Dartsbuch

Eidams verpasst das Achtelfinale

Noch zwei Deutsche waren am zweiten Tag der European Darts Trophy in Göttingen vertreten. Am Nachmittag stand mit René Eidams der erste davon auf der Bühne, bekam es mit Stephen Bunting zu tun. Dave Chisnall hatte ebenfalls seine erste Partie, traf auf James Wilson. Hohe Scores erwarteten die Zuschauer zwischen Michael Smith und Jermaine Wattimena. Außerdem versprachen auch die Ansetzungen zwischen Joe Cullen und Steve West sowie Ian White und Vincent van der Voort viel Spannung.


Clayton schwimmt weiter auf Erfolgswelle

Den Auftakt machten Benito van de Pas und Keegan Brown. Benito spielte einen passablen World Grand Prix und wollte natürlich an die guten Leistungen anknüpfen, kassierte aber von Brown direkt im ersten Leg ein schmerzhaftes Break. 124 Punkte checkte der ehemalige Juniorenweltmeister über das Bullseye und machte damit dort weiter, wo er am Vortag aufgehört hatte. Auch danach ließ Keegan nicht nach. Er zeigte eine fantastische Performance, holte sich nach einem vergebenen Dart auf Doppel von „Big Ben“ im dritten Leg bereits sein zweites Break. Auch ein perfekter Start konnte van de Pas in der Folge nicht viel helfen. Keegan war, vor allem auf die Doppel, an diesem Tag einfach eiskalt. 109 Punkte checkte er zum dritten Break und beendete wenig später mit dem 6:0 das Match. Am Ende vergab er von sieben Versuchen lediglich einen einzigen auf ein Doppel. Danach waren Alan Norris und James Richardson an der Reihe. Richardson hatte am Vortag Dimitri van den Bergh aus dem Turnier geworfen, zeigte sich in dem Spiel sehr geduldig und war zur Stelle, als er seine Chance erkannte. Auch in dieser Begegnung sollte es lange Zeit sehr ausgeglichen zugehen. Die ersten vier Legs teilten sich die Kontrahenten, ehe die Partie dann etwas Fahrt aufnahm. Norris verpasste nur knapp ein 130’er Finish auf dem Bullseye, behielt sein Leg aber trotzdem. Die Antwort von Richardson war ein toller 11-Darter. Nach einem 85’er Finish auf Bull konnte Norris dann tatsächlich 96 Punkte zum Break checken und den Druck auf James erhöhen. Nach zwölf Darts stellte sich „Chuck“ auf 24 Punkte Rest, sodass Richardson 121 Punkte auschecken musste. Er tat genau das und schaffte so das direkte Rebreak. 120 Punkte brachte er im Leg darauf allerdings nicht auf null und musste so ansehen, wie Alan 70 Punkte zum 6:4-Erfolg auscheckte.

Bei Jonny Clayton läuft es aktuell richtig rund. Nachdem er bei einem Players Championship Event seinen ersten Turniersieg holte, erreichte er nun auch die zweite Runde der European Darts Trophy. Gegen Gerwyn Price wollte er nachlegen und ging nach einer vergebenen Chance vom „Iceman“ auch direkt in Führung. Zwar glich Price mit einem 12-Darter aus, doch Clayton wurde von Minute zu Minute stärker. Ein 104’er Finish besorgte die 3:1-Führung und zugleich das erste Break, welches er unter Druck auch bestätigen konnte. Price hatte sich bereits auf 40 Punkte Rest gestellt. Im Anschluss brachten beide ihre Anwürfe durch, doch gerieten die von Clayton nie ernsthaft in Gefahr. So konnte er am Ende auch einen tollen 13-Darter zeigen und sich damit den 6:3-Sieg sichern. Es folgte das Duell zwischen Michael Smith und Jermaine Wattimena. Beide können viele hohe Scores zeigen und so erwartete man ein hochklassiges Match. Das 105’er Finish von Smith im ersten Leg schien dies auch zu bestätigen. Jedoch sollte Wattimena auf lange Sicht nicht mit dem „Bully Boy“ mithalten können. Zwei Mal konnte der Niederländer ausgleichen, hatte dort allerdings auch schon immer gehörig Druck. Smith bestimmte die Partie von Anfang an und holte sich mit einem 12-Darter im sechsten Leg auch das erste Break. Mit 4:2 führte er zu diesem Zeitpunkt und ein Comeback schien für Wattimena kaum noch möglich. Nachdem er auch noch 2:5 in Rückstand geriet, schien der Drops gelutscht. Er gab sich aber nicht auf, zeigte mit einem 103’er Finish, dass er noch weiter an sich glaubt, doch es halt alles nichts. Smith war zu gut und holte sich am Ende dann doch recht locker einen 6:3-Sieg um ins Achtelfinale einzuziehen.

