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PDC Dart WM 2009
Ein Gespräch mit Bill Davis

Bill Davis ist ein aus Philadelphia stammender amerikanischer Dartspieler. Er spielt seit 2006 bei Turnieren der PDC mit und steht momentan auf Platz 63 des Rankings. 2006 hat er an der World Series of Darts teilgenommen und konnte sich auch für die Las Vegas Desert Classics qualifizieren. 2007 nahm er schon einmal an der PDC Weltmeisterschaft teil, wurde allerdings in der ersten Runde von Andy Jenkins geschlagen. 2008 erreichte er das Halbfinale der North American Darts Championship, stand unter den letzten 16 der US Open und konnte sich wieder für die Desert Classics qualifizieren, verlor aber in der ersten Runde gegen Mark Walsh. Er hat sich über den American Order of Merit für die WM 2009 qualifizieren können, er belegt dort den zweiten Platz.

Bill Davis

Wenn man hier im Presse-Zelt der PDC Dart WM sitzt, eröffnen sich einem ungeahnte Möglichkeiten. Man braucht nur mit den Fingern zu schnippen und -wusch- steht der gewünschte Spieler vor einem. Na ja, ganz so ist es auch nicht, statt Finger schnippen sollte man besser Dave Allen, den Medienbeauftragten der PDC, fragen und vor einem Spiel funktioniert es gar nicht und nach dem Spiel auch nur dann, wenn der Spieler einverstanden ist. Und auf ein richtiges Interview sollte man dann auch entsprechend vorbereitet sein.
Das war in diesem Fall eher mein Problem, vor allem, da ich es nicht mitbekommen hatte, dass Bill Davis das erste Spiel des Tages und nicht das letzte spielen würde. So blieb nach meinem spontanen Entschluss es mit dem Fingerschnippen bzw. mit Dave Allen einmal auszuprobieren nicht direkt viel Zeit und deswegen bezeichne ich das Ergebnis auch nicht als Interview, es war wirklich mehr ein Gespräch und viele brennende Fragen müssen erst einmal unbeantwortet bleiben.

Jedenfalls war Bill Davis einverstanden, obwohl er verloren hatte und erschien prompt an meinem Tisch im Pressezelt. Meine Wahl war absichtlich auf ihn gefallen, ich kenne ihn überhaupt nicht und es dürfte nicht ganz einfach sein, an ihn heranzukommen. Bei all den bekannten PDC Spielern schafft man das schon irgendwie, und Ihr werdet sicher nächstes Jahr immer wieder neue Interviews auf unserer Seite finden. Außerdem hatte er den Titelverteidiger in einem guten Spiel aus dem Rennen geworfen.
Und da steht er also vor mir, und ich stelle mich zunächst einmal vor und gratuliere ihm. Er scheint seine Niederlage einigermaßen gelassen hinzunehmen, er weiß genau, dass ihn seine Doppel im Stich gelassen haben.

Bill Davis wohnt in Philadelphia, einer ehemaligen Darts-Hochburg in Amerika. Er trainiert meistens alleine zuhause in seinem Keller, seine Frau kann dem Dartspiel leider nicht allzu viel abgewinnen. Wie lange er so im Durchschnitt trainiert kann er gar nicht sagen, aber er trainiert regelmäßig und manchmal kann es auch passieren, dass er erst Stunden später aus seinem Keller wieder zum Vorschein kommt, weil er über dem Dartspielen vollkommen die Zeit vergessen hat. Er spielt jetzt schon 25 Jahre Dart und meint, man könne ihm nicht mehr allzu viel Neues über das Training erzählen, er habe mehr oder weniger alles ausprobiert, aber er kann nicht behaupten, dass er irgendetwas gefunden hat, dass nun wirklich einen 100%igen Trainingserfolg garantieren würde. So wie er das erzählt, vermittelt er den Eindruck als habe er wirklich sehr intensiv darüber nachgedacht.

Davis hat früher auch BDO/WDF Turniere gespielt, denkt aber, dass die PDC gerade auch für Amerikaner mehr Chancen bietet, um an wirklich großen Turnieren teilnehmen zu können. Er versucht auch alle Turniere in Amerika zu spielen und rät seinen Landsleuten das gleiche zu tun. Am Turnier in Kanada hat er allerdings nicht teilgenommen, da war sogar ihm die Anreise zu weit. In Amerika als Profi sein Geld zu verdienen hält er zumindest momentan für ausgeschlossen. Vor zwei Jahren war er aber schon einmal in England und hat ein paar Pro Tour Events mitgespielt, er kann sich durchaus vorstellen, dass er das noch einmal machen wird, er meint, er findet diese Veranstaltungen einfach toll und es hat ihm sehr viel Spaß gemacht, gegen all diese bekannten Spieler anzutreten.

Bill Davis

Darts ist für ihn eindeutig ein Spiel, das sich im Kopf des Spielers abspielt und weist daher für ihn auch gewisse Ähnlichkeiten mit dem Golfspiel auf, wobei er allerdings auch einen ihm im Augenblick besonders bewussten Unterschied erwähnt: beim Golfspielen ist es immer sehr ruhig, was man ja von einem Dart-Turnier nicht direkt behaupten kann.

Es hat ihm hier in London gut gefallen, seine beiden Gegner kannte er schon vorher und gegen beide hat er auch schon gespielt. Ob er wirklich John Part besser kennt, kann ich nicht beantworten, natürlich kennen sich die nordamerikanischen Spieler, aber bei diesen Entfernungen in Amerika haben sie nicht allzu viele Möglichkeiten wirklich häufig aufeinander zutreffen.

Bill Davis räumt ein, dass es nicht unbedingt zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehört bei so einem Turnier auf einer so riesigen Bühne zu stehen, ihm sind die kleineren Pro Tour Events lieber. Trotzdem empfand er es als ein einmaliges Erlebnis, hell, heiß, riesig und laut, einem Publikum ausgeliefert zu sein, von dem man nie weiß, wie es reagieren wird, in einem Moment steht es hinter einem, im nächsten hat man es gegen sich. Er findet, dass es so ein einmaliges Erlebnis ist, dass alle die, die noch nie da draußen waren, überhaupt nicht mitreden können.

Davis hat sich nicht unter Druck gefühlt, beim ersten Spiel schon überhaupt nicht, meint aber jetzt bei seinem Spiel gegen Bates hat er dann doch gespürt, wie seine Nervosität so langsam über Hand nahm, wieder so ein mentales Phänomen beim Dartspielen, eines, das sehr schwer in den Griff zu bekommen ist, vor allem, wenn man mit solchen "Auftritten" so wenig Erfahrung hat wie Bill Davis. Und genauso, so sein abschließender Kommentar, war es heute auch mit seinen Doppeln. Im Training sind sie kein Problem, auch beim Aufwärmen waren sie es noch nicht, da machten ihm eher die Triple Kopfzerbrechen, aber dann da draußen auf der Bühne klappte es auf einmal gar nicht mehr. Warum das so ist, warum die Doppel das Problem sind, an dem die Spieler auf der Bühne immer wieder scheitern, dafür hat auch Bill Davis keine Erklärung.

Ob das wohl jemals irgendjemand erklären können wird???

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