Max Hopp erreicht das Viertelfinale von Dortmund

Nachdem die gestrigen vier Zweitrundenpartien durch die Niederlagen von Michael van Gerwen, Peter Wright und Michael Smith einige Sensationen hervorbrachten, waren über 7.000 Darts-Fans in der Dortmunder Westfallenhalle gespannt darauf, ob auch der Samstagabend Überraschungen bereithielt. Heute standen nämlich die vier noch fehlenden Zweitrundenpartien der European Championships auf dem Programm. Bei den deutschen Fans stand natürlich Max Hopp im Fokus, der es zum Abschluss des Abends mit James Wilson zu tun bekam. Vorher duellierten sich noch Gerwyn Price und Dave Chisnall, Cristo Reyes und Darren Webster sowie James Wade und Ricky Evans im Modus "Best of 19 Legs".

Fulminantes Ende zwischen Webster und Reyes

Die ersten beiden Akteure des Turniertages gehörten mit Sicherheit zu denjenigen, die sich durch das frühe Aus der Topfavoriten Chancen auf ihren ersten TV-Titel ausrechneten. Zunächst musste dafür aber dieses Spiel gewonnen werden. Ein schlichtweg geniales 157er-Checkout, welches unter maximalem Druck im Entscheidungsleg gegen Adrian Lewis zustande kam, hatte Dave Chisnall ins Zweitrundenmatch gegen Gerwyn Price gebracht. Letztgenannter hatte sich gestern in einem engen Spiel gegen einen stark aufgelegten Kyle Anderson durchsetzen können. Der „Iceman“ kam hervorragend ins Spiel hinein, begann mit einer 180 und holte sich sofort ein Break. Dieses konnte er bei eigenem Anwurf bestätigen, ehe Chisnall wenig später die Doppel-10 erwischte und sein erstes Leg gewann. Die beiden darauffolgenden Legs wurden dann gerecht aufgeteilt, sodass Price mit einem 3:2-Vorsprung in die erste Pause ging. Nach dieser Unterbrechung griff sich der Waliser Leg Nummer sechs mit 13 Darts, Chisnall konterte mit einem 14-Darter und verkürzte erneut. Bei den eigenen Anwürfen war Price weiterhin sehr stabil, was sich auch im achten Leg zeigte, als er 90 Punkte zum 5:3 ausmachen konnte. „Chizzy“ unterliefen wenig später vier Doppelfehler, wodurch sich Price ein wichtiges Break holen konnte. Auch das zehnte Leg ging an den „Iceman“, sodass er zur zweiten Pause mit 7:3 vorne lag. Nach dieser setzte er sein brillantes Finishing fort, machte 126 Punkte zum 12-Darter aus und hatte so ein weiteres Break produziert. Per 13-Darter konnte Chisnall dieses Mal jedoch umgehend rebreaken und wenige Minuten später mit einem Treffer auf der Doppel-10 bis auf 5:8 aus seiner Sicht verkürzen. Jetzt hatte Price allerdings genug gesehen, er spielte zwei 15-Darter nacheinander und bejubelte neben dem 10:5-Erfolg den Einzug ins Viertelfinale.

