Dartsbuch

Wright verliert trotz 110’er Average

Auch wenn alle deutschen Starter ausgeschieden waren bot die European Darts Trophy am dritten Tag weiterhin Dartaction pur. Gleich zwei Premier League-Duelle gab es, als Dave Chisnall und Jelle Klaasen sowie Peter Wright und Kim Huybrechts aufeinandertrafen. Jonny Clayton wollte seinen guten Lauf gegen Michael Smith fortsetzen, gleiches galt für Rob Cross gegen Keegan Brown. Außerdem traf Michael van Gerwen auf Stephen Bunting.

Chisnall kämpft sich weiter

Gleich zu Beginn durfte Jonny Clayton ran. Er hatte nach seinem ersten Turniersieg auf der PDC auch hier bisher tadellose Leistungen geboten, bekam mit Michael Smith nun aber einen harten Brocken zugelost. Zu Beginn brauchten beide aber noch ein wenig Zeit um rein zu finden. Dies konnte Clayton zu einem ersten Break nutzen, verpasste dann aber gleich vier Möglichkeiten um die Führung auszubauen. So kam Michael in Fahrt, glich aus und startete danach mit fünf perfekten Darts. Zwar konnte Jonny zunächst cool bleiben und die Partie offen halten, der Druck vom „Bully Boy“ wurde aber zunehmend größer. Ein toller 11-Darter war die Vorarbeit für ein Break von Smith, welches er zum 5:2 auch bestätigte. Zwar konnte Clayton nochmal verkürzen, jedoch sollte es nicht mehr reichen. Eine starke 67%-Doppelquote und ein Average von rund 95 Punkten waren genug für einen 6:3-Erfolg Smiths, der als erster Spieler ins Viertelfinale einzog. Da wollten auch Rob Cross und Keegan Brown hin, die es als nächstes miteinander zu tun bekamen. Brown zeigte bisher zwei richtig starke Leistungen, daher wusste Cross, er dürfe seinen Gegner nicht unterschätzen. Entsprechend konzentriert ging „Voltage“ auch zu Werke, holte sich die ersten drei Legs mit zwei Mal 14 und ein Mal elf Darts. Nur weil er ein 114’er Finish verpasste, konnte auch Brown mal ein Leg holen. In der Summe war der ehemalige Juniorenweltmeister jedoch nicht mehr so stark wie an den ersten beiden Turniertagen und konnte gegen die zum Zeitpunkt der 4:1-Führung noch 111 Punkten im Schnitt von Cross nicht viel ausrichten. Er musste hoffen, dass Rob Chancen auslässt. Vier waren es im sechsten Leg, sodass Brown erneut verkürzte. Am Ende war dies aber nichts als Ergebniskosmetik. Am Ende sollte es ein 105’er Average für Cross sein, der sich völlig verdient mit 6:2 durchsetzen konnte.

Es folgten die beiden Premier League-Duelle. Zunächst waren Dave Chisnall und Jelle Klaasen an der Reihe. Der Niederländer erwischte dabei den deutlich besseren Start, als er sofort eine 180 warf und mit einem Break in Führung ging. Weil „Chizzy“ ganze acht Möglichkeiten zum Rebreak ausließ, konnte er dies sogar bestätigen. Danach wurde dann aber auch Dave stärker. Er erhöhte den Druck und lauerte auf seine Chance. Beim Stand von 2:3 kam sie dann. Ein brillanter 12-Darter samt 101’er Finish besorgte das dringend benötigte Break aus Chisnalls Sicht und gleichzeitig den 3:3-Ausgleich. Davon angestachelt legte Dave nun richtig los. Vier perfekte Darts waren der Grundstein für seine erste Führung in diesem Spiel, die er nicht mehr hergeben sollte. Er holte sich sofort ein weiteres Break und ließ der „Cobra“ keine Chance mehr. Am Ende siegte Chisnall verdient mit 6:3.

Auch bei Peter Wright gegen Kim Huybrechts trafen zwei Premier League Starter aufeinander. Dort sollte der Matchbeginn bereits vorentscheidend auf dieses Spiel wirken. Nach zehn Darts stellte sich Kim auf ein Doppel, holte sich auch direkt die Führung. Weil „Snakebite“ in den folgenden beiden Legs dann insgesamt fünf Darts auf Doppel vergab, konnte sich Kim letztlich bis auf 3:0 absetzen. Eigentlich wirkte Peter wie der bessere Spieler, er machte nicht sonderlich viele Fehler. Die die er machte, waren jedoch entscheidend. Er konnte in der Folge verkürzen und den Druck immer wieder hoch halten, traf aber in den wichtigen Momenten nicht die Doppel. Da war ein 11-Darter mit zwei 180’ern nacheinander schön, allerdings führte dieser lediglich zum 2:4. Die Entscheidung fiel dann im achten Leg. Nachdem Wright zuvor durch ein Break auf ein Leg heran kam und daraufhin perfekt startete, konnte Kim einen 11-Darter zeigen und so den Abstand wieder auf zwei Legs erhöhen. Peter Wright vergab dann mit einem 106’er Finish seine letzte Chance das Match am Leben zu erhalten und so siegte Huybrechts am Ende mit 6:3, obwohl Wright einen starken 110,59’er Average spielte.


Boulton wirft „Dutch Destroyer“ raus

Jan Dekker erlebte bisher ein traumhaftes Turnier. In seinen bisherigen zwei Auftritten gegen Christian Kist und Mervyn King hatte er insgesamt lediglich ein Leg abgegeben. Gegen den World Grand Prix Finalisten Simon Whitlock waren es nach kurzer Zeit allerdings schon die doppelte Anzahl. Mit einem 13-Darter sprintete der Australier direkt zu einem Break und bestätigte dieses auch, obwohl Dekker auf Tops stehend den Druck hoch hielt. Simon verpasste dann aber zwei weitere Breakdarts, sodass auch Jan sich ein Leg schnappen konnte. Doch auch im Anschluss blieb der Niederländer im Vergleich zum bisherigen Turnierverlauf eher blass. Whitlock hingegen spielte sehr gut, zeigte sich auch auf die Doppel recht sicher und konnte sich immer weiter absetzen. Bis zum 5:1 hatte Dekker nur wenig zu melden, dann konnte er mit einem 12-Darter mal wieder ein Lebenszeichen zeigen. Dies hatte am Ende aber keine großen Auswirkungen mehr, Whitlock schnappte sich das 6:2 und zog in die nächste Runde ein. Dort wollte auch Vincent van der Voort hin, er hatte mit Andy Boulton aber einen gefährlichen Gegner. Dieser bestätigte seine gute Form und holte sich nach ausgeglichener Anfangsphase mit einem 100’er Finish auch das erste Break der Partie. Mit 3:1 ging er dadurch in Führung und erhöhe damit natürlich den Druck auf Vincent, der zwei Möglichkeiten zum direkten Rebreak ausließ. So holte sich Boulton eine klare 4:1-Führung. Erst beim Stand von 5:2 ließ er ein wenig nach. Auf die Doppel hatte er an diesem Tag ohnehin leichte Probleme, sodass er in den folgenden beiden Legs vier Matchdarts verpasste. Der „Dutch Destroyer“ nutzte dies und kam wieder auf ein Leg heran. Er hätte auch ausgleichen müssen, da Andy sechs weitere Matchdarts verpasste, doch Vincent traf ebenfalls das nötige Doppel nicht. Am Ende siegte Boulton dadurch mit 6:4.

Joe Cullen wollte danach gegen Alan Norris eine überzeugende Leistung abliefern und ins Viertelfinale einziehen. Oftmals spielte er in diesem Jahr auf der European Tour ausgezeichnete Matches, ließ am dritten Tag jedoch federn. Gegen Alan Norris lief es zu Beginn jedoch sehr gut für den „Rockstar“. Trotz eines perfekten Starts von Alan, ging Joe in Führung und holte sich nur drei Legs später auch das erste Break des Spiels. In dieser Phase hatte Alan seinem Kontrahenten so gut wie gar nichts entgegenzusetzen. Die Scores von Cullen waren deutlich stärker als die von „Chuck“, der nicht sonderlich viel Gegenwehr leisten konnte. Bis auf 5:1 setzte sich Joe Cullen ab, ehe Norris mal wieder dazwischen schreiten konnte. Doch auch dafür konnte Alan sich bei seinem Gegner bedanken, der zuvor fünf Matchdarts vergab. Für ein Comeback reichte es aber nicht mehr, Cullen holte sich im Leg darauf seinen verdienten 6:2-Sieg ab und durfte jubeln. Im letzten Spiel des Nachmittags traf dann Top-Favorit Michael van Gerwen auf Stephen Bunting. Der Weltmeister wollte von Beginn an zeigen, wer der Herr im Haus ist. Ein 12-Darter sorgte für das erste Break, welches er auch bestätigte. Bunting konnte überhaupt nichts dagegen ausrichten, kam nicht mal unter 100 Punkte in dieser Phase. Dabei spielte „The Bullet“ nicht mal wirklich schlecht. Trotzdem geriet er nach fünf perfekten Darts von MVG mit 0:3 in Rückstand. Er warf alles rein, spielte ein gutes viertes Leg, konnte sich jedoch letztlich nur 16 Punkte Rest stellen, ehe Michael sich das Leg erneut schnappte. Der Niederländer spielte zu dem Zeitpunkt 123 Punkte im Schnitt und damit rund 20 Punkte mehr als ein guter Stephen Bunting. Weil Michael dann tatsächlich mal etwas ausließ und 123 Punkte auf dem Bullseye nicht auscheckte, konnte Stephen mit dem 1:4 den Whitewash verhindern. Mehr allerdings auch nicht. Weil Bunting drei Möglichkeiten zum break ausließ, konnte sich Michael weiter absetzen und wenig später dann auch den 6:1-Sieg eintüten.

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