Gary Anderson gewinnt die Champions League

Von den acht bei der Champions League of Darts in Brighton angetretenen Spielern waren am Sonntagabend nur noch vier übrig – dementsprechend ging es jetzt in die Vorschlussrunde. Titelverteidiger Mensur Suljovic bekam es im ersten Semifinale mit dem Vorjahresfinalisten zu tun, während im zweiten Halbfinale mit Michael van Gerwen und Peter Wright die Top-2 der Weltrangliste unter sich waren. Die beiden Halbfinalsieger spielten später am Abend den Turniersieg unter sich aus. Im Vergleich zu den Gruppenspielen wurde die Distanz minimal erhöht, im Modus Best-of-21-Legs brauchten die Spieler elf Legs zum Spielgewinn.

Anderson war zu stark: Mensur Suljovics Siegesserie reißt

Mensur Suljovic und die Champions League of Darts – daraus scheint eine echte Freundschaft geworden zu sein. In zwei Ausgaben dieses Turnieres hat der Wiener bislang acht Spiele absolviert und alle acht für sich entscheiden können. Der wichtigste Sieg gelang ihm dabei im Finale des letzten Jahres, als er Gary Anderson bezwang; heute trafen die beiden schon im Halbfinale aufeinander. Beide starteten solide ins Spiel, gewann jeweils ihre ersten beiden Anwürfe. Allerdings vergab Mensur im vierten Leg des Spiels zwei Breakmöglichkeiten auf die Doppel-14. Besser machte es der „Flying Scotsman“ ein Leg später, als er einen 12-Darter spielte und so das erste Break der Partie vollbrachte. Dieses Break konnte er anschließend auch bestätigen, ehe „The Gentle“ 92 Punkte ausmachte und auf 3:4 aus seiner Sicht verkürzte – mit diesem Ergebnis ging es auch in die erste Pause. Mit einem 96er-Finish konnte Anderson im Anschluss daran den alten Abstand wiederherstellen; wenig später konnte er seinen Vorsprung sogar vergrößern, weil er einen 13-Darter gegen den Anwurf zeigte. Suljovic hatte massive Probleme, dass von Anderson vorgelegte Tempo mitzugehen, auch im zehnten Leg konnte er den gegnerischen Anwurf nicht attackieren, er lag mittlerweile mit 3:7 in Rückstand. Nach dieser Unterbrechung blieb der Schotte weiterhin voll in Fahrt, spielte zwei 12-Darter nacheinander und hatte mittlerweile einen Vorsprung von sechs Legs. Dank eines Treffers in der Doppel-10 konnte sich Suljovic nach längerer Zeit wieder über einen Leggewinn freuen, ein Leg später verpasste er aber einen Breakdart auf die Doppel-20. Anderson war auf der Doppel-18 zur Stelle und beim Stand von 10:4 nur noch ein Leg vom Finaleinzug entfernt. Und dieses holte sich der Weltranglistenvierte völlig problemlos per 13-Darter bei eigenem Anwurf. Mensur Suljovic muss mit diesem 4:11 seine erste Pleite in der Champions League einstecken, Gary Anderson steht nach einer starken Leistung mit einem Average von über 102 Punkten sowie einer 52-prozentigen Doppelquote genau wie letztes Jahr im Endspiel.

Wright bezwingt van Gerwen dank brillanter Doppelquote

Michael van Gerwen ist mit einem einzigen Ziel an die englische Südküste angereist: mit dem Gewinn der Champions League wollte er seine Titelsammlung komplettieren. Zunächst musste er allerdings Peter Wright in der Runde der letzten Vier aus dem Weg räumen. Van Gerwen durfte den ersten Dart des Spiels werfen und begann mit einem 14-Darter; mit einem 12-Darter im zweiten Leg gelang ihm frühestmöglich ein Break. Ein 86er-Finish mit zwei Darts brachte dem Weltranglistenersten auch das dritte Leg, erst danach durfte sich auch Wright über sein erstes Leg freuen, er checkte 78 Punkte zum Abschluss eines 15-Darters. Die Antwort des Niederländers darauf ließ nicht lange auf sich warten und kam in Form eines brillanten 10-Darters zum 4:1. Im sechsten Leg zeigte „Snakebite“ dann seine Klasse, als er 96 Punkte unter hohem Druck via 20, Doppel-20 und Doppel-18 ausmachte. Das letzte Leg vor der Pause ging dann noch relativ ungefährdet an van Gerwen, der zu diesem Zeitpunkt mit 5:2 vorne lag. Wright kam aus dieser Unterbrechung stark verbessert zurück auf die Bühne, checkte im achten 84 Punkte auf dem Bullseye aus und brachte ein Leg später 81 Punkte zum Break auf Null. Im zehnten Leg des Spiels warf „Mighty Mike“ zwei 180er, doch das nützte ihm nichts, denn Wright hatte dieses Leg begonnen und machte zum Abschluss eines 12-Darters 130 Punkte auf dem Bullseye aus. Der Schotte hatte die Partie beim Stand von 5:5 ausgeglichen, zudem hatte er bis hierhin nicht ein Mal an einem Doppelfeld vorbeigeworfen. Van Gerwen beendete den Lauf seines Gegners wenig später mit einem Treffer in der Doppel-16 und legte dank eines starken 12-Darters das Break zum 7:5 nach. Erst im darauffolgenden Leg, also dem 13. der Partie, setzte Wright zu ersten Mal einen Dart an einem Doppelfeld vorbei. Dieser Fehler auf der Doppel-20 hatte jedoch zur Folge, dass van Gerwen den Abstand zwischen sich und seinem Gegner auf drei Legs vergrößern konnte. Mit einem 13-Darter konnte der Weltranglistenzweite wieder ein Leg auf seine Seite ziehen; somit nahm er einen 6:8-Rückstand mit in die zweite Unterbrechung. Mit einem 13-Darter produzierte Wright sofort nach dieser Pause ein wichtiges Break, ein Leg später konnte er dieses bei eigenem Anwurf bestätigen und zum 8:8 ausgleichen – die Schlussphase versprach maximale Spannung. „Snakebite“ profitierte weiterhin von seiner ganz starken Leistung auf die Doppelfelder. Ein Beispiel dafür war das 17. Leg, in welchem Wright 83 Punkte auf dem Bullseye mitnehmen konnte und durch dieses Break zum ersten Mal überhaupt in diesem Spiel in Führung lag. Im nächsten Leg präsentierte sich der Schotte genau wie zuvor ganz sicher beim Auschecken, traf die Doppel-16 mit dem ersten Versuch und war nur noch ein einziges Leg vom Finale entfernt. Zunächst hatte allerdings van Gerwen Anwurf, der sein eigenes Leg durchbrachte und auf 9:10 aus seiner Sicht verkürzte. Bei eigenem Anwurf hatte Wright jetzt die ganz große Chance zum Matchgewinn, und in diesen entscheidenden Momenten hatte beide mehr Schwierigkeiten, Tripletreffer zu landen. Letztendlich platzierte sich Wright nach 15 geworfenen Darts bei 92 Restpunkten. Über den Weg Single Bull, Triple-17 und Doppel-8 konnte er diese tatsächlich ausmachen und über den Finaleinzug jubeln. Peter Wright gelang eine unglaublich gute Performance mit einem Punktedurchschnitt von über 101 und einer Doppelquote von sensationellen 79 Prozent (elf Treffer aus 14 Versuchen). Michael van Gerwen scheiterte trotz eines Averages von knapp 101 Punkten und einer 45-prozentigen Doppelquote im Halbfinale, er gewinnt die Champions League auch im dritten Anlauf nicht.

