Max Hopp souverän ins Achtelfinale

Am Nachmittag des zweiten EM-Tages freute sich Dortmund auf die beiden deutschen Starter. Max Hopp bekam es dabei mit dem Iren William O’Connor zu tun, was eine durchaus machbare Aufgabe zu sein schien. Deutlich schwieriger hatte es Martin Schindler, der mit James Wade einen achtfachen Major-Sieger vor der Brust hatte. Der Österreicher Mensur Suljovic hingegen galt als klarer Favorit gegen den Spanier Cristo Reyes. Außerdem kam es zum Duell der ehemaligen Premier League-Spieler Adrian Lewis und Dave Chisnall.

Suljovic trifft zu wenige Triple – Bunting verliert im Entscheidungsleg

Jonny Clayton und James Wilson machten den Anfang an diesem Nachmittag. Clayton gelang in diesem Jahr auf der European Tour eine große Überraschung, als er in Graz das Turnier für sich entschied. Nun wollte er auch James Wilson bezwingen und bei der Europameisterschaft eine gute Rolle spielen, doch der Start ging ganz klar an „Lethal Biscuit“. Der behielt seinen eigenen Anwurf souverän und bedankte sich danach bei seinem Kontrahenten, weil dieser gleich sieben Möglichkeiten auf die Doppel liegen ließ. Im Anschluss daran war James auch der dominierende Mann dieses Spiels, der keine Mühe zu haben schien, sich weiter abzusetzen. Er kontrollierte das Geschehen nach Belieben und brachte sich nach einem perfekten Start mit 5:0 in Führung. Vor allem nachdem er dann auch noch mit sechs perfekten Darts ins sechste Leg startete, schien die Messe endgültig gelesen. Doch Clayton hielt mit und nutzte einen Fehler von James aus, um sich sein erstes Leg zu holen. Weil James dann im siebten Leg seinen zweiten Matchdart verpasste, gelang Jonny sogar noch ein Break um näher ran zu kommen. Gegen den 11-Darter von Wilson im Anschluss, war er aber machtlos. Wilson setzte sich somit klar 6:2 durch.

Deutlich enger sollte es in der zweiten Partie werden. Darren Webster traf auf Stephen Bunting und der „Demolition Man“ hatte auf Major Events noch eine weiße Weste gegen Bunting. Zwei Mal trafen sie vor TV-Kameras aufeinander und zwei Mal siegte Darren. Dort wollte er anknüpfen und mit dem Break nach 21 Darts im ersten Leg sah es auch gut aus. Er hielt auch nach perfektem Start Buntings im zweiten Leg mit und schnappte es sich, sodass er sich einen kleinen Puffer erarbeitete. Doch „The Bullet“ legte ebenfalls ordentlich zu. Ein 121’er Finish von Webster, welches er über die Triple-7 spielte und auf Tops vollendete, konterte Bunting nur ein Leg später mit einem 116’er Finish. Der ehemalige BDO-Weltmeister blieb immer nah dran an Darren und hatte auch das nötige Glück. Denn Webster überwarf sich im siebten Leg bei 142 Punkten Rest. Statt der Doppel-11 zum Break traf er nämlich eine Etage höher in die Doppel-14. Nach dem 3:5-Rückstand wenig später schien die Partie eigentlich entschieden, doch Stephen gab nicht auf, spielte 13 und 12 Darts und kam tatsächlich nochmal zum Ausgleich. Im Entscheidungsleg war Darren dann jedoch besser und holte sich somit doch den 6:5-Erfolg und damit den dritten Major-Erfolg über Bunting.