2018 war Cristo Reyes bislang noch nicht viel gelungen, mit seinem 6:3-Erstrundenerfolg gegen den an Position zwei gesetzten Mensur Suljovic war „The Spartan“ allerdings eine faustdicke Überraschung gelungen. Gegen Darren Webster wollte der Spanier das bei der Europameisterschaft erreichen. Reyes kam mit einem 13-Darter gut in die Begegnung hinein, doch auch Webster zeigte sich bei eigenem Anwurf sicher und glich aus. Wenig später gelang dem „Demolition Man“ per 13-Darter das erste Break der Partie, ehe er dieses mit 14 Darts bestätigte und seinen starken Beginn fortsetzen konnte. Reyes verkürzte seinerseits mit einem 13-Darter und ging mit einem 2:3-Rückstand in die erste Unterbrechung. Die ersten beiden Legs nach dieser Pause wurden geteilt, wobei der Spanier seines mit einem 104er-Checkout für sich entscheiden konnte. Mit einem 83er-Finish stellte Webster im Anschluss daran den alten Abstand wieder her, ehe er Tops zum 13-Darter treffen konnte und so per Break auf 6:3 stellte. Im zehnten Leg spielte der Engländer dann noch einen 15-Darter und verwandelte seine starke Leistung in dieser Session in die 7:3-Führung. Nach der zweiten Pause folgte beim Weltranglisten-13. plötzlich der Einbruch, während Reyes immer besser wurde. Begünstigt durch mehrere Fehler auf Doppel seines Gegners kam „The Spartan“ zu drei Leggewinnen in Serie und war so bis auf 6:7 herangerückt. Kurios wurde es dann im 14. Leg der Partie, als Reyes fünffach auf Doppelfelder patzte. Webster warf allerdings selbst ganze neun Male am äußeren Ring vorbei und musste deshalb folgerichtig auch den Ausgleich hinnehmen. Mit einem brillanten 10-Darter konnte Reyes in der Folge gar die Führung übernehmen, patzte ein Leg später allerdings auf die Doppel-16 und verpasste so die Vorentscheidung. Webster erwischte ebenjenes Feld und glich zum 8:8 aus. Dies war der Startpunkt einer fulminanten Schlussphase: mit einem eminent wichtigen Dart traf Webster zunächst die Doppel-18 zum 9:8, ehe er ein Leg später zwei Matchdarts an der Doppel-4 vorbei setzte. Reyes hatte bei 145 Restpunkten seine letzte Chance, um im Spiel zu bleiben, konnte diese ergreifen und checkte ganz stark via Triple-19, Triple-16 und Doppel-20. Es ging somit ins Entscheidungsleg, der Spanier durfte dieses anwerfen und positionierte sich nach 15 Darts beim 97 Restpunkten. Er durfte sich jedoch nicht mehr daran versuchen, denn Webster stand bei 156 Zählern, machte diese aus und setzte so einen denkwürdigen Schlusspunkt hinter dieses dramatische Spiel.

James Wade setzt sich gegen Evans durch

Als frischgebackener Vater freute sich James Wade über einen gelungenen Start in die Europameisterschaft; in seinem Erstrundenspiel zeigte er eine grundsolide Leistung und ließ der deutschen Hoffnung Martin Schindler letztlich keine Chance. Eine Runde später musste „The Machine“ gegen Ricky Evans antreten, der seinerseits Daryl Gurney aus dem Turnier gekegelt hatte. Weil er vier Mal auf Doppelfelder patzte musste Wade das erste Leg an seinen Gegner abtreten, holte sich mit einem 14-Darter aber sofort das Rebreak. Im dritten Leg war es dann „Rapid“, der sich vier Fehler beim Auschecken erlaubte und seinem Gegner so die Führung ermöglichte. Die beiden darauffolgenden Legs ging jeweils mit 14 Darts an Wade, der mit einer 4:1-Führung in die erste Pause ging. Nach dieser Unterbrechung patzte Evans zwei weitere Male beim Werfen auf Doppelfelder, „The Machine“ baute seinen Vorsprung auf vier Legs aus. Neben Unvermögen kam bei Evans im siebten Leg auch noch Pech hinzu, als ihm sein Pfeil am Ende eines möglichen 127er-Finish mitten aus dem Bullseye herausfiel. Eine Aufnahme später patzte Evans zwei weitere Male auf die Doppel-16, folglich ließ sich Wade nicht mehr lange bitten und erhöhte auf 6:1. Auch das achte Leg ging an den Weltranglistenneunten, ehe Evans wieder mal ein Doppelfeld erwischte und sein zweites Erfolgserlebnis erzielte. Vor der zweiten Pause gelang ihm dann noch ein 106er-Checkout, sodass er mit einem Rückstand von 3:7 von der Bühne ging. Wade griff sich wenige Minuten später das elfte Leg des Spiels, Evans konnte seinen Anwurf ebenfalls halten und reduzierte seinen Rückstand so wieder auf vier Legs. Weil Wade ein Leg später ganze fünf Male an seinen favorisierten Doppelfeldern 20 und 10 vorbeiwarf, konnte Evans ein Break nachlegen, der Spielstand lautete zu diesem Zeitpunkt 5:8 aus der Sicht von „Rapid“. Die Vorentscheidung fiel dann im darauffolgenden, 14. Leg des Spiels: der sich zurückkämpfende Evans ließ zwei Möglichkeiten auf Doppel aus und wurde dafür eiskalt bestraft, indem Wade 130 Punkte auf dem Bullseye zum Rebreak von der Scheibe nahm. „The Machine“ fehlte jetzt nur noch ein Leg zum Weiterkommen, und dieses holte sich mit dem zweiten 12-Darter hintereinander – mit einem 121er-Highfinish beendete er das Spiel und zog durch den 10:5-Sieg in die Runde der letzten Acht ein.

