Dartsbuch

Eidams siegt in Nervenspiel

Am Abend des ersten Tages in Göttingen traten bereits einige große Namen auf, unter ihnen auch drei weitere deutsche Starter. World Youth Masters-Sieger Nico Blum bekam es mit Altmeister Vincent van der Voort zu tun, Robert Allenstein musste gegen Chris Dobey ran und René Eidams traf auf Jeffrey de Zwaan. Außerdem hatten auch Robert Thornton gegen World Masters Sieger Krzysztof Ratajski und James Wade gegen Nathan Aspinall ihr erstes Match.

Nico Blum verliert nach guter Leistung

Krzysztof Ratajski erlebte jüngst seinen größten Erfolg, als er seine tolle Entwicklung krönte und sich den Sieg bei den World Masters sicherte. Nun bekam er es mit Robert Thornton zu tun und wollte an den Erfolg anknüpfen. Mit einem tollen Break zum Start gelang ihm das zunächst auch gut. Zwar verpasste er dann zwei Doppel, sodass „The Thorn“ direkt ausgleichen konnte, ein perfekter Start führte jedoch zu einem 13-Darter und dem dritten Break im dritten Leg. Nachdem der Pole es dieses Mal auch bestätigte, war es eine Partie auf Augenhöhe. In den eigenen Anwürfen war Ratajski aber so sicher, dass Thornton große Probleme hatte, das für ihn notwendige Break noch zu holen. Zwar vergab Krzysztof seinen ersten Matchdart, ein souveräner 14-Darter brachte ihm am Ende aber dennoch den 6:4-Sieg.

Apropos World Masters. Bei den Junioren gab es dort mit Nico Blum einen deutschen Sieger. Der 16-Jährige sicherte sich den Titel und konnte sich auch für die European Darts Trophy qualifizieren. Mit Vincent van der Voort hatte er einen erfahrenen Kontrahenten, der auch den etwas besseren Start erwischte. In seinen Anwürfen war der „Dutch Destroyer“ seinem Gegner deutlich überlegen, ließ zunächst überhaupt keine Breakchancen für Blum aufkommen. Stattdessen holte er sich mit dem 3:1 selbst eines, weil Nico dort zwei Chancen ausließ. Vincent konnte sich bis auf 4:2 absetzen, ehe Nico nochmal einen Zahn zulegte. Er erhöhte den Druck auf van der Voort und war in den eigenen Legs nun sicher. Zwei Breakdarts vergab er im neunten Leg allerdings und so konnte sich van der Voort, obwohl er mit 89 Punkten im Schnitt einen Punkt weniger warf als Blum, am Ende mit 6:3 durchsetzen.

Dimitri van den Bergh wollte danach auch in die zweite Runde, musste dafür aber erst mal James Richardson bezwingen. Die oftmals starken Scores sollten dem Belgier vor allem zu Beginn in die Karten spielen. Seine ersten drei Anwürfe holte er sich ohne jegliche Gefahr und gleichzeitig setzte er Richardson stark unter Druck. Dieser musste schon im zweiten Leg 170 Punkte auschecken, tat dies allerdings auch. Weil Richardson nervenstark war, konnte er immer wieder nachziehen und so stand es nach sechs Legs Unentschieden. Dann kam plötzlich James. Der Engländer checkte plötzlich 76 Punkte um selbst ein Break zu holen und auf einmal musste Dimitri abliefern. Er konnte allerdings nicht mehr solche starken Scores zeigen wie zuvor und kam nicht mehr zurecht. James brachte sich auf 5:3 in Führung und legte trotz einer 3’er Aufnahme das 6:3 zum Sieg nachlegen. Mit René Eidams war danach schon der zweite Deutsche an der Reihe. Gegen Jeffrey de Zwaan erwischte er einen Blitzstart und holte sich direkt ein Break. Nachdem er es bestätigte, vergab Jeffrey ein 160’er Finish, wodurch Eidams ein weiteres Break zur 3:0-Führung schaffte. Bis hierhin lief alles für „The Cube“, der sich auch auf 40 Punkte Rest brachte und das vierte Leg holen wollte. Jeffrey grätschte aber dazwischen, holte sich ein direktes Rebreak und startete die Aufholjagd. Er gewann auch wegen Doppelproblemen von René vier Legs in Folge, drehte die Partie mit einem 110’er Finish auf 4:3. Unter enormem Druck, de Zwaan stand auf 16 Punkten Rest, brachte Eidams dann 73 Punkte ins Ziel und glich aus. Beide gewannen danach ihre eigenen Anwürfe, womit das Entscheidungsleg herhalten musste. Dort zeigte sich Eidams deutlich cooler als sein Kontrahent, wodurch er sich am Ende durch seinen zweiten Matchdart mit 6:5 durchsetzen konnte.