Gerwyn Price spielte eine fantastische Saison auf der European Tour. Zwei Mal konnte er sich ins Finale spielen und dabei gegen Simon Whitlock sogar einen Turniersieg einstreichen. Klar war er gegen dessen Landsmann Kyle Anderson Favorit, musste aber direkt einen Rückstand hinnehmen. Sowieso war die Anfangsphase sehr ausgeglichen. Beide Spieler waren in den eigenen Anwürfen sicher und ließen kaum etwas zu. Je länger das Spiel dauerte, desto besser schien jedoch Kyle Anderson zu werden. Im siebten Leg stand „The Original“ dann aber erstmals auch unter Druck. Price hatte sich auf 60 Punkte Rest gestellt, doch Kyle checkte ein 100’er Finish zum 4:3. Nach dem erneuten Ausgleich war es dann aber doch so weit. Gerwyn Price spielte einen fantastischen 12-Darter und holte so das erste Break der Partie und das zur genau richtigen Zeit. Der „Iceman“ brauchte somit nur noch ein weiteres Leg zum Weiterkommen und er durfte das nächste sogar beginnen. Nach soliden Scores brachte er sich in eine gute Position. Ein letztes Mal machte Kyle Druck, als er eine 180 warf. Doch diese kam zu spät. Price setzte sich mit 6:4 durch, obwohl Kyle mit 101 Punkten einen deutlich höheren Average spielte.

Dann war Mensur Suljovic an der Reihe. Der Österreiche konnte sich in diesem Jahr wieder einen European Tour Titel sichern und war generell auf Events dieser Tour gegen seinen Gegner Cristo Reyes in vier Vergleichen noch ungeschlagen. Da wollte er weitermachen, hatte in der Anfangsphase jedoch große Schwierigkeiten. Zwar konnte er einen frühen Rückstand direkt ausgleichen, doch anschließend musste er seinen spanischen Kontrahenten ein wenig ziehen lassen. Dieser spielte nicht unbedingt überragend, doch Mensur traf einfach zu wenige Triple um den Druck auf Reyes hoch zu halten. So konnte sich dieser bis auf 4:1 absetzen und nun musste Mensur liefern. In den eigenen Legs schien das auch zu gelingen. Dort blieb er eiskalt und kam jeweils wieder ein kleines Stück an Cristo heran. Für ein Break war es dann allerdings doch zu wenig und so war der Druck beim 3:5-Rückstand enorm. Zwar spielte er ein solides Leg und brachte sich auf 48 Rest und somit in Angriffposition, doch Reyes checkte 93 Punkte via 19, Triple-14, Doppel-16 und schnappte sich mit dem 6:3-Erfolg das Ticket für die zweite Runde. Für den Österreicher war es das frühste EM-Aus seit 2015.

Ricky Evans schockt „Superchin“ – Schindler scheitert nach schwachem Start

Daryl Gurney bekam es in seiner Erstrundenpartie mit Ricky Evans zu tun. Ricky überraschte in diesem Jahr, als er das Endspiel eines European Tour Events erreichte, welches er jedoch gegen Ian White verlor. Dennoch ging er hier als Außenseiter in die Partie und fand sich nach einem 107’er Finish Gurneys auch direkt mit einem Break im Rückstand. Weil er danach auch noch ein 161’er Finish knapp vergab, erhöhte Daryl auf 2:0. Diesem Rückstand lief Ricky lange Zeit hinterher. Er spielte allerdings sehr gut mit, so zeigte er im dritten Leg fünf perfekte Darts. Ricky musste aber auch sein ganzes Können an den Tag legen, wollte er „Superchin“ die Stirn bieten. Immer wieder kämpfte er sich auf ein Leg heran, doch für ein Break sollte es nicht reichen. Erst im achten Leg war er dann doch zur Stelle. Dort startete er wieder perfekt und nutzte am Ende einen Fehler von Daryl auf der Doppel-16 zum Ausgleich. Dies war der Knackpunkt in der Partie. Gurney kam nun ins Grübeln und machte vor allem auf die Doppel einige Fehler. Neben einem 122’er Finish auf dem Bullseye verpasste er im neunten Leg zwei weitere Möglichkeiten um wieder in Führung zu gehen. Schlimmer war es ein Leg später, als er gleich drei Mal an seinem Lieblingsdoppel, der Doppel-16, vorbeizielte. Evans nahm diese Geschenke dankend an und fuhr das Spiel mit dem 6:4 nach Hause.

