete. Whitlock blieb kalt und holte sich den 6:4-Sieg.

Die letzte Viertelfinalpartie war das Duell zwischen Joe Cullen und Michael van Gerwen. Zwar durfte man auch von Cullen starke Scores erwarten, einen Sieg gegen den Weltmeister traute ihm wohl jedoch kaum jemand zu. Seit drei Jahren wartete er bereits auf einen Erfolg gegen „Mighty Mike“. Die Anfangsphase deutete auch direkt darauf hin, dass der „Rockstar“ auch noch weiter warten würde. Michael holte sich das erste Leg ganz souverän und zeigte schon im zweiten Leg ein schmerzhaftes Highlight für Joe. Cullen hatte sich auf 70 Punkte in Position für den Ausgleich gebracht, doch van Gerwen checkte 127 Punkte auf dem Bullseye und schaffte so das Break. Nachdem er dieses dann auch bestätigte, legte er ein weiteres Break nach und sorgte damit eigentlich bereits für die Vorentscheidung. Es lief wie so häufig auf der European Tour bei Joe Cullen. An Tag drei ist zumeist der Wurm drin. So vergab er dann auch seine drei Möglichkeiten um den Whitewash zu verhindern, womit Michael sich ein weiteres Leg sicherte. Wenig später machte er den 6:0-Sieg dann klar und warf Cullen damit aus dem Turnier.

European Darts Trophy