Allenstein scheidet nach Doppelschwäche aus


Nathan Aspinall traf danach auf James Wade. Natürlich war Wade der Favorit, auch wenn Nathan zuletzt durchaus ansprechende Leistungen auf der European Tour zeigte. Diese Leistungen bestätigte er an diesem Tag allerdings und nutzte einen schwarzen Tag von „The Machine“ aus. Innerhalb der ersten drei Legs warf Aspinall bereits vier 180’er, führte entsprechend klar mit 3:0. Ein 118’er Finish brachte ihm dann sogar das zweite Break ein. Wade konnte sich wenig später dann zwar auf Tops stellen und mal einen Hauch von Druck erzeugen, Aspinall ließ sich davon aber überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Er holte sich auch das 5:0, ehe James dann doch den Whitewash verhinderte. Trotzdem veredelte Aspinall das gute Spiel wenig später mit dem 6:1 und verpasste Wade damit eine herbe Klatsche.

Der letzte deutsche Starter hatte danach seine erste Partie. Robert Allenstein bekam es dabei mit Chris Dobey zu tun und hatte schon im ersten Leg direkt eine Breakchance. Er verpasste aber das 138’er Finish, sodass Dobey seinen Anwurf doch durchbrachte. In der Folge entwickelte sich eine Partie, in der beide Spieler auf die Doppel viele Möglichkeiten liegen ließen. Es war beinahe ein Wunder, dass es in den ersten fünf Legs noch kein Break gab. Dieses folgte im sechsten Leg, nachdem Allenstein sich auf Tops gestellt hatte. Dobey war zur Stelle und holte sich das 4:2, welches er nach sechs vergebenen Möglichkeiten Roberts auch bestätigte. Mit dem Rücken zur Wand wachte Allenstein plötzlich auf. Er holte sich sehr schnell zwei Legs und verkürzte wieder auf 4:5. Es war jedoch zu spät. Ein starkes Leg von Dobey reichte ihm dann am Ende doch noch für den 6:4-Erfolg, womit Allenstein ausgeschieden war.

Danach waren Kevin Painter und Andy Boulton an der Reihe. Painter erwischte mit einem 88’er Finish zum Break einen sehr guten Start, allerdings konnte er in der Folge dann kaum mit Boulton mithalten. Dieser schaffte das direkte Rebreak und zeigte sich sehr sicher. Er konnte einen tollen 12-Darter zeigen und tat dem „Artist“ häufiger weh, indem er auscheckte, wenn dieser sich in Position gebracht hatte. Bis auf 4:1 setzte sich ab, schien mit dem 5:2 dann für die Vorentscheidung gesorgt zu haben. Allerdings kam Painter danach nochmal zurück. Er zeigte ein tolles Comeback, überlebte einen Matchdart und glich auf 5:5 aus. Im Entscheidungsleg traf er dann aber in den ersten drei Aufnahmen kein Triple. Weil Boulton allerdings acht weitere Matchdarts vergab, hatte Painter doch nochmal drei Möglichkeiten, sich selbst den Sieg unter den Nagel zu reißen. Doch auch er verpasste sie und so siegte am Ende doch Andy Boulton mit 6:5. Das letzte Duell in der ersten Runde war ein rein niederländisches. Jan Dekker bekam es mit Christian Kist zu tun. Es war ein zäher Beginn zwischen den beiden, es brauchte ein wenig Zeit, bis einer etwas besser seinen Rhythmus fand. Dies war Jan Dekker, der sich sein erstes Leg holte und wenig später mit einem 70’er Finish ein Break schaffte. Er konnte sich immer weiter steigern und spielte beim Stand von 3:0 etwa 25 Punkte im Schnitt mehr als Kist, der mit seinem Average unter 70 Punkten stand. Mit einer tollen 168 stellte sich Dekker im Leg drauf Tops, welches er zu einem weiteren Break auch traf. Spätestens mit dem 5:0 hatte Jan dann auch für die Vorentscheidung gesorgt. Bei Kist ging an diesem Tag einfach nichts und so war er auch nicht mehr in der Lage hier für ein Comeback zu sorgen. So siegte Jan Dekker am Ende völlig verdient mit 6:0 und zog als letzter Spieler in die zweite Runde ein.

European Darts Trophy