Anschließend war der erste von zwei deutschen Startern an der Reihe. Auf der European Tour in Saarbrücken gelang Max Hopp als erstem Deutschen ein Sieg bei einem PDC-Event der Herren. In dieser Phase des Jahres war er bärenstark. Nun bekam er es mit William O’Connor zu tun, der in Hamburg mit einer Finalteilnahme überraschte. Beide starteten sehr stark, doch Max hatte die Nase mit einem 164’er Finish zum 12-Darter vorne. Und er machte richtig gut weiter. Seine Scores waren brillant und so sprintete Max von Leg zu Leg. Sein Problem waren ab dem dritten Leg dann jedoch die Doppel. Dort vergab er bereits vier Chancen, konnte sich jedoch trotzdem auf 3:0 absetzen. Im Leg darauf war William dann aber zur Stelle und bestrafte ihn für seine Nachlässigkeiten. Im Anschluss hatte der „Maximiser“ hier und da ein wenig Glück, dass O’Connor nicht seinen besten Tag erwischte, denn sonst wäre die Partie womöglich nochmal enger geworden. So konnte sich Hopp die ausgelassenen Möglichkeiten erlauben und sogar ein weiteres Break zum 5:1 einfahren. Zwar stellte sich William im siebten Leg dann nochmal auf 40 Punkte Rest, den Sieg von Hopp konnte er aber nicht mehr verhindern. Mit einem 82’er Finish machte Max alles klar und tütete den 6:1-Erfolg ein.

In die zweite Runde wollte auch Martin Schindler, der sich vor allem nach dem World Cup in diesem Jahr nochmal stark verbesserte. Jedoch bekam er es mit dem erfahrenen James Wade zu tun, der sich zwei Mal in Endspiele von European Tour Events spielte. Zu Beginn zeigten beide keine gute Leistung. Hier hätte Martin die Chance gehabt seinem Kontrahenten weh zu tun, jedoch kam er nicht gut zurecht. Mit einem Average von gerade mal 77 Punkten ging Wade 2:0 in Führung, Martin stand zehn Punkte schlechter da. Zwar folgte im dritten Leg die erste 180 für „The Wall“, doch am Legausgang konnte er auch dort nichts mehr ändern. Unter Druck kam er dann aber zum 1:3, sodass ein wenig Hoffnung aufkeimte. In den Legs von Wade reichte es aber einfach nicht für ein besseres Ergebnis. Zwar wurde Schindler immer sicherer, so zeigte er unter Druck auch einen tollen 13-Darter im sechsten Leg, der Rückstand schien allerdings bereits zu groß. Spätestens nach dem 5:2 für „The Machine“ schien der Drops gelutscht. Martin aber gab nicht auf. Wade stellte sich auf Tops, Schindler aber checkte 121 Punkte auf dem Bullseye und spielte auch im darauf folgenden Leg gut. Mehr als positionieren konnte er sich dort dann aber nicht mehr. Wade holte sich das 6:3 und warf Schindler damit aus dem Turnier.

Die letzte Erstrundenpartie war die von den Namen wohl hochkarätigste. Mit Adrian Lewis und Dave Chisnall trafen zwei ehemalige Premier League-Spieler aufeinander, deren allererstes Duell bei der Europameisterschaft 2011 stattfand. Damals konnte sich „Jackpot“ durchsetzen. Das wollte er heute wiederholen und er startete entsprechend fokussiert. Ein tolles 107’er Finish brachte den zweifachen Weltmeister auch direkt in Führung, doch auch „Chizzy“ war sofort voll bei der Sache. Er glich zunächst aus, ehe er mit einem 161’er Finish das erste Break des Spiels besorgte. Adrian ließ sich davon aber überhaupt nicht beeindrucken, konterte postwendend und ging nach ein paar Doppelproblemen wieder in Führung. Auch danach blieb es eng. Keiner konnte sich mal absetzen und so brachten die Akteure ihre eigenen Anwürfe weiterhin mehr oder minder souverän ins Ziel. Nachdem Chisnall dann im neunten Leg drei große Breakchancen liegen ließ, erhöhte sich durch das 5:4 von Lewis der Druck auf den Mann aus St. Helens enorm. Er verpasste neben einem 164’er Finish dann zwar auch zwei weitere Chancen, weil Lewis aber einen Matchdart liegen ließ, erzwang Dave doch noch das Entscheidungsleg. Dort standen beide nach neun Darts im Finish bereich. Doch Lewis konnte sich bei 141 Rest nur auf 36 Punkte Rest stellen. Chisnall hingegen brachte die Halle durch ein brillantes 157’er Finish zum 12-Darter und 6:5-Sieg explodieren.

European Championship


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