Dartsbuch

Michael van Gerwen verteidigt Titel

Nur noch vier Spieler waren bei der European Darts Trophy vertreten und wollten in Göttingen als Sieger von der Bühne gehen. Zunächst fanden die Halbfinals statt. Dort bekam es Rob Cross mit Kim Huybrechts zu tun und Simon Whitlock traf auf den Titelverteidiger Michael van Gerwen. Im Anschluss an die Vorschlussrunde spielten die Gewinner der beiden Spiele dann direkt das Finale und ermittelt den Gewinner des letzten European Tour Events.

Klare Siege im Halbfinale

Rob Cross und Kim Huybrechts machten den Anfang. Beide trafen sich in diesem Jahr bereits drei Mal auf der Pro Tour, dort konnte sich immer Cross durchsetzen. Beim einzigen Halbfinale siegte „Voltage“ klar sehr deutlich mit 6:1. Und auch an diesem Tag lief alles nach Maß für Rob. Huybrechts fand zu Beginn überhaupt nicht ins Spiel und so konnte Cross sich relativ locker nach dem sofortigen Break mit 2:0 in Führung bringen. Nur weil Rob dann eine Chance auf die Doppel ausließ, kam auch Kim zu einem Leggewinn. Doch davon ließ sich Cross überhaupt nicht aus dem Konzept bringen. Er zeigte einen starken 13-Darter und konnte erneut ein starkes Break nachlegen. Huybrechts Performance hatte nichts mehr mit dem gemeinsam, was er gegen Peter Wright und Dave Chisnall in den vorherigen Partien zeigte. Auch die Kaltschnäuzigkeit war komplett verschwunden und so hatte Rob keine Probleme sich immer weiter abzusetzen. Mit einem brillanten 13-Darter holte er sich das 5:1 und brachte sich bereits in Jubelposition. Mit einem 115’er Finish machte er wenig später alles klar. Wie schon im Mai auf der Pro Tour siegte Rob Cross also in einem Halbfinale mit 6:1 gegen Kim Huybrechts, damals siegte er später auch im Finale.

Danach waren Simon Whitlock und Michael van Gerwen an der Reihe. Bereits 32 Mal trafen sich die beiden am Oche, ganze 26 Mal ging MVG dabei als Sieger hervor, auf der European Tour war er gar noch gänzlich ungeschlagen gegen den Australier. Allein in diesem Jahr trafen sie sich auf diesen Events schon zwei Mal im Halbfinale, Whitlock holte insgesamt erst zwei Legs. Und auch in diesem Spiel sollte es eine ganz klare Angelegenheit werden. Nach einem perfekten Start holte Michael direkt das erste Break und weil Simon ein 121’er Finish auf der Doppel-16 vergab, bestätigte der Niederländer dieses auch mit einem 111’er Checkout. Doch Simon war nicht schlecht. Er unterstrich seine tolle Form und so holte er sich nach vier perfekten Darts auch sein erstes Leg. Danach konnte er trotz des Average von rund 100 Punkten jedoch nicht viel ausrichten. Zu stark war die Performance des Weltmeisters, der nacheinander elf und zwei Mal zwölf Darts brauchte um sich bis auf 5:1 abzusetzen. Dabei checkte er ganz nebenbei noch ein 124’er Finish auf Bull und zeigte sechs perfekte Darts. Whitlock gab zwar nicht auf und erarbeitete sich nochmal Chancen um ein wenig zu verkürzen, er ließ sie allerdings liegen und eröffnete seinem Kontrahenten die Möglichkeit das Match zu beenden. Dies tat van Gerwen auch mit einem 80’er Finish und zog dadurch mit einem 110,39’er Average ins Endspiel ein.

Cross im entscheidenden Moment zu schwach


Das Endspiel bestritten also wie schon vor einem Monat beim German Darts Grand Prix Michael van Gerwen und Rob Cross. Damals konnte sich MVG, der dort ebenfalls im Halbfinale zuvor Simon Whitlock bezwang, mit 6:3 durchsetzen. Doch auf der European Tour gelang Cross auch sein einziger Sieg bisher gegen den Weltmeister. Es schien also durchaus etwas drin zu sein für „Voltage“. Und er startete auch durchaus gut. Er war der bessere Spieler in der Anfangsphase, als er in den eigenen Legs relativ sicher wirkte und den Druck auf Michael hoch hielt. Dieser musste im zweiten Leg bereits ein 160’er Finish zeigen um seinen Anwurf ins Ziel zu retten. Das erste Break ging jedoch dennoch an den Niederländer. Im fünften Leg checkte der Titelverteidiger 100 Punkte und ging mit 3:2 in Führung. Doch Cross hatte über die letzten Monate so viel an Erfahrung gewonnen, dass er daran nicht zerbrach. Der Engländer konterte sofort und glich direkt wieder aus. Allerdings traf er dann im Anschluss erst in der vierten Aufnahme ein Triple. So konnte sich van Gerwen mit einem erneuten Break mit 4:3 in Führung bringen und bestätigte dieses mit einem fantastischen 150’er Finish. Damit stand er bereits kurz vor dem erneuten Sieg bei der European Darts Trophy. Cross konnte sein eigenes Leg nach vier perfekten Darts zwar nochmal durchbringen, für ein weiteres Break reichte es allerdings nicht mehr. Und so siegte Michael am Ende trotz eines vergebenen 120’er Finish mit 6:4 und holte sich wie schon im vergangenen Jahr den Titel.

European Darts Trophy