Drei 10-Darter ebnen Andersons Weg zum Titel

Das Finale der Champions League of Darts war also ein rein schottisches. Gary Anderson hatte auf dem Weg ins Finale zunächst eine Auftaktpleite gegen Daryl Gurney kassiert, ehe er sich dank Siegen über Dave Chisnall und Michael van Gerwen ins Halbfinale spielte, in welchem er Mensur Suljovic keine Chance ließ. Sein Finalgegner Peter Wright war seinerseits ebenfalls mit einer Niederlage (gegen Suljovic) ins Turnier gestartete, konnte dann aber noch Simon Whitlock und Rob Cross bezwingen, ehe er in der Vorschlussrunde van Gerwen ausschaltete. Den Titel bei der Champions League hatte vor diesem Endspiel noch keiner der beiden gewinnen können. Anderson kam besser in die Partie, nahm im ersten Leg 86 Punkte von der Scheibe und hatte durch diesen 12-Darter sofort ein Break gelandet. Dieses konnte er wenige Minuten später mit einem Treffer in der Doppel-20 bestätigen, im darauffolgenden Leg verfehlte er dieses Doppelfeld jedoch bei dem Versuch, 145 Punkte auszumachen. So brachte Wright seinen Pfeil in der Doppel-16 unter und stellte auf 1:2 aus seiner Sicht. Anderson stellte kurze Zeit später den vorherigen Abstand auf der doppelten 19 wieder her und profitierte im fünften Leg von einem Fehler Wrights auf die doppelte 20. Nachdem der „Flying Scotsman“ dem eben geschafften Break das Leg bei eigenem Anwurf folgen lassen konnte führte er sogar mit 5:1. Anderson spielte jetzt richtig gute Darts, zeigte im siebten Leg einen tollen 10-Darter und führte zur ersten Pause deutlich mit 6:1.

Die Frage war nun, was „Snakebite“ noch im Köcher hatte, um noch ins Endspiel hineinzufinden. Zumindest kam er gut aus der Pause heraus und holte sich zwei Legs hintereinander. Mit einem 96er-Finish holte sich Anderson wenig später das zehnte Leg auf seine Seite, ehe Wright Tops treffen konnte und seinen Rückstand wieder auf drei Legs verringerte. Bei den eigenen Anwürfen ließ Anderson gar nichts anbrennen, holte sich das 8:4 mit einem 13-Darter und startete mit zwei 180ern ins 13. Leg. Ein 9-Darter wurde es zwar nicht, der siebte Dart verfehlte die Triple-20, dennoch zeigte der „Flying Scotsman“ seinen zweiten 10-Darter in diesem Match. Wright spielte in dieser Phase kaum eine Rolle. Zwar bekam er im darauffolgenden Leg einen Dart auf die Doppel-5, vergab diesen aber. So brachte Anderson seinen Dart in der doppelten 8 unter, führte zur zweiten Pause klar mit 10:4 und war ein Leg vom Titelgewinn entfernt. Und dieses holte er sich auch sofort nach der Unterbrechung, warf mit seinen ersten neun Darts Scores von 140, 180 und 165, sodass ihm 16 Restpunkte übrigblieben. Wright bekam noch eine Chance bei 98 Rest, vergab aber, sodass Anderson die Partie mit seinem dritten 10-Darter beendete. Nach den Triumphen bei den UK Open im März und dem World Matchplay im Juli feiert Gary Anderson seinen dritten großen TV-Titel in diesem Jahr. Peter Wright kam im Endspiel nicht mehr an seine Leistung aus dem Halbfinale heran und war letztlich ohne Chance.

Champions League of Darts


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