Im letzten Spiel des Abends war dann endlich Max Hopp an der Reihe. Der „Maximister“ erlebte eine ziemlich turbulente Erstrundenpartie. Gegen William O’Connor kochten die Emotionen bei beiden zeitweilig hoch, was aber nichts daran änderte, dass sich der Deutsche klar durchsetzte. Hopps heutiger Kontrahent James Wilson hatte bei seinem Erstrundenerfolg mit einem 103er-Average geglänzt und ging mit entsprechend viel Selbstvertrauen in die Begegnung. Genau so kam der „Lethal Biscuit“ auch ins Match, warf schon im ersten Leg zwei 180er und holte sich dieses letztlich mit 14 Pfeilen; für den Ausgleich benötigte die deutsche Nummer eins einen Wurf mehr. Im darauffolgenden Leg vergab Hopp allerdings drei Breakdarts, konnte die daraus resultierende Führung seines Gegners im vierten Leg aber wiederum ausgleichen. Auch das letzte Leg vor der ersten Pause wurde mit dem Anwurf gewonnen, sodass Wilson folgerichtig mit 3:2 in Front lag. Auf der Doppel-10 gelang Hopp schon wenig später der erneute Ausgleich, ehe Wilson 120 Punkte ausmachte und wiederum in Front ging. Der Deutsche stellte auch dieses Mal wieder Parität her, ehe er ein Leg später wieder die Doppel-10 erwischte und das allererste Break dieses Spiels produzierte. Wilson erholte sich allerdings schnell davon, löschte im zehnten Leg 66 Punkte via Bullseye und Doppel-8 und sorgte somit für den 5:5-Pausenstand. Die ersten beiden Legs nach dieser Unterbrechung wurden mit dem Anwurf gewonnen, auch die Legs 13 und 14 wurden auf diese Weise gewonnen. Dabei konnte Hopp bei seinem Anwurf mit einem 10-Darter zum 7:7 glänzen. Ein Leg später profitierte der „Maximiser“ von einem Fehler seines Gegners auf Tops, erwischte dieses Doppelfeld eine Aufnahme selbst und konnte ein wichtiges Break produzieren. Noch besser wurde es in darauffolgenden, 16. Leg der Partie. Wilson übte mächtig Druck auf den Anwurf des Deutschen aus und stand nach zwölf geworfenen Darts bei 38 Restpunkten. Doch Hopp ließ ihn nicht mehr ran, weil er 156 Punkte auf Null bringen konnte. Mit diesem sehenswerten Highfinish war die Vorentscheidung gefallen und Hopp nur noch ein Leg vom Viertelfinale entfernt. Ein Treffer in der Doppel-16 besiegelte dann den 10:7-Erfolg für Max Hopp. Ein Average von knapp 93 Punkten, eine 42-prozentige Doppelquote und das ganz wichtige 156er-Checkout bringen den „Maximiser“ als ersten Deutschen überhaupt in ein Major-Viertelfinale bei der PDC.

European Championship


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