Cullen mit 160’er Finish in die nächste Runde

Der Beginn der Partie zwischen Dave Chisnall und James Wilson war furios. Schon im ersten Leg konnte Wilson 156 Punkte auf null bringen, ehe Dave mit zwei eigenen High Finishes konterte. 104 und 110 checkte er aus und drehte damit die Partie auf 2:1. Danach ließen beide allerdings etwas nach. Während Wilson vor allem in den Scores abbaute, war Chisnall in der Folge auf die Doppel oft sehr schwach. So vergab „Chizzy“ in den folgenden beiden Legs vier Möglichkeiten sich weiter abzusetzen, sodass James stattdessen die Partie erneut drehte. Das Spiel ging in dieser Phase hin und her, beide holten sich letztlich immer wieder ihre eigenen Legs bis zum Stand von 4:4. Dann konnte Dave mal wieder ein dominanteres Leg präsentieren und mit diesem auch ein Break holen. Wilson konnte sich nicht mehr weiter steigern und blieb in den Scores eher durchschnittlich. Chisnall brachte auch seinen letzten Anwurf ins Ziel und gewann damit am Ende 6:4. Zwischen Joe Cullen erwartete man eine enge Partie auf Augenhöhe, doch was die Fans zu sehen bekam, war eine sehr einseitige Angelegenheit. Schon im ersten Leg warf Cullen zwei 180’er nacheinander und holte sich direkt die Führung. Nur weil er dann gleich drei Möglichkeiten auf Doppel vergab, kam West zum Ausgleich. Er konnte jedoch über die gesamte Dauer der Partie nicht mit Cullen mithalten. Viel zu selten traf er die Triple und so kam es nicht überraschend, dass der „Rockstar“ sich drei Legs ins Serie holte und mit 4:1 in Führung setzte. West konnte zwar verkürzen, jedoch lag das erneut an ein paar verpassten Doppeln von Joe. Der blieb weiter fokussiert und holte sich das 5:2, ehe Steve sein bestes Leg zeigte. Er startete perfekt und stellte sich nach zwölf Darts auf 40 Punkte Rest. Cullen aber tat ihm weh, indem er 160 Punkte zum 12-Darter und 6:2-Sieg auscheckte.

Weitaus spannender wurde es im Duell zwischen Ian White und Vincent van der Voort. Zu Beginn verlief es noch recht ausgeglichen, wobei Ian schon einen Tick stärker war. Trotzdem ging das erste Leg dank eines 120’er Finishes an Vincent, der unter Druck auch seinen zweiten Anwurf ins Ziel brachte. „Diamond Dab“ glich zwei Mal aus, zeigte beim 2:2, dass auch er das Shanghai Finish bestens beherrscht. Nach einer fantastischen 168 gelang dem Engländer dann auch das Break, welches er wenig später bestätigen konnte. Alles schien in seine Richtung zu laufen, doch der „Dutch Destroyer“ wagte ein Comeback. Mit einem 13-Darter brachte er sein Leg ins Ziel und konnte unter Druck wenig später auch wieder ausgleichen. Das Momentum war nun klar auf Seiten des Niederländers, der sich mit dem 5:4 auch das dritte Leg in Serie sicherte. Nach einem perfekten Start schien alles entschieden, doch dann vergab Vincent drei Matchdarts. Ian checkte 66 Punkte mit zwei Darts und glich zum 5:5 aus. Im Entscheidungsleg war es dann aber wieder Vincent, der sich stärker präsentierte und mit einem 15-Darter den in der Summe nicht unverdienten 6:5-Sieg einpackte.

Im letzten Spiel des Nachmittags war mit René Eidams dann ein Deutscher an der Reihe. Er musste gegen Stephen Bunting ran, der durch die Absage von Mensur Suljovic zu den gesetzten Spielern aufrückte. Dieser erwischte mit einem starken 11-Darter auch einen guten Start ins Turnier, doch Eidams brauchte sich nicht verstecken. Er glich sofort wieder aus und zeigte seinerseits einen 11-Darter um erstmals in diesem Spiel in Führung zu gehen. Bunting ließ das jedoch kalt. Der schüttelte sich kurz, packte in den folgenden beiden Legs einen perfekten Start aus und drehte das Spiel durch ein Break wieder zu seinen Gunsten. Mit einem 90’er Finish über Bull, Tops konnte er es diesmal auch bestätigen. Weil „The Bullet“ dann aber ein 106’er Finish vergab, fand Eidams wieder zurück ins Spiel. Er holte sich die folgenden zwei Legs und glich zum 4:4 aus. Dann aber vergab „The Cube“ drei Möglichkeiten um mit 5:4 in Führung zu gehen. Dies gelang Bunting nur Sekunden später, der danach auch seinen eigenen Anwurf nach Hause brachte und mit dem 6:4 Eidams aus dem Turnier